S-21-Dialogforum
Ein Profi übernimmt die Leitung
Reiner Ruf,
01.02.2011 19:31 Uhr
Johann-Dietrich Wörner will politisch unabhängig in die Gespräche gehen. Foto: DLR
Stuttgart - Die Landesregierung richtet für die Umsetzung von Stuttgart 21 ein Dialogforum ein. Dessen Leitung übernimmt der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner. Der Bauingenieur und Professor verfügt über einschlägige Erfahrung. Er koordinierte in den Jahren 2000 bis 2008 das Regionale Dialogforum zur Erweiterung des Frankfurter Großflughafens.
Laut Ministerpräsident Stefan Mappus geht es darum, den mit der Schlichtung unter Heiner Geißler "aufgenommenen Gesprächsfaden mit den Kritikern des Bahnprojekts nicht abreißen zu lassen". In dem neuen Dialogforum sollen alle an der Umsetzung des Bahnprojekts interessierten Gruppen eingebunden werden. Wörner sagte gestern, es gehe jetzt nicht mehr darum, ob der Bahnhof gebaut werde oder nicht. Seine Aufgabe sieht er vielmehr darin, "denjenigen, die links und rechts des Weges stehen, das Gefühl und das Vertrauen zu geben, dass das Projekt auch funktioniert".
Ob der 56-jährige Wörner bereits voll erkannt hat, worauf er sich einlässt, steht noch dahin. Werner Wölfle, der Grünen-Fraktionschef im Gemeinderat, stellte das neue Gremium bereits infrage. "So sieht nicht die Suche nach einem Kompromiss aus, deshalb kann auf dieser Grundlage kein Dialogforum funktionieren", ließ er gestern verbreiten. Da seien auch die Erfahrungen Wörners in Frankfurt wenig hilfreich. "In Stuttgart ist erst gar keine Idee zu einem Kompromiss hinterlegt, Stuttgart 21 soll gebaut werden", monierte Wölfle. Die Landesregierung bestimme die Spielregeln, indem sie das Ergebnis vorwegnehme. "Wo liegt da das Dialogangebot?"
Wörner äußerte sich gestern dennoch zuversichtlich. Er habe die Erfahrung gemacht, "dass auch Menschen, die eine klare Meinung haben, das Gespräch suchen". Auf die Frage nach seinen Plänen reagierte er zurückhaltend. Er will sich zunächst einmal in der Stadt umhören und vor allem mit den verschiedenen Gruppen des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21 und natürlich auch mit den Projektträgern reden. In einem zweiten Schritt sollen dann verschiedene Arbeits- und Expertengruppen zusammentreten. Von einer Mediation oder Vermittlung im klassischen Sinne will er aber nicht reden. Dazu sei Stuttgart 21 schon zu weit fortgeschritten. Als zu verhandelnde Themen nannte Wörner die Bäume im Schlosspark sowie generell die Baubegleitung. Auch soll der Stresstest, der die Leistungsfähigkeit des geplanten Bahnknotens Stuttgart überprüft, im Dialogforum bewertet werden.
Wörner bezeichnete sich als parteipolitisch nicht gebunden. Auch nehme er keine Bezahlung für seine Dienste in der Landeshauptstadt. Sein persönliche Meinung zu Stuttgart 21 wollte er nicht verraten, um seine Unabhängigkeit in den kommenden Gesprächen zu wahren. Nach den Plänen der Landesregierung kann noch im März, also vor der Landtagswahl, eine "erste große Gesprächsrunde der Dialogpartner" in Gang kommen.
Das Regionale Dialogforum in Frankfurt war im Jahr 2000 aus dem Mediationsverfahren zum Bau der vierten Start-und-Lande-Bahn hervorgegangen. Die Mediation war im Jahr 1998 vom damaligen hessischen Ministerpräsidenten Hans Eichel (SPD) initiiert worden, der eine Wiederholung von bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen wie bei der Startbahn West vermeiden wollte. Dieses Vermittlungsverfahren endete im Jahr 2000 mit einem Handlungspaket, das unter anderem ein Nachtflugverbot von 23 Uhr bis fünf Uhr sowie einen Antilärmpakt vorsah. Daran knüpfte das Regionale Dialogforum an, das die Ausbauarbeiten am Flughafen begleiten sollte.
