Rosensteintunnel „Mehr statt weniger Verkehr in Feuerbach“

Von wos 

Die Kritiker des Baus des Rosensteintunnels werfen der Stadt vor, wichtige Daten unter Verschluss zu halten. Für Feuerbach befürchten sie einen Anstieg des Verkehrsaufkommens.

Der Rosensteintunnel soll eine unterirdische Verbindung vom Löwentor hinunter ins Neckartal schaffen. Foto: Michael Steinert
Der Rosensteintunnel soll eine unterirdische Verbindung vom Löwentor hinunter ins Neckartal schaffen.Foto: Michael Steinert

Stuttgart - Die Schutzgemeinschaft Krailenshalde aus Zuffenhausen und der Landesnaturschutzverband haben den geplanten Bau des Rosensteintunnels scharf kritisiert. Die Gegner des Projekts werfen der Stadt vor, die Bürger mit falschen und unzureichenden Zahlen über die Verkehrsbelastung zu täuschen.

„Im Stadtbezirk Feuerbach wird der Verkehr durch den Tunnel zunehmen“, sagt Joseph Michl, Sprecher der Schutzgemeinschaft. Den Bürgern in diesem Stadtbezirk verspreche die Stadt aber seit Langem eine Entlastung. „Bis jetzt wird verschwiegen, dass es nach dem Tunnelbau vor zahlreichen Wohnhäusern an der Bludenzer, der Tunnel- und der Siemensstraße noch mehr Verkehr, Lärm und Schadstoffe gibt. Die Entlastung ist eine Mär“, so Michl. „Warum sonst hält die Stadt die Verkehrszahlen seit mehr als einem Jahr unter Verschluss?“ Schließlich beruhten bei einem Verkehrsprojekt alle Prognosen auf diesen Daten. „Bis ein vollständiges Verkehrsgutachten vorliegt, muss die Planung ausgesetzt werden“, fordert Michl.Nach Ansicht der Kritiker müsste der Autoverkehr in der Borsigstraße deutlich zunehmen, wenn – wie geplant – die B 295 den Verkehr aus der Tunnelstraße aufnehmen müsse. „Doch nach dem Bau des Rosensteintunnels gibt es in der Borsigstraße weniger Verkehr“, so Michl. Das gehe aus dem Schadstoffgutachten für das Tunnelprojekt hervor. „Die durchs Industriegebiet führende Straße wird entlastet, die Wohngebiete an der Bludenzer, der Stuttgarter, der Tunnel- und der Siemensstraße hingegen werden noch stärker belastet. Das ist das Gegenteil dessen, was sich die Bürger in Feuerbach wünschen.“ Wer dagegen klage, habe gute Chancen, glaubt Michl.

Schutzgemeinschaft kritisiert Angaben der Planer

Nach Ansicht der Schutzgemeinschaft, die sich seit Jahren intensiv mit Verkehrsfragen in den nördlichen Stadtbezirken befasst, sind auch andere Angaben der Planer widersprüchlich. Auf der oberen Pragstraße erhöhe der Tunnel die Verkehrsmenge täglich um 23 000 Fahrzeuge. „Es ist aber nicht erkennbar, woher diese kommen und wohin sie fahren“, bemängelt Michl. Angeblich tauchten auf der B 10/27 in Zuffenhausen nur noch 300 zusätzliche Autos auf.Für die Schutzgemeinschaft steht auch fest, dass die Stadt mit unrealistischen Verkehrszuwächsen arbeitet. So werde stets betont, dass die Pragstraße schon heute überlastet sei. In der Verkehrsprognose für 2020 ohne den Rosensteintunnel gehe das Rathaus aber davon aus, dass dort 20 Prozent mehr Verkehr fließe. Michl: „Durch diese unrealistische Prognose wird die Belastung unter- und die Entlastung durch denn Tunnel weit überschätzt.“

