Rettungseinsatz in Stuttgart Drama auf dem Balkon: Raucher fängt Feuer

Von Wolf-Dieter Obst 

Rauchen ist gefährlich. Nicht nur der giftige Qualm, auch die Glut kann manchmal verhängnisvoll werden. In Stuttgart gab es jetzt einen Schwerverletzten.

Eine Polizistin sichert die Reste von verbrannten Textilien in der Sickstraße. Foto: 7aktuell.de/Jens Pusch
Eine Polizistin sichert die Reste von verbrannten Textilien in der Sickstraße.Foto: 7aktuell.de/Jens Pusch

Stuttgart - Rauchen gefährdet die Gesundheit – doch nicht immer ist es das Nikotin, das eine Zigarette gefährlich macht. Die Glut der Kippe ist eine immer wieder unterschätzte Gefahr. Im Stuttgarter Osten gab es in der Nacht zum Mittwoch ein Drama, bei dem eine Person schwer, eine weitere leicht verletzt wurde. Laut Polizei war ein 56-Jähriger mit brennender Zigarette auf dem Balkon eingeschlafen.

Für die Feuerwehr gab es nicht mehr viel zu tun, als sie am Dienstag um 22.52 Uhr alarmiert wurde und in die Sickstraße ausrücken musste. „Der Brand konnte mit einem Kleinlöschgerät bekämpft werden“, sagt eine Feuerwehrsprecherin, „das war dann eher ein Fall für den Rettungsdienst.“ Die Kleidung eines 56-Jährigen hatte Feuer gefangen, er erlitt schwere Verbrennungen. Er musste in eine Klinik eingeliefert werden. Auch seine Ehefrau musste von den Sanitätern mit leichten Verletzungen behandelt werden: „Sie hatte die Flammen mit einer Decke eingedämmt und dabei selbst Verbrennungen erlitten“, sagt Polizeisprecher Thomas Doll.

Zehntausende Euro Schaden durch Glimmstängel

Immer wieder unterschätzen Raucher die Gefahren der Zigarettenglut. Anfang Januar gab es in der Esslinger Altstadt einen Wohnungsbrand, weil ein Sofa Feuer gefangen hatte. Im vergangenen Jahr hatte eine 52-jährige Frau in der Schickstraße in der Stuttgarter Innenstadt noch Glück, dass in ihrer Wohnung ein Rauchmelder anschlug. Sie war in jener Nacht Anfang April mit einer brennenden Zigarette im Schlafzimmer eingeschlafen. Sie konnte leicht verletzt nach draußen flüchten, die Feuerwehr aber musste mehrere Nachbarn über die Drehleiter retten. Die Bilanz: Sechs Leichtverletzte, 40 000 Euro Schaden. In Feuerbach brannte im Februar gar der ganze Dachstuhl ab, nachdem eine 49-Jährige mit glimmender Zigarette auf dem Sofa eingeschlafen war. Bilanz: Zwei Leichtverletzte, 100 000 Euro Schaden.

Die schlimmsten Folgen: Acht Tote in Backnang

Es kann noch schlimmer kommen: In Welzheim (Rems-Murr-Kreis) kam ein 72-Jähriger Ende Februar in seiner Wohnung ums Leben, weil er offenbar im Bett geraucht hatte. Er rief zwar noch um Hilfe, doch niemand konnte ihn mehr aus dem brennenden Zimmer retten. Die bisher schlimmsten Folgenhatte ein offenbar durch Rauchen ausgelöster Schwelbrand eines Sofas im März 2013 in Backnang (Rems-Murr-Kreis). In der Wohnung einer Großfamilie kamen eine 40-jährige Frau und sieben Kinder im Alter von sechs Monaten bis 16 Jahren ums Leben. Wer auf dem Sofa geraucht hatte, konnte nicht ermittelt werden.