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Rutesheim Mit Geduld den gordischen Knoten gelöst

Arnold Einholz, 23.01.2013 05:00 Uhr

Rutesheim - Die Verkehrsentlastung für Perouse rückt in greifbare Nähe, denn es ist eine frohe Botschaft, die der Heimsheimer Bürgermeister Uwe Rupp in seinem jüngsten Schreiben an die Stadtverwaltung Rutesheim verkündet. Aus einem kategorischen Nein seitens der Schleglerstadt ist inzwischen ein „Ja, aber...“ geworden, was die Rutesheimer Pläne betrifft. Auch aus Sicht Heimsheims sollte die Einmündung der Heimsheimer Straße in Perouse in die Heimsheimer Steinbruchspange zu einer Kurve mit einem Radius von 180 Metern und für eine Geschwindigkeit von 70 Stundenkilometern zügig angegangen werden, schreibt Rupp. Weil dieser Umbau auf Heimsheimer Gemarkung stattfinde, sei man gerne bereit, dies kooperativ zu unterstützen, lässt Rupp die Nachbarn wissen. Auch dass Rutesheim die Kosten für den gesamten Umbau übernehmen wolle, werde begrüßt.

Gleichzeitig setzte Rupp die Rutesheimer Verwaltung davon in Kenntnis, dass sich die notwendigen Grundstücke bis auf ein Teilareal im Besitz der Stadt Heimsheim befänden – eines gehöre einem Rutesheimer Bürger. Also könne der Grunderwerb direkt durch Rutesheim erfolgen.

Fast wie Alexander dem Großen mit dem gordischen Knoten ist es Rutesheim beim Thema Umbau der Querspange als Entlastung für Perouse gegangen. Doch Gemeinderat und Verwaltung konnten nicht, wie der Recke, ein Schwert zücken und den Knoten durchschlagen. Geduldig haben sie dicke Bretter gebohrt, die Heimsheimer von der Notwendigkeit einer solchen Lösung überzeugt und so den Knoten gelöst.

Während die gesamte Region den Ausbau der A 8, die Ansiedlung von Bosch in Malmsheim und die Erweiterung von Porsche in Weissach begrüßt, ist man im Waldenserort der Meinung, dass der zusätzliche Verkehr den Ort erheblich belasten wird. Deshalb sollen möglichst viele Autos um dem Ort herumgeführt werden. Zu dem Bündel an Maßnahmen gehört auch, die Heimsheimer Straße in Perouse zurückzubauen und dafür die Steinbruchspange im Westen zur Umgehung aufzuwerten. Das geht aber nicht ohne die Nachbarstadt Heimsheim. Doch die hat klare Vorstellungen: Erst wenn die Steinbruchspange umgebaut und an der Straße nach Flacht ein Kreisverkehr angelegt ist, werde man den Weg für eine Verkehrsentlastung in Perouse freimachen. Dann kann die Heimsheimer Straße als Gemeindestraße herabgestuft und verkehrsberuhigt werden.

„Auch wenn das Schreiben keine Zustimmung zur geplanten Umstufung der beiden Straßen ist, so können damit nun zwei notwendige und wichtige Baumaßnahmen zügig angegangen und hoffentlich baldmöglich realisiert werden“, sagt der Rutesheimer Erste Beigeordnete Martin Killinger. Denn zusätzlich zur Umgestaltung der Querspange will Rutesheim auch einen weiteren Umbau angehen: Der Knoten der Perouser Umgehung mit der Straße von Flacht nach Perouse soll zum Kreisverkehr werden. Weil das Land dafür aber kein Geld hat, will die Stadt das vorfinanzieren.

All das ist notwendig, weil mit der Ansiedlung von Bosch für den heutigen Kreisverkehr in Perouse (siehe Grafik) eine Überbelastung prognostiziert wird. Hat der die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit erreicht, soll er durch einen neuen Kreisverkehr weiter östlich des Ortes ersetzt werden. Deshalb baut Rutesheim im Wortsinn bereits vor: Wird der Kreisverkehr an der Flachter Straße errichtet, will die Stadt hier einen vierten Ast als Verbindung zu dem späteren neuen Kreisverkehr einbauen und selbst finanzieren.