Rosensteinquartier Stuttgart Die Geschichte der Planung

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Laut Stadtverwaltung Stuttgart können auf den Flächen des Rosensteinquartiers, die im Zuge des Bahnprojekts Stuttgart 21 frei werden, bis zu 9000 Wohnungen entstehen.

Auf dem  A-1-Areal – dem heutigen Europaviertel – sind bereits viele Neubauten entstanden. Foto: Achim Zweygarth
Auf dem A-1-Areal – dem heutigen Europaviertel – sind bereits viele Neubauten entstanden.Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Wenn von der städtebaulichen Entwicklung im Zuge des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 gesprochen wird, bezieht sich das auf eine Fläche von rund 100 Hektar. Gemeint sind die sogenannten A-, B- und C-Areale nordöstlich des Hauptbahnhofs. Im Gegensatz zum A-1-Areal, dem heutigen Europaviertel, sind die noch zu bebauenden Flächen jedoch im Besitz der Stadt.

Es gab in der Vergangenheit mehrere Anläufe für die Planung des neuen Stadtteils, der den Namen Rosensteinquartier trägt. Bereits 1997 wurde ein Stadtentwicklungskonzept für die frei werdenden ­Bahnflächen vom Stadtplanungsamt unter dem Namen „Rahmenplan Stuttgart 21“ vorgestellt. Zudem gab es in den Folgejahren ­Bürgerbeteiligungen, Diskussionsforen und Expertenrunden. Beim städtebaulichen Wettbewerb zum Rosensteinquartier im Jahr 2005 ­wurde ein Entwurf von Pesch & Partner mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Diesen bezeichnete die Stadt auf StZ-Anfrage im August 2014 noch als „Grundlage der künftigen Planung“.

Stadt kann Entwicklung steuern

Anders als bei den 15 Hektar des A1-Areals, auf denen vor kurzem das Einkaufszentrum Milaneo neben der Stadtbibliothek eröffnet wurde, sind die restlichen 85 Hektar Eigentum der Stadt. Diese hat die Grundstücke, auf denen sich beispielsweise der ehemalige Rangierbahnhof befindet, im Dezember 2001 für umgerechnet 424,2 Millionen Euro gekauft. Die Stadt hat somit die Chance die Entwicklung dieser Flächen direkt zu beeinflussen und zu steuern.

Zusammengenommen können nach Aussage der Verwaltung auf sämtlichen Grundstücken, die durch Stuttgart 21 bebaubar werden, bis zu 9000 Wohneinheiten entstehen – rund 1300 davon sind im Europaviertel geplant oder bereits gebaut. Auf dem Baufeld B, also dem Bereich des Rangierbahnhofs, schwanken die Einschätzungen je nach Dichte der Bebauung von 2300 bis 3000 neuen Wohnungen.

Grundsätzlich gilt: der Großteil dieser Flächen kann nur in diesem Maßstab entwickelt werden, wenn im Zuge des Baus des Tiefbahnhofs tatsächlich sämtliche oberirdischen Gleise abgeräumt werden. Zudem gibt es konträre Aussagen, wann die Gleisflächen für eine Bebauung schlussendlich zur Verfügung stehen. Nach Aussage von S-21-Projektsprecher Wolfgang Dietrich sollen weniger als zwei Jahre genügen, bis die Grundstücke an die Stadt übergeben werden können. Baubürgermeister Matthias Hahn (SPD) sprach hingegen von bis zu fünf Jahren nach Fertigstellung von S 21, bis auf dem Areal gebaut werden kann. Die Gleisflächen hinter dem Bahnhof sind Eigentum der Landeshauptstadt. Bei einer verspäteten Übergabe müsste die Bahn jährliche Strafzinsen bezahlen. Der Verzicht der Stadt auf diese Strafzahlungen in Höhe von 21,2 Millionen Euro pro Jahr beschränkt sich auf die Zeit von 2010 bis 2020. Vom Jahr 2021 an wird die Stadt diese Zinsen voraussichtlich einfordern.

Die frei werdenden Flächen

40 Kommentare Kommentar schreiben

S21: OB Kuhns Rosenstein-Quartier wird zum Phantom +++ Publiziert am 17. November 2014 von Petra A +++ http://www.bei-abriss-aufstand.de/2014/11/17/s21-ob-kuhns-rosenstein-quartier-wird-zum-phantom/ _____________________________________________________________________________ fluegel.tv / Themen / Stuttgart21 PK, OB Kuhns Rosenstein-Quartier wird zum Phantom +++ http://www.fluegel.tv/beitrag/category/themen/stuttgart21

Es gilt Unheil von unserer Stadt abzuwenden +++ PK...: Es gilt Unheil von unserer Stadt abzuwenden +++ PK, OB Kuhns Rosenstein-Quartier wird zum Phantom, Teil 1 von 4: Bodack, Wird Lex S21 begraben? +++ http://www.youtube.com/watch?v=Z7h66T2GZJI

völlig richtig!: Bürger wehrt Euch! Private Investoren aus der Bahnbranche wollen aus reinem Eigennutz und zu Lasten des Allgemeinwohls den Bau eines neuen Stadtviertels blockieren. Unter dem Deckmäntelchen des Gutmenschen haben sich böse Finanzhaie in die Reihen der engagierten Bürger und Bürgerinnen geschlichen um ihr eigenes Süppchen zu kochen. Laßt nicht zu, dass das Kapital obsiegt! Kämpft für mehr Lebensraum, gegen Einzelinteressen, für ein besseres Stuttgart!

im Prinzip "Ja": im Prinzip "Ja" - aber die Mär von einem Volk ohne Raum ist schon längst im Orkus der Geschichte gelandet. ____________________________________________________________________________________ im Prinzip "Ja" - aber das Allgemeinwohl wird gerade durch die rücksichtslosen da unausgereiften Pläne-21 auf´s Spiel gestellt. ____________________________________________________________________________________ im Prinzip "Ja" - aber Private Investoren aus der Immobilien- und Bankenbranche wollen aus reinem Eigennutz und zu Lasten des Allgemeinwohls die Modernisierung unseres bewährten Kopf-Knotens und den sofortigen Bau von Sozial-Wohnungen auf bereits seit Jahren vorhandenen Brachflächen "blockieren". +++ darum: >> Laßt nicht zu, daß euch das Kapital entmündigt! Kämpft für einen ab sofort zu forcierenden Wohnungsbau (nicht erst in einer ungewissen "Heils-bringenden" Zukunft), stellt beständig des Gemeinwohl über die Einzelinteressen der Profiteure-21, für ein friedliches Miteinander in einem echt Bürger-freundlichen Stuttgart-21! <<

kein Recht für Bedürftige?: sind Sie sich sicher, dass Sie für Sozialbauten inmitten der Gleiswüste kämpfen wollen? Obwohl gerade mal wieder die Problematik des Lärmschutzes ganz oben auf der Gegner-Agenda steht? Finden Sie es nicht auch selbst ein wenig zynisch, zu Ihrer eigenen Befriedigung, Menschen in Wohnungen stecken zu wollen, die umringt sind von bis zum Anschlag ausgelasteten Gleisen? Wäre Ihnen das Ihr persönliches Kämpfchen tatsächlich wert? Fragen Sie doch noch mal auf den Fildern nach, wie das mit der Lärmbelästigung für die Menschen dort ist...

Lärmmindernde Empfehlung: Ich empfehle Ihnen die beiden aktuellen StZ-Beiträge zur Lärmproblematik-21 in Untertürkheim. Ergo: der lärmende Wartungsbahnhof sollte besser wie gehabt in einem Industrie-Gebiet belassen werden. Der zukünftig Standort-21 erweist sich bei näherer Analyse als völlig ungeeignet, da er sich direkt neben einem großen Wohngebiet mit vielen Sozialwohngen befindet. Statt ohne wirkliche Not den Abstell- und Wartungs-Bahnhof in Untertürkheim "anzusiedeln", wäre am Standort Untertürkheim besser der dringend erforderliche soziale Wohnungsbau zeitnah zu forcieren - ganz im Sinne einer minimierten Lärm-Belästigung für tausende Bürger im Bereich Untertürkheim. __________________________________________________________________________________ Übrigens: "bis zum Anschlag ausgelasteten Gleisen" (Mischverkehr) sollen mit einer unvernünftig verfahrenen "Filderlösung-21" kreiert werden. Auf solcherart von rückwärts gewandten "Konstrukten-21" können die Bürger aus Stuttgart und aus Leinfelden-Echterdingen in der Tat dankend verzichten.

