S-Bahn Krisengipfel in Stuttgart Pannenzüge sollen im Winter wieder fahren

Von  

Die S-Bahn in der Region Stuttgart steht vor einem Neustart: Die im Sommer aus dem Verkehr gezogenen neuen S-Bahn-Züge sollen im Dezember wieder eingesetzt werden. Zudem verspricht die Bahn, in die marode Infrastruktur in der Region zu investieren.

Die Bahn will an den Haltestellen Hauptbahnhof und Stadtmitte mehr Personal und moderne Technik einsetzen, damit dort die Ein- und Aussteigevorgänge schneller ablaufen. Foto:  
Die Bahn will an den Haltestellen Hauptbahnhof und Stadtmitte mehr Personal und moderne Technik einsetzen, damit dort die Ein- und Aussteigevorgänge schneller ablaufen.Foto:  

Stuttgart - Die S-Bahn in der Region Stuttgart steht vor einem Neustart: Die im Sommer aus dem Verkehr gezogenen neuen S-Bahn-Züge vom Typ ET 430 sollen zum Winterfahrplan im Dezember nach und nach wieder eingesetzt werden. Das kündigten Michael Clausecker, der Vorsitzende der Bombardier Transportation GmbH, und Hans-Albrecht Krause, der Sprecher der S-Bahn Stuttgart, am Mittwoch auf einer Sondersitzung des regionalen Verkehrsausschusses an. Allerdings werden die neuen Züge zunächst mit deaktivierten Schiebetritten fahren. Dieses störanfällige System hatte zahlreiche Ausfälle verursacht, woraufhin der Einsatz der Züge Ende Juni gestoppt wurde.

„Wir gehen davon aus, dass wir bis Ende November die Zulassung erhalten“, sagte Clausecker. Danach würden die neuen Züge von Mitte Dezember an sukzessive wieder fahren. „Wir werden sie sehr vorsichtig einsetzen“, sagte Krause. Wann die Schiebetritte aktiviert werden, blieb offen. „Das können wir erst nach weiteren Erprobungen einschätzen“, sagte Clausecker. Bisher sind erst 13 der 87 bestellten ET 430 geliefert worden, die übrigen könnten bis Sommer 2014 nach Stuttgart kommen.

Mehr Personal und moderne Technik

Zudem will die Bahn an den Haltestellen Hauptbahnhof und