Rotwildpark in Stuttgart Einmaliger Baumbestand macht viel Arbeit

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Im Stuttgarter Rotwildpark prallen Interessen des Naturschutzes und Sicherheitsaspekte aufeinander. Von den 2500 Eichen und Buchen sind viele altersschwach, doch sie sollen erhalten werden. Die Pflege ist aufwendig – doch manchmal wird auch gefällt.

Gefällt werden im Naturschutzgebiet nur  Baumveteranen, die drohen. auf die Zufahrt zum Bärenschlössle zu stürzen. Foto: Lg/Achim Zweygarth
Gefällt werden im Naturschutzgebiet nur Baumveteranen, die drohen. auf die Zufahrt zum Bärenschlössle zu stürzen.Foto: Lg/Achim Zweygarth

Stuttgart - An schönen Wochenenden ist der Wald rund um die Bärenseen ein Besuchermagnet. Mehr als 10 000 Spaziergänger und Naherholungssuchende werden dort an sonnigen Sonntagen selbst im Winter gezählt. Eine besondere Attraktion ist der in Baden-Württemberg einmalige historische Baumbestand: Mehr als 2500 Eichen und Buchen wachsen seit 200 bis 300 Jahren in dem Wald, einige sind sogar noch älter. Sie stehen in dem 500 Hektar großen Naturschutzgebiet. Der Wald wurde vom Haus Württemberg angelegt.

An den Bäumen prallen die Interessen des Naturschutzes und Sicherheitsaspekte aufeinander. Denn morsche Stellen der Bäume bieten Lebensraum für streng geschützte Arten. Doch das Gehölz birgt auch Gefahr und muss deshalb mitunter gefällt werden. Zuletzt stürzte im Herbst 2013 bei einem Sturm ein Baum auf zwei Frauen und verletzte sie dabei schwer. Das Gehölz war 50 Jahre alt.

Unter der Rinde lauern faule Stellen

Denn auch wenn die Bäume augenscheinlich kerngesund zu sein scheinen, lauern unter der Rinde faule Stellen. Das gilt besonders für sogenannte Baumveteranen. Die Folge: starker Wind oder eine dicke, nasse Schneeschicht können schwere Äste brechen lassen. Und wenn das Wurzelwerk sich zersetzt, kann ein sonst gesunder Baum stürzen.

Der alte Bestand erfordert in Kombination mit den hohen Besucherzahlen im Wald damit besondere Pflege. Für den Förster und die Waldarbeiter ist er eine Herausforderung. „Wir schauen genau hin, ehe wir eingreifen“, sagt Hagen Dilling, der Leiter des Forstamts Stuttgart. Man habe jeden Baumveteranen nummeriert und katalogisiert. Aufgeführt sind auch die Höhe und der Umfang des Gehölzes, die Beschaffenheit des Stamms und der Rinde, ob Spechthöhlen oder andere Hohlräume zu erkennen und Fäulnis und Pilze vorhanden sind.

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