S-Norden oder Untertürkheim?: ahso, verstehe. Weil in Untertürkheim Sozialwohnungen an den Gleisen sind, möchten Sie lieber ein Industriegebiet im Herzen der City belassen um dann noch mehr Sozialwohnungen an die Gleise in Untertürkheim zu bauen. Eben jene Gleise die als Konsequenz dessen noch extremer genützt würden, als sie es jetzt schon sind.... Das ist natürlich eine machbare Lösung, mit der Sie allerdings für die dortigen Anwohner, in Bezug auf Lärmschutz, rein gar nichts gewinnen. Eine andere Lösung wäre z.B. alle Gleise unter die Erde zu verlegen. Das würde jedoch - wie Sie vll. schon gehört haben - einiges an Geld kosten. Ich hab´s! Wir verlegen (erstmal) nur die Gleise nach unten welche die Stuttgarter City erheblich mit Lärm belasten. So könnte sogar Platz für jede Menge Wohnungen, Park etc. im Sinne der innerstädtischen Verdichtung geschaffen werden. Tolle Sache, nicht wahr? Ach so, das geht nicht, weil sich ein paar Privat-Investoren gerne quer stellen würden, um ihren eigenen Reibach zu machen? Nun, das ist bestimmt ganz in Ihrem Sinne, oder etwa doch nicht? ________________________________ "bis zum Anschlag ausgelastet" ist übrigens bereits die jetzige Infrastruktur direkt am HBF. Das ist sicher nicht lärmschonend für alle Anwohner des Stuttgarter Nordens. Aber die zählen vermutlich für Sie ebensowenig wie die Anwohner der Gäubahn...

Man könne angeblich die Entscheidung verschieben +...: Man könne angeblich die Entscheidung verschieben +++ PK, OB Kuhns Rosenstein-Quartier wird zum Phantom, Teil 2 v. 4: v. Loeper, der Kopfbahnhof bleibt! _________________________________________________________________________________ https://www.youtube.com/watch?v=JaaJSltM-hE

Ist die Planfeststellung-21 eine Gratwanderung-21 ...: Ist die Planfeststellung-21 eine Gratwanderung-21 mit Absturzgefahr? +++ PK, OB Kuhns Rosenstein-Quartier wird zum Phantom, Teil 4 von 4: Fragen und Antworten +++ von Rolf Heidemann +++ vor 1 Stunde +++ http://vimeo.com/112094174

"Nach Ergebnissen, wie die des Filderdialogs, entpuppt sich die Bürgerbeteiligung im Rahmen der von den Grünen propagierten neuen Bürgergesellschaft als nicht mehr als reiner Bürgerbeteiligungsklamauk. Der Bürger wird zur Beteiligung gerufen, damit als seine Entscheidung ausgerufen werden kann, was andere für ihn bereits entschieden haben. Doch der Antrieb ist in diesem Fall von anderer Seite. CDU, SPD, FDP und FW drängen auf ein Podium, das geeignet ist die Erwartungshaltung die Segnungen von Stuttgart 21 lebendig zu halten, wie ein sozialistischer Propagandaapparat der die Überholung des kapitalistischen Westen fortgehend nach nur noch zwei 5-Jahresplänen prognostiziert. Fritz Kuhn wird altersbedingt nichts mehr mit der Bebauung des Rosensteinviertels zu tun haben und die Fortsetzung des Erlasses der Verzugszinsen für die erworbenen Grundstücke kann der Gemeinderat in seiner jetzigen Zusammensetzung bereits durchwinken, noch leichter, wenn Kuhn wieder ein CDU-Oberbürgermeister folgt. Damit wird der Quadratmeterpreis, den die Stadt Interessenten abfordern wird, weiter in die Höhe wachsen, denn Verschenken oder unter Preis verkaufen darf die Stadt laut Gemeindeordnung nichts. 424 Mio. € (tatsächlich zahlte die Stadt 459 Mio. €) Klingen für die 117,7 ha wie ein Schnäppchen. Da aber nur die Hälfte Baugrund sein wird und seit 2001 auf Verzugszinsen verzichtet wird, ist der Quadratmeterpreis inzwischen schon durchschnittlich bei über 1500 € angekommen. Damit ist das Thema sozialer Wohnungsbau jetzt schon erledigt. In Nähe des Bonatzbaus und dem A1 Areal wird man natürlich höhere Quadratmeterpreise erzielen können, doch auch nur, wenn auf die überirdischen Gleise des Kopfbahnhofs komplett verzichtet werden kann. Das wird sich erst in der 1-jährigen Erprobungsphase nach Fertigstellung feststellen lassen. Auf welche Investoren man danach angewiesen sein wird, ist heute noch nicht absehbar und ein Stadtviertel vom Reißbrett weg zu erstellen, funktioniert nur in Diktaturen. Vorerst wird die Planung des Rosensteinviertel nicht mehr als eine Beschäftigungstherapie für den Bürger bleiben." ___________________________________________________________________ Rainer Daeschler vor 6 (6 bis 7) Tagen

