Risiko für Radfahrer in Stuttgart Radwege vereist: Sturzgefahr

Von ja 

Die Ratsfraktionen der Grünen in Stuttgart fordern während eines Feinstaubalarms geräumte Strecken für Radler. Doch für die Räumung der Hauptradrouten fehlt der Landeshauptstadt bisher das Geld.

Mit dem Feinstaubalarm ist auch der Schnee gekommen. Doch viele Bürger tun sich schwer damit, dem Tipp der Stadtverwaltung zu folgen und vom Auto auf das umweltfreundliche Fahrrad umzusteigen. Denn viele Radwege sind derzeit schneebedeckt oder vereist. „Für Radfahrende ist das eine große Herausforderung und enorme Sturzgefahr“, schreibt die Gemeinderatsfraktion der Grünen in einem Antrag an die Stadtverwaltung. Darin fordert sie, „dass vor allem an Tagen mit Feinstaubalarm auch die Teile der Radhauptrouten, die durch bauliche Maßnahmen von der Fahrbahn abgetrennt sind, so schnell wie möglich von Schnee und Eis befreit werden“.

Zur Rutschpartie für Pedaleure geworden seien etwa die Radschleuse auf der Tübinger Straße, die Möhringer Straße beim Erwin-Schöttle-Platz sowie die Burgstallstraße. „Die Rampe zum Wasen an der König-Karls-Brücke stellte sich auf ganzer Breite als Rutschbahn dar“, so die Grünen. Auch der Radweg an der Böblinger Straße, der zum Tallängsweg und somit zu einer der Hauptradrouten gehört, blieb etwa zwischen Feldbergstraße und Viadukt, wie ihn die Natur gemacht hatte: schneebedeckt.

Pech für Radler: nicht überall muss geräumt werden

Doch letzteres sei korrekt so, erklärte Annette Hasselwander, die Sprecherin des städtischen Eigenbetriebs Abfallwirtschaft. Dieser Abschnitt liege außerhalb der Bebauung und müsse daher von niemandem geräumt werden. Darauf hätten sich Stadtverwaltung und Gemeinderat verständigt. „Wenn die Stadt möchte, dass mehr gemacht wird, muss die Stadt mehr Geld bereitstellen“, sagt Hasselwander.

Möchten täte die Stadt dies schon. Dies wäre „rein rechtlich sinnvoll und der ausdrückliche Wunsch des Referats Städtebau und Umwelt“, heißt es in einer Beschlussvorlage vom Oktober 2015. Doch allein für den Winterdienst auf der Hauptradroute 1 wären 75 000 Euro nötig. Dies sei „derzeit finanziell nicht machbar“.

Auch viele Nebenstraßen bleiben schneebedeckt

Doch auch für Straßen gilt: geräumt werden müssen nur die, die im sogenannten Vorbehaltsstraßennetz liegen. Dazu zählen viele Nebenstraßen nicht. Hasselwander versichert: „Alles, was im Vorbehaltsplan ist, das machen wir auch.“ Sie räumt allerdings ein, die Regelung, wer wo räumen müsse oder nicht, sei kompliziert. So wie es aussieht, bleibt den Radlern derzeit nur die Hoffnung auf Tauwetter. Aber erst droht eine weitere Rutschpartie.

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Gegenfrage: wieviel Radfahrer sind bei solchen Witterungsverhältnissen überhaupt unterwegs, dass sich solche Maßnahmen rechtfertigen würden, von den Kosten ganz zu schweigen.

Selbst: diese Woche erlebt: Hauptverkehrsstraße mit sehr viel Verkehr. Daneben ein großer Fußweg und ein teil separater, teil gemeinsamer Radweg. Die komplette kilometerlange Strecke war der Radweg vorbildlich von Eis und Schnee geräumt. Ich war selbst erstaunt. Dann wunderte ich mich über den zähen Verkehr trotz verhältnismäßig geringem Verkehrsaufkommens. Eine Frau (keine typische Wurstpelle) musste unbedingt auf der Straße dahinradeln und den ganzen Verkehr aufhalten. Hin und wieder hupte ein Autofahrer böse. Aber die Dame konnte oder wollte wohl nicht verstehen warum.

Da hat sich die StZ aber Mühe gegeben: wohin man schaut, überall bringt sie die Fehlinformation von angeblich 100 freiwerdenden Hektar unter - Respekt. ______ Tatsächlich würden aber durch S21 (sollte es jemals so umgesetzt werden) nur 12 Hektar für die Areale A2 + A3 frei (Schlossgartenrand) und 50 Hektar für Areal B (Schlossgartenrand + Rosenstein/Abstellbahnhof) = insgesamt 62 Hektar. Dazu kommen wenige Quadratmeter auf dem Areal C (Wagenhallen), das an sich mit dem Kopfbahnhof sowieso nichts zu tun hat, außer dass dort zwei schmale Gleisstränge durchziehen. Sagen wir also 65 Hektar. ______ Nun muss man noch die Flächen, die durch S21 oberirdisch beansprucht werden, davon abziehen (nicht nutzbares Bahnhofsdach, Sängerstrasse, Neckar-Realschule, Kurt-Georg-Kiesinger Platz, Jägerstrasse,...), sowie Teile der Areale B und C1, die dann von der S-Bahn beansprucht werden. Verbleiben etwa magere 58 Hektar Flächengewinn durch S21, und nicht 100. ______ Das Areal A1 (ehemaliger, längst abgebauter Güterbahnhof) = 15 Hektar hat mit S21 sowieso nichts zu tun, es stand seit Jahrzehnten brach, bevor man das unsägliche Europaviertel darauf hochgezogen hat. ______ Dr. Martin Vieregg am 1.7.2010 in der Filderhalle Leinfelden: Es sind nicht 100 Hektar, sondern nur 20 Hektar, die durch Stuttgart 21 frei werden, da alle anderen Flächen bereits frei sind oder auch bei Erhalt des Kopfbahnhofs frei gemacht werden können. Und zwar auch kurzfristig, da keine Baulogistik für Jahre wertvolle Flächen belegt wie bei S21. ______ Die StZ sollte doch bitteschön differenzierter und korrekt informieren. Danke.

?: Was hat das alles mit dem Artikel zu tun?

Verständlich, dass kein Geld zum Räumen da ist: Man braucht es für die Tieferlegung funktionierender Bahnhöfe, und für die ganze Werbung dazu (Turmforum, Rathaus, Beiträge in Zeitungsforen).

Verhältnismäßigkeit...: wie viel Schneetage hatten wir diesen Winter, vielleicht 10. Ist es zuviel verlangt das Radfahrer im Winter auf Hauptstraßen ausweichen, wie die Böheimstr. oder auf den ÖPNV umsteigen, was auch viele Autofahrer machen die Angst um ihr heiliges Blechle haben. --------------------------------------------------------------------------------------------------------- Räumen müsste ja heißen mit Salz, denn sonst bleiben Eisblöckle zurück die schlimmer sind, wie gar nicht räumen. Ist das Grün Nebenstraßen zu salzen von den Kosten ganz zu schweigen.

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