Riesen-Basketballer im Stress Qualen der Qualifikation

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Bald geht’s los: Die Basketballer der MHP Riesen Ludwigsburg starten schon am nächsten Dienstag in die Saison. Dann muss das Team von John Patrick in der Champions-League-Qualifikation nach Sarajevo.

Ein Riesen-Kürbis für den Riesen-Trainer John Patrick Foto: Pressefoto Baumann
Ein Riesen-Kürbis für den Riesen-Trainer John Patrick Foto: Pressefoto Baumann

Ludwigsburg - Die Kürbis-Ausstellung in Ludwigsburg war dieses Jahr das Motiv für die offizielle Saisoneröffnung der MHP Riesen. Der Basketball-Bundesligist will zwar nicht wie die Organisatoren im Blühenden Barock einen Weltrekord aufstellen, einen Bezug stellte der Vorsitzende Alexander Reil trotzdem her: „Wir haben hier in der Ausstellung eine starke Regionalität mit internationalem Anspruch.“

Wie bei den Riesen. Denn für die beginnt die Saison schon am nächsten Dienstag im Europapokal. Nachdem die Mannschaft einen direkten Startplatz als Tabellenachter der vergangenen regulären Bundesliga-Runde verpasst hat, muss das Team von John Patrick nun dank einer Wildcard in die Qualifikation zur Champions League. Und da wartet im Idealfall ein Mammutprogramm mit sechs Spielen in 13 Tagen. Los geht es nächste Woche in Sarajevo, zwei Tage später findet am Donnerstag (20 Uhr) in der MHP-Arena das Rückspiel statt; so viel steht fest, der Rest ist ­offen. Weitere Gegner wären CS Universitatea Cluj (Rumänien) sowie Basic-Fit Brüssel (Belgien). Der Trainer John Patrick lässt keinen Zweifel an der Zielsetzung: „Wir wollen in die Gruppenphase.“

Wildcard für Champions League

In der standen die Ludwigsburger vorige Saison – und nicht nur das. Die Mannschaft verpasste in einem denkwürdigen und dramatischen Viertelfinale das Final Four auf Teneriffa nur um 0,7 Sekunden. Diese starke Vorstellung dürfte mit dazu beigetragen haben, dass der Bundesligist von der Fiba Europe nun zumindest mit einer Wildcard ausgestattet worden ist.

Wegen der Champions-League-Teilnahme musste im Übrigen auch der Saisonstart in der Bundesliga (planmäßig am 30. September gegen die Telekom Baskets Bonn) verschoben werden, so dass der Auftakt nun erst am 5. Oktober in Bremerhaven ausgetragen wird. Das erste Heimspiel steigt drei Tage später gegen die Skyliners Frankfurt. Was verdeutlicht, dass wieder eine intensive Saison auf die Mannschaft wartet, die zuletzt viermal in die Play-offs einzog. „Natürlich können wir jetzt schlecht sagen, wir wollen 16. werden“, erklärt der Vorsitzende Alexander Reil. Aber er dämpft auch allzu große Erwartungen. „Wichtig ist, dass wir unser gefürchtetes Spielsystem durchbringen, dazu brauchen wir eine Mannschaft mit Charakter.“

Den scheint sie zu besitzen, wenn man nach der Vorbereitung geht. „Die Stimmung ist gut“, sagt Kapitän David McCray, dessen Kollegen am Dienstag gleich noch einen gemeinsamen Rundgang im Schloss absolvierten, um ein Aushängeschild der Stadt besser kennenzulernen. Ein anderes sind die MHP Riesen, deren Halle zuletzt mit 90 Prozent ausgelastet war und die in der Vorsaison erneut mehr als 100 000 Besucher bei den Heimspielen begrüßen konnten.

Nur drei Spieler aus dem Vorjahr dabei

Neben McCray ist aus der Vorsaison lediglich noch das Talent Mateo Seric an Bord – sowie Johannes Thiemann. Der Center sorgt mit der Nationalmannschaft für Furore und fehlte dadurch bisher in der Vorbereitung. „Aber er war in den kurzen Länderspielpausen bei uns im Training und hält auch ständig Kontakt“, sagt Kapitän McCray – das spricht für dessen Verbundenheit zur Mannschaft. „Und die EM ist eine gute Erfahrung für ihn“, sagt Patrick, „zumal er ja nicht allzu viel spielen musste.“ Aber wenn, dann war auf ihn (wie gegen Frankreich) Verlass.

Das erhoffen sich die Verantwortlichen auch während der Saison. Und obwohl der vermeintliche Neuzugang Michael Frazier wegen Knieproblemen nicht verpflichtet wurde, sagt Patrick: „Wenn keine Verletzungen mehr passieren, ist der Kader komplett.“ Und im Zweifel können ja noch vier Spieler nachverpflichtet werden.