Restaurant-Test: The Legend of Floating Market Alles eine Nummer kleiner

Von Bettina Hartmann 

Das Thai-Lokal ist von der Theodor-Heuss-Straße ins Gerberviertel umgezogen – und setzt nun auf das Motto „Weniger ist mehr“.

Kraisunthorn Khoksi-Amnuai (links) mit Team Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Kraisunthorn Khoksi-Amnuai (links) mit Team Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - Als das Floating Market um die Jahrtausendwende an der Theodor-Heuss-Straße eröffnete, löste das eine Initialzündung aus: In der Nachbarschaft des extravaganten Thai-Restaurants siedelten sich immer mehr Szeneclubs an – die Stadtautobahn mutierte zur Lebensader der Innenstadt. Das Lokal trumpfte mit weltläufigem Ambiente auf: statt Asia-Nippes eine so schicke wie moderne Atmosphäre. Zu Loungemusik servierte freundliches Servicepersonal sehr gutes, mitunter höllenscharfes Thai-Essen und herausragende­ ­Cocktails. Nirgends saß man damals schöner als am Koikarpfenteich im Untergeschoss.

Inzwischen hat die Theo ihre besten Jahre hinter sich. Viele der einst angesagten Clubs haben geschlossen – nun auch das Floating Market. Dennoch ist das Lokal nicht ganz verschwunden, sondern im Mai umgezogen: als The Legend of Floating Market in die Gerberstraße. „Wir hatten fast 18 Jahre lang nonstop viel Arbeit und Stress“, erklärt Restaurantleiterin Kangana Michel den Schritt. Nun wolle man „alles eine Nummer kleiner und ruhiger­“ haben. Und tatsächlich, im Vergleich zum Trubel auf der Theo geht es im Gerberviertel entspannt zu – auch im Legend of Floating Market, wo nun nur noch 40 Gäste Platz finden. Die Einrichtung ist angenehm zurückhaltend, es dominieren warme Töne sowie Holz. Fast schon obligatorisch: Von der Wand grüßt das einstige Königspaar Bhumibol und Sirikit.

Auch die Cocktails sind lohnenswert

Nichts geändert hat sich am aufmerksamen Service von Kellner Kraisunthorn Khoksi-Amnuai. Die umfangreiche Karte kommt einem ebenfalls bekannt vor. „Da wollen wir in den nächsten Wochen ran“, sagt Kangana Michel. Beim Angebot soll es künftig „Weniger­ ist mehr“ heißen. Im Programm bleiben sollte jedoch der Cocktail Mai Tai (8,90 Euro) mit viel Rum und Mandellikör – unbedingt probieren. Empfehlenswert ist auch der alkoholfreie Lemon­ Punch (6,90 Euro). Für Laab Gai (7,90 Euro), einen feurigen Salat aus gehacktem Hühnchen, Kräutern und Chili, sollte man Wasser parat haben­ – zum Löschen. Die zweite Vorspeise, mit frittiertem Nudelteig umwickelte Hummerkrabben (6,90 Euro), fällt mild aus und überzeugt ebenfalls.

Auch die Hauptgerichte schmecken, hätten allerdings durchweg mehr Pfiff vertragen – Gung Pann Sai Mai (17,90 Euro), ein rotes­ Thai-Curry mit Krabben und Wasserspinat, etwa­ mehr Kräuter wie Thai-Basilikum und Kaffirblätter. Das Padd Pak Mid Bedd (16,30 Euro), also gebackene­ Ente auf Gemüsebett, ist schön kross, doch – da nur mit einem Hauch von Sojasoße serviert – eine recht trockene Angelegenheit. Prima dagegen: Alle Gerichte kann man ohne­ Geschmacksverstärker ordern­. Fazit: Das Floating Market ist vielleicht keine Legende, seinem Ruf macht es aber auch an neuem Ort keine Schande.

The Legend of Floating Market. Gerberstr. 5 a, S-Mitte, Telefon 07 11 / 2 22 02 28, täglich von 18 bis 23.30 Uhr

Die Bewertung:

Küche drei von fünf Sternen

Service vier Sterne

Ambiente drei Sterne