@I. Wrobel - gemeine Gemeinden?: und Ihr konstruktiver Ansatz zum Thema Wohnungsbau in Stuttgart wäre welcher? Ach, Sie haben keinen? Welch´ Überraschung. Gemeinhin nennt man Gemeinden auch gerne Gemeinwesen. Wie Sie vermutlich ahnen können, bezieht sich das auf jenen Teil, welcher die Einwohner zu etwas Gemeinsamen vereint. Und dazu zählen - oh Wunder - tatsächlich auch Besserverdiener. Auch Killesberg und Hasenbergsteige wurden irgendwann von Steuergelder erschlossen. War da etwa auch die böse Immobilienmafia am Werk? Na, wenn das mal kein Skandälchen ist! Übrigens: die zu erwartende Wertschöpfung eines neuen Stadtviertels - dazu noch, wie Sie selbst ja anprangern, eines vermögenden Stadtviertels - wird den Kostenaufwand der Stadt bei Weitem übersteigen.

Rudolf Bacher 13.11 ca 15°° : Sie meinen doch hoff...: Rudolf Bacher 13.11 ca 15°° : Sie meinen doch hoffentlich nicht am Ende solche „ Wertschöpfer „, deren Firmensitz handlich in Briefkastengröße im J.C. Juncker – Land angesiedelt ist ?

hm, wenn ich Sie richtig verstehe, ist Ihr "konstr...: hm, wenn ich Sie richtig verstehe, ist Ihr "konstruktiver" Ansatz also, dass man auf Städtebau verzichten kann, weil sowieso jeder Steuern hinterzieht? Nur so zu Ihrer Erbauung: im Jahr 2013 verbuchte die Stadt Stuttgart 1.064 Milliarden Euro an Steuereinnahmen wovon der allergrößte Teil (etwa zwei Drittel) Gewerbesteuereinnahmen waren. Wo kamen die nur her, wo doch alle bösen Unternehmer ihr Geld in´s Ausland schaffen? Mal ganz von den Abgaben der braven unterjochten Bürger abgesehen...

Wertscöpfung aus Wohnbebauung: Wo die herkommen ? Na vom ehrlichen Steuerbürger, Unternehmer wie abhängig Beschäftigter.Sofern der Unternehmer überhaupt Eigner ist-wie in meinem Falle, geht das ganz direkt.Das meiste Geld wird aber nachweislich von "Beauftragten " unbekannter Eigner hinterzogen, in deren Auftrag.Wenn Ihr Ansatz richtig wäre -signifikante Wertschöpfung -, dann müßten Sie das Rosensteinareal auch als Industrie-und Gewerbegebiet ausweisen. Was mehr oder minder auch geschehen wird.Wenn überhaupt was passiert.

Paul Peter : Wie auf dem Schachbrett: „..denn überall dort, wo Bürger ihre Wohnung frei machen, weil sie z.B. in die City ziehen möchten, kann jemand anderes einziehen, der dann wieder eine Wohnung frei macht. So funktioniert das..“ ( Paul Peter ). Und Umzüge finden in der Regel aus Sozialwohnungen direkt in das Höchstpreissegment statt.Große Rochade hieß mal ein riesiges Herbstmanöver, auf dem auch viele Personen, und viel Material bewegt wurde, nur Geld wurde damit nicht verdient.Im Rosensteinquartier wird ein riesiges Volksvermögen edelprivatisiert werden durch Subvention. Und die betroffenen Wohnungssuchenden sollen wie Spielfiguren ständig verschoben werden können,obwohl es ein Hase und Igelspiel ist. Jede Neuvermietung bringt Mietpreissteigerung,speziell wenn Gemeinde-u.Sozialwohnungen auch gleich in Heuschreckenbesitz gelangen. Oder wg.Substanzverfall abgerissen werden. Dann entpuppt sich Ihr typisches Maklerargument als das, was es ist: ein Schimäre, eine theoretisiernde Illusion.

>> Was dort entstehen könnte ... <<: ... könnte schon seit Jahren viel günstiger an einer etwas anderen Stelle der Stadt Stuttgart entstanden sein. Mithin werden durch den S21-Vorbehalt schon seit Jahren sinnvollere Baumaßnahmen an anderen Stellen blockiert. Der Standort des vorgesehenen S21-Abstell- und Wartungs-Bahnhofs in Stuttgart-Untertürkheim wäre für den dringend erforderlichen sozialen Wohnungsbau besser geeignet als das vermeintliche Filet-Stück-21 mitten im Zentrum der Stadt. _________________________________________________________ Vorschlag: den bisherigen Abstellbahnhof verkleinert und modernisiert an seinem Bahn-betrieblich vorteilhaften Standort belassen und dafür den sozialen Wohnungsbau auf den vorhandenen Brachflächen am Standort Untertürheim möglichst zeitnah (und nicht erst in 10 Jahren) forcieren.

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