Regierungschef Mappus hatte nach dem Abschluss der Schlichtung Heiner Geißlers ein sogenanntes Siebenpunkteprogramm vorgestellt, das bei Großprojekten künftig mehr Transparenz schaffen und die Bürgerbeteiligung stärken soll. Umweltministerin Tanja Gönner kündigte für Ende Februar eine Expertenanhörung zu dem Thema an.
Laut Ministerpräsident Stefan Mappus geht es darum, den mit der Schlichtung unter Heiner Geißler "aufgenommenen Gesprächsfaden mit den Kritikern des Bahnprojekts nicht abreißen zu lassen". In dem neuen Dialogforum sollen alle an der Umsetzung des Bahnprojekts interessierten Gruppen eingebunden werden. Wörner sagte gestern, es gehe jetzt nicht mehr darum, ob der Bahnhof gebaut werde oder nicht. Seine Aufgabe sieht er vielmehr darin, "denjenigen, die links und rechts des Weges stehen, das Gefühl und das Vertrauen zu geben, dass das Projekt auch funktioniert".
Wölfle sieht kein Dialogangebot
Ob der 56-jährige Wörner bereits voll erkannt hat, worauf er sich einlässt, steht noch dahin. Werner Wölfle, der Grünen-Fraktionschef im Gemeinderat, stellte das neue Gremium bereits infrage. "So sieht nicht die Suche nach einem Kompromiss aus, deshalb kann auf dieser Grundlage kein Dialogforum funktionieren", ließ er gestern verbreiten. Da seien auch die Erfahrungen Wörners in Frankfurt wenig hilfreich. "In Stuttgart ist erst gar keine Idee zu einem Kompromiss hinterlegt, Stuttgart 21 soll gebaut werden", monierte Wölfle. Die Landesregierung bestimme die Spielregeln, indem sie das Ergebnis vorwegnehme. "Wo liegt da das Dialogangebot?"
Wörner äußerte sich gestern dennoch zuversichtlich. Er habe die Erfahrung gemacht, "dass auch Menschen, die eine klare Meinung haben, das Gespräch suchen". Auf die Frage nach seinen Plänen reagierte er zurückhaltend. Er will sich zunächst einmal in der Stadt umhören und vor allem mit den verschiedenen Gruppen des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21 und natürlich auch mit den Projektträgern reden. In einem zweiten Schritt sollen dann verschiedene Arbeits- und Expertengruppen zusammentreten. Von einer Mediation oder Vermittlung im klassischen Sinne will er aber nicht reden. Dazu sei Stuttgart 21 schon zu weit fortgeschritten. Als zu verhandelnde Themen nannte Wörner die Bäume im Schlosspark sowie generell die Baubegleitung. Auch soll der Stresstest, der die Leistungsfähigkeit des geplanten Bahnknotens Stuttgart überprüft, im Dialogforum bewertet werden.
Wörner bezeichnete sich als parteipolitisch nicht gebunden. Auch nehme er keine Bezahlung für seine Dienste in der Landeshauptstadt. Sein persönliche Meinung zu Stuttgart 21 wollte er nicht verraten, um seine Unabhängigkeit in den kommenden Gesprächen zu wahren. Nach den Plänen der Landesregierung kann noch im März, also vor der Landtagswahl, eine "erste große Gesprächsrunde der Dialogpartner" in Gang kommen.
Dialogforum nach Frankfurter Vorbild
Das Regionale Dialogforum in Frankfurt war im Jahr 2000 aus dem Mediationsverfahren zum Bau der vierten Start-und-Lande-Bahn hervorgegangen. Die Mediation war im Jahr 1998 vom damaligen hessischen Ministerpräsidenten Hans Eichel (SPD) initiiert worden, der eine Wiederholung von bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen wie bei der Startbahn West vermeiden wollte. Dieses Vermittlungsverfahren endete im Jahr 2000 mit einem Handlungspaket, das unter anderem ein Nachtflugverbot von 23 Uhr bis fünf Uhr sowie einen Antilärmpakt vorsah. Daran knüpfte das Regionale Dialogforum an, das die Ausbauarbeiten am Flughafen begleiten sollte.
