Remshalden Stromfalle für die Exfreundin
Lukas Jenkner, vom 05.02.2010 16:31 Uhr
Remshalden - Einen perfiden Anschlag auf das Leben seiner Exfreundin soll ein 32 Jahre alter Mann verübt haben, der seit Donnerstag in Stuttgart vor Gericht steht. Laut der Anklage soll er sich zwischen dem 21. und 23.Juli in die Garage seiner Exfreundin in Remshalden-Geradstetten (Rems-Murr-Kreis) geschlichen haben. Dort verband er demnach den metallenen Türriegel des Garagentors per Stromkabel mit einer Steckdose. Der Mann soll geplant haben, die Frau mit einem starken Stromschlag tödlich zu verletzen.
Die Frau kam mit dem Schrecken davon, was nach dem Ergebnis der Ermittlungen jedoch ein reiner Zufall war. Als sie am 23.Juli gegen 15 Uhr nach mehrtägiger Abwesenheit das Garagentor geöffnet hatte, war der Boden unter ihr nämlich trocken, außerdem trug die heute 33-Jährige zu jenem Zeitpunkt schlecht leitende Schuhe.
Exfreundin wurde vorher belästigt
Der jetzt angeklagte Exfreund geriet schnell in Verdacht. Laut dem damaligen Polizeibericht hatte der Mann die 33-Jährige nach dem Ende ihrer rund eineinhalbjährigen Beziehung massiv per SMS belästigt. Nach dem Verdächtigen wurde mit einem internationalen Haftbefehl gesucht, weil er in seinem Geburtsort Schramberg im Schwarzwald oder in der Schweiz vermutet wurde. Tatsächlich nahm ihn die Kantonspolizei Thurgau am 6.August fest.
Nun muss er sich wegen versuchten Mordes aus Heimtücke verantworten. Bei der Polizei hatte der Industrieelektriker angegeben, dass er seiner Exfreundin nur einen üblen Streich habe spielen wollen. Die von ihm gestellte Falle, so der Mann seinerzeit, wäre niemals tödlich gewesen. Laut einem Sachverständigen soll die Vorrichtung jedoch geeignet gewesen sein, einen Menschen lebensgefährlich zu verletzten.
Der Mann will sich laut seinem Verteidiger am Donnerstag kommender Woche über sein Leben äußern, aber zu den Vorwürfen schweigen. Ob nächste Woche auch das mutmaßliche Opfer vernommen werden kann, ist zurzeit noch offen. Die Frau soll in diesen Tagen Mutter geworden sein.