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Stuttgart - Die Auswahl ist riesig. Nehmen wir Hühnchen? Rind? Fisch? Lamm? Oder doch vegetarisch? Lieber zischend heiß aus dem Tandoori-Ofen oder als sämiges Curry? Puh! Wir entscheiden uns, wie so oft in indischen Restaurants, für das Hühnchen Tikka Masala (10,90 Euro) und das Kichererbsen-Curry, das immer anders heißt und immer anders schmeckt - aber fast immer gut. Die Köche des Vinayaga nennen es Ceylonesisches Kadallai Curry (9,70 Euro) - ceylonesisch bedeutet dabei eigentlich nur, dass es etwas schärfer ist als die indische Variante.
Los geht es aber mit dem klassischen Appetitmacher, der unaufgefordert auf dem Tisch landet: Papadam, ein dünner, krachend knackiger Fladen aus Linsenmehl mit Kreuzkümmel. Er kann, je nach Gusto, in vier hausgemachte Soßen getunkt werden. Mutigen sei das scharfe Mangochutney empfohlen. Da brennt die Zunge. Ein Auftakt nach Maß.
Obwohl im Lokal bereits vier Wochen nach der Eröffnung ordentlich was los ist, kommen die Vorspeisen schnell. Die Samosas, dreieckige, mit Gemüse gefüllte Teigtaschen (3,90 Euro), schmecken würzig-weich. Die Linsenküchle mit Curryblättern und Chili (Ceylonesische Dal Vadai, 3,70Euro) sind dagegen etwas zu hart und trocken geraten. Der Eisbergsalat mit Joghurtdressing gleicht das aus.
Die Bestnote bekommt das Nanbrot
Als der Kellner die geliebten Kichererbsen mit Kartoffeln und Kokosmilch aufs Stövchen stellt, spannt der Magen schon leicht. Sie sind würzig, schön sämig, angenehm scharf, mit reichlich Basmatireis. Kleine Nörgelei: etwas weniger Zwiebeln und stattdessen frische Korianderblätter - das wäre das i-Tüpfelchen gewesen. Trotzdem bleibt keine Kichererbse auf dem Teller. Auch das Chicken Tikka Masala überzeugt. Die Fleischstückchen sind weiß und zart, die Soße mit Tomaten und Paprika ist mild wie bestellt. Die Bestnote des Abends aber bekommt das Nanbrot aus dem Tandoori-Holzkohleofen (von 2,05 Euro an). Außen knusprig, innen weich, lauwarm - köstlich! Es gibt sieben Varianten, etwa mit Butter, mit Knoblauch oder gefüllt mit Käse oder pikantem Lammfleisch. Doch diese Fladen muss man unbedingt pur bestellen, die sind ein Traum.
Ob es ein Nachtisch sein darf, fragt die Bedienung - die die Chefin persönlich ist - und sich schon den ganzen Abend lächelnd und aufmerksamst um uns kümmert. Ein Dessert braucht nach so einem üppigen Essen eigentlich niemand. Wir zwingen uns, wenigstens das Kokosnusseis mit Mangopulp (3,60 Euro) zu probieren - das gut ist -, sind aber froh, als es beim Bezahlen einen Schnaps gibt. Der geht, wie das Papadam vorneweg, aufs Haus.
Der große Schwachpunkt des Restaurants ist das Flair, das fehlt nämlich. Teppichboden, gepolsterte Stühle, die lachsfarbenen Kassettenwände und der Elefantenkitsch gehen ja in Ordnung. Aber der Gast sitzt in einem großen, hellen und deshalb ungemütlichen Raum. Warum das Licht nicht einfach dimmen? Oder mehr Kerzen anzünden? Dann könnte man sich im Vinayaga rundum wohlfühlen.
Vinayaga, Ostendstraße 20, 70190 Stuttgart, Telefon 50 87 68 93, restaurant-vinayaga.de, Montag bis Freitag 11-14.30 und 17-23 Uhr, Samstag 16.30-24 Uhr, Sonntag 12-23 Uhr.
Über Tipps und Infos zum Thema Essen und Trinken in der Region freut sich die Redaktion (per E-Mail an d.eberhardt@stz.zgs.de)


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