Regierungschef Mappus hatte nach dem Abschluss der Schlichtung Heiner Geißlers ein sogenanntes Siebenpunkteprogramm vorgestellt, das bei Großprojekten künftig mehr Transparenz schaffen und die Bürgerbeteiligung stärken soll. Umweltministerin Tanja Gönner kündigte für Ende Februar eine Expertenanhörung zu dem Thema an.
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Fachleute für S21.2
es war also nur ein weiterer Kommunikationsfehler bei http://direktzu.de/stuttgart21/messages/30186#id_answer_31041 So wie DM und Euro, u.ä. Aber das soll ja beim bestgeplanten Projekt der Bahn ab und zu vorkommen. Ich hoffe nur, dass das nicht bei irgendwelchen Berechnungen passiert. Da könnte es dann doch gravierendere Folgen haben
Fachleute für S21
Eine sehr interessante Antwort, nur leider nicht auf die Frage http://direktzu.de/stuttgart21/messages/30186#id_answer_31041 ich hoffe, dass das ein Missverständnis ist, weil sonst wäre es wirklich Zeit für Profis, wobei ich gedachte habe, die Leute die da schreiben werden dafür bezahlt, dass sie Fragen beantworten
Volker S.
"Eine Langsamfahrstelle (im Eisenbahner-Jargon auch einfach „La“) ist ein Gleisabschnitt einer Bahnstrecke, der nicht mit der für diesen Streckenabschnitt zulässigen Höchstgeschwindigkeit befahren werden darf." aus Wikipedia. Und mir geht es im besonderen um "Vorübergehende Langsamfahrstellen werden eingerichtet, wenn der Zustand der Strecke oder eines Bauwerkes eine Herabsetzung der Geschwindigkeit notwendig macht" (Wikipedia). Das Problem der vorübergehenden Langsamfahrstellen ist, das sie durch Instandhaltungsmängel entstehen und normalerweise relativ kurz sind, d.h. Zug abbremen und nach ein paar hundert Meter wieder beschleunigen. Teilweise werden sie nicht repariert sondern einfach in den nächsten Fahrplan eingearbeitet. Langsamfahrstellen, wie Sie zum Beispiel die Geislinger Steige bezeichnen sind durch den Streckenbau (ja ich weiß, teilweise vor 150 Jahren und mehr) oder das Gelände (Geislinger Steige) vorgegeben und bedürfen einer Neutrassierung des entsprechenden Streckenabschnitts mit allen Auflagen, Genehmigungen und Kosten. Demgegenüber benötigen die oben angeführten Langsamfahrstellen lediglich eine Reperatur des entsprechenden Abschnitts. Wirtschaftlichkeit: Ich verstehe was sie damit aussagen wollen, dass der Bund auch eine Pflicht gegenüber der Allgemeinheit hat auch dort tätig zu werden, wo es sich nicht lohnt. Das gilt sicher für Dinge, wo es keine Alternative gibt. Das Problem bei S21 und der NBS ist, das es aber diese kostengünstigere Alternative gibt, auch wenn sie sich zuerst einmal darauf beschränken würde, das vorhanden in einen ordentlichen Zustand zu versetzen. Nach Aussagen von Herrn Hopfensitz (einem Praktiker, der aus Erfahrung weiß was der Kopfbahnhof kann - also keine Theorie) würde der Kopfbahnhof die nötigen Leistungen erbringen können. Allerdings benötigt man damm weiterhin 54 min von Stuttgart nach Ulm und in Stuttgart und im Schlossgarten bliebe (vorerst) alles wie es ist. Für Sie sicher nicht der Traum aber meiner Meinung nach wirtschaftlich.