Runder Tisch in Stuttgart Arbeitskreis kümmert sich um die Partyszene

Christine Bilger und Ingmar Volkmann, 07.02.2013 09:27 Uhr

Stuttgart - Das hat es in Stuttgart seit fast sechs Jahren nicht mehr gegeben: Am Mittwoch trafen sich Gastronomen, Vertreter der Gaststättenbehörde, die Bezirksvorsteherin, die Polizei und die Stadtverwaltung am Runden Tisch im Rathaus. Sie waren sich einig, dass Vertreter dieser Runde künftig regelmäßig zusammenkommen sollen. Einmal im Monat wird ein Arbeitskreis tagen, an dem Probleme und Sorgen rund um die Ausgehviertel in der Innenstadt diskutiert werden, zum ersten Mal am 4. März.

Für die Gastronomen sprechen Betreiber von Lokalen an der Theodor-Heuss-Straße, am Hans-im-Glückbrunnen, im Bosch-Areal und von Clubs mit Schwerpunkt auf Live-Musik und DJs. Vertreter der Gaststättenbehörde, der Polizei, Streetworker, der Referent des Ordnungsbürgermeisters, ein Vertreter der kommunalen Kriminalprävention und die Bezirksvorsteherin ergänzen die Runde.

Was die Clubbetreiber denken

Ninette Sander vom Club Schocken lobte das „konstruktive Klima“ und die Dialogbereitschaft aller Beteiligten: „Wir freuen uns, dass die Polizei und der Ordnungsbürgermeister Martin Schairer so entspannt auf ihre Sicht der Dinge hingewiesen haben. Wir sind auf einem guten Weg.“ Sander sagte aber auch darauf hin, dass die Probleme, von denen die Behördenvertreter sprechen, nicht alleine von der Gastronomie ausgehen würden. Gemeint sind die Vermüllung der Innenstadt und alkoholisierte, gewaltbereite Jugendliche.

Das sieht auch Jean Theodorou (Keller Klub, Rocker 33) so: „Das Problem ist doch das Trinken an öffentlichen Plätzen. Das wird verursacht durch junge Heranwachsende ohne Kinderstube, die als Vergnügungstouristen in die Stadt kommen, Autorennen fahren, sich daneben benehmen und anschließend wieder in ihr Dorf zurückkehren, wo sie brav sind.“ Theodorou befürchtet, dass die Stadt einen Teil der Probleme auf die Gastronomen abwenden will: „Sich mit Korn aus dem Supermarkt auf die Wiese vor dem Boschareal zu setzen, ist nicht mein Verständnis von Ausgehkultur. Das Vorglühen ist aber das eigentliche Problem.“