Rems-Murr-Kreis E-Mail bringt Mann vor Gericht

Von Annette Clauß 

Eine wohl versehentlich verschickte E-Mail mit kinderpornografischer Datei im Anhang hat einem 54-Jährigen eine achtmonatige Haftstrafe eingebracht.

Mehr als 600 kinderpornografische Fotos hat ein Mann auf seinem PC abgelegt. Foto: dpa
Mehr als 600 kinderpornografische Fotos hat ein Mann auf seinem PC abgelegt.Foto: dpa

Backnang - Eine E-Mail ist einem 54 Jahre alten Mann aus dem Raum Backnang zum Verhängnis geworden und hat letzten Endes dazu geführt, dass ihn das Amtsgericht nun zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt hat. Der Angeklagte hatte an die elektronische Nachricht eine Bilddatei mit kinderpornografischem Inhalt angehängt und diese vermutlich versehentlich an einen Polizeibeamten aus seinem Bekanntenkreis verschickt.

Der Polizist hat den Vorfall umgehend weitergemeldet, was schließlich dazu führte, dass die Wohnung des 54-Jährigen durchsucht wurde. Dabei stellte die Polizei einen Laptop und eine externe Festplatte sicher, auf der 641 kinderpornografische und 489 jugendpornografische Bilddateien sowie einige Videos abgespeichert waren, die beispielsweise zwei achtjährige Jungen beim Oralverkehr zeigten.

Ein Polizeibeamter der Polizeidirektion Waiblingen sagte vor Gericht aus, dass bei der Auswertung der Dateien auf dem Rechner des 54-Jährigen zwar mehr als 1000 kinder- und jugendpornografische Fotos entdeckt worden seien, aber keine verdächtigen E-Mails. Allerdings müsse das nicht bedeuten, dass keine Fotos verschickt worden seien, denn der Angeklagte habe sein Konto bei Hotmail angelegt, einem amerikanischen Anbieter. Folglich seien die Daten des E-Mail-Kontos dort auf einem Server abgelegt, und es gebe fast keine Chance, an die Informationen zu kommen.

Die Bilder habe er über soziale Netzwerke zugeschickt bekommen und einfach mal abgespeichert, behauptete der nicht vorbestrafte Angeklagte vor Gericht: „Ich speichere immer alles und schaue das nicht gleich an.“ E-Mails mit solchen Bildern habe er hingegen niemals verschickt, schon gar nicht an einen Polizeibeamten, beteuerte der Mann: „Wie das zustande kam, weiß ich nicht.“ Die seines Erachtens einzig plausible Erklärung sei, dass sich Computerhacker vor geraumer Zeit Zugriff auf sein Konto und Passwort verschafft hätten.

  Artikel teilen
0 KommentareKommentar schreiben
Artikel kommentieren

Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.