Rosensteintunnel in Bad Cannstatt Fußgänger bekommen einen Steg

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Für den Bau des neuen Rosensteintunnels muss der Elefantensteg über die B 10 abgerissen werden. Doch der ebenerdige Überweg reicht nicht aus, deshalb gibt es nun eine neue Lösung.

Da der neue Fußgängersteg nicht barrierefrei ist, soll auch der Ampelüberweg an der Rosensteinbrücke erhalten bleiben. Foto: Stadtmessungsamt
Da der neue Fußgängersteg nicht barrierefrei ist, soll auch der Ampelüberweg an der Rosensteinbrücke erhalten bleiben.Foto: Stadtmessungsamt

Bad Cannstatt - Seit der Elefantensteg gesperrt ist, wird es für die Fußgänger an der Neckartalstraße eng. Sie müssen die stark befahrene Bundesstraße 10 und die Stadtbahntrasse ebenerdig mit Hilfe einer Ampel überqueren. Doch der Platz reicht nicht aus. Wenn sich zwei Schulkassen gleichzeitig auf den Weg zur Wilhelma machen, seien dort bis zu 50 Personen unterwegs, erklärte Claus-Dieter Hauck am Mittwochabend im Bezirksbeirat. Der Leiter der Abteilung Stadtbahn, Brücken und Tunnelbau beim Tiefbauamt ergänzte: „Die Aufstellflächen sind zu klein.“

200 000 Euro kostet der Steg die Stadt

Die Stadt habe zunächst versucht, die Ampelschaltung zu optimieren. Letztlich mussten die Verantwortlichen aber einsehen, dass das Problem so nicht zu lösen ist. Deshalb hat sich das Tiefbauamt jetzt für eine andere Lösung entschieden. Schräg gegenüber vom Wilhelmatheater (siehe Abbildung) soll für die Bauzeit des Rosensteintunnels ein provisorischer Fußgängersteg entstehen. Die sieben Meter hohe Brücke muss praktischerweise nicht komplett neu gebaut werden. Vor der Stadtbibliothek in der Innenstadt gibt es bereits einen Behelfssteg, der künftig nicht mehr gebraucht wird. „Teile des Stegs können weiterverwendet werden“, sagte Hauck.

Barrierefrei wird der Fußgängerüberweg allerdings nicht. „Deshalb bleibt der Ampelüberweg an der Rosensteinbrücke“, erklärte Christian Buch, der beim Tiefbauamt für das Projekt Rosensteintunnel zuständig ist. Den ebenerdigen Fußgängerübergang an der heutigen Stadtbahnhaltestelle Wilhelma wird es ebenfalls weiterhin geben. 200 000 Euro kostet der Steg die Stadt. Am Wochenende 24. bis 26. Oktober soll er voraussichtlich aufgebaut werden und zwar zeitgleich mit dem Abriss des restlichen Elefantenstegs. „Wir wollen den Verkehr nicht übermäßig beeinträchtigen, deshalb bündeln wir die Maßnahmen“, sagte Buch. Schließlich müsse die Neckartalstraße für das Vorhaben gesperrt werden.

Das Tiefbauamt nutzt die Gelegenheit, um auch noch eine Gleisquerung für die B 10 zu bauen. Eine Fahrspur muss verlegt werden, um Platz für den Bau der neuen Stadtbahnhaltestelle vor dem Haupteingang der Wilhelma zu bekommen.

Die Neckartalstraße soll zurückgebaut werden

Der Fußgängersteg über die Neckartalstraße ist aber nicht die einzige Maßnahme, mit der die Wegeführung rund um die Großbaustelle Rosensteintunnel verbessert werden soll. Auch für den Geh- und Radweg am Seilerwasen auf der anderen Seite des Neckars haben sich die Mitarbeiter des Tiefbauamtes etwas überlegt. Der intensiv genutzte Weg soll auf vier Meter verbreitert werden, sagte Buch.

Die Bezirksbeiräte begrüßten die Verbesserungsvorschläge des Tiefbauamtes. Peter Mielert (Grüne) erklärte allerdings: „Es ist bedauerlich, dass Sie nicht frühzeitig erkannt haben, dass es Probleme mit den Fußgängern und Radfahrern geben wird.“ Zudem wies er daraufhin, dass ein vier Meter breiter Geh- und Radweg immer noch ziemlich schmal sei. Der Grünen-Bezirksbeirat erinnerte daran, dass seine Fraktion einen Interimssteg über den Neckar als Ersatz für die Holzbrücke gefordert hatte. Sie ist der neuen S-21-Brücke im Weg und muss abgerissen werden. Hierzu erklärte Hauck: „Der Neckarsteg würde Millionen kosten.“ Ein solches Vorhaben müsse an anderer Stelle entschieden werden.

Einig waren sich die Bezirksbeiräte, dass sie in die Planung der neuen Freiflächen am Neckar einbezogen werden wollen. Wenn der Rosensteintunnel fertig ist, soll die Neckartalstraße auf zwei Fahrspuren zurückgebaut werden. Ein Antrag der CDU, in dem die Fraktion die Stadtverwaltung auffordert, sich mit den Anliegern, der Wilhelma und dem Neckar-Käpt’n, in Verbindung zu setzen und mögliche Nutzungen für die Flächen aufzuzeigen, wurde einstimmig verabschiedet. Wenn es nach dem Willen der Bezirksbeiräte geht, muss ein öffentlicher Zugang zum Neckar an dieser Stelle unbedingt ermöglicht werden.

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1 KommentarKommentar schreiben

erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, wacht Behörde auf!: das Projekt wird seit 1994 geplant, seitdem müssten Behörden-Wasserträger doch Zeit gehabt haben sich auf diese Situation einzustellen.... Aber nein, erst jetzt fällt es ihnen auf............. und diesen Langschläfern traut das EBA? ----------------------------------

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