  Artikel teilen
8 Kommentare Kommentar schreiben

...dann kann mann liebenswert unsere Stadt verkaufen: Ich weiß gar nicht, was alle immer mit dem Unfrieden in unserer Stadt haben. Ist eine Stadt nur liebenswert, wenn dort zu allem, was sie vorgesetzt bekommen, Ja und Amen gesagt wird, und ansonsten alle das Maul halten, und Augen und Ohren zu machen. Dann kann alles liebenswert zerstört werden, dann kann liebenswert Geld ausgegeben werden, was wir gar nicht haben, dann kann man liebenswert die Kinder verkommen lassen, dann kann mann liebenswert belügen und betrügen, dann kann man liebenswert die ganze Stadt und unsere Heimat verkaufen. Ich finde es äußerst liebenswert, dass es in unserer Stadt Menschen gibt, die aufgewacht sind, genauer hinschauen und sich nicht mehr all die 'liebenswerten' Dinge gefallen lassen - und ich finde es äußerst liebenswert, dass ich zu ihnen gehöre.

Verkehrszunahme und dergleichen: Beide Seiten haben recht: - der Verkehr wird an wahrscheinlich an den Zufahrten zum Tunnel eine Verdichtung des Verkehrs geben. Hierzu: Wenn man nicht regulierend eingreift (Tempolimit, LKW-Fahrverbot) wird diese Strecke wohl in kürzester Zeit wieder bis zum Anschlag gefüllt sein und man wird nicht viel gewonnen haben. Also: Tempolimits und Regulierung der Zufahrtsmögöichkeiten ähnlich der Filderampeln auf der B10 sind wichtig. - Der Zustand an der Rosensteinbrücke/Wilhelma ist untragbar und eine Belastung für Anwohner und Verkehr. Hier ist eine Untertunnelung eine mehr als notwendige Massnahme. ABER: auch hier gilt: nicht mehr Verkehr zulassen und Strassen wo möglich sofort zurückbauen, bzw. durch moderne Verkehrswege wie Fahrrad und Stadtbahnlinien ersetzen. Fazit: Vielleicht ist es wirklich eines Tages wieder möglich von der Wilhelma direkt zum Neckarufer zu laufen. Der Zugewinn an Lebensqualität wäre kaum zu überschätzen.

@ Rudolfo_H: Zuerst allerdings den Stresstest für den Kopfbahnhof. Nach 18 Jahren könnte man mal darüber nachdenken.

Allen 'Unken' zum Trotz: Warum soll der zweite Tunnel unter dem Rosensteinpark nicht genau so gut Futionieren wie der erste auf der Prag ? Der erste Tunnel auf der Prag hat ja schon gezeigt dass er seine Funktion erfüllt ! Weniger Stau und damit weniger Abgase bei der gleichen Menge von Autos die täglich die Prag überqueren. was aber am neuen Tunnel zu bemängeln ist dass zu Sparsem gebaut wird ! Heute haben wir die Möglichkeit durch moderne Filteranlagen umweltfreundlich die Tunnelluft zu Reinigen bevor Sie wenn man ein paar Millionen mehr ausgibt ! Dieses ist aber von der anderen Seite wieder Geldverschwendung weil ja von ausgegangen wird dass bis in 20 oder 30 Jahren Auto keine solchen Umweltverpester mehr sind wie Heute ! Aber gerade für Elektroautos ist es wicchtig dass Verkehr fliest und nicht steht und diese Funktion wird er erfüllen. Diese Hexenjagt aus Sogn. CDU Projekte muss endlich aufhören und wieder Vernunft in die Stadt einziehen eine Tugen die Stuttgart zu dem gemacht hat was es ist : ' Einer der lebenswertesten Orte der Welt'

Tunnel: Genau. Vor allem müssen die untragbaren Zustände an der Wilhelma geändert werden, wo es jeden Tag Rückstaus bis zum Löwentor und bis zur Einmündung der B14 in die B10 gibt. Wenn der Tunnel das leistet, muss er schnellstens gebaut werden. Wenn nicht, muss eine andere Lösung her.

Artikel kommentieren

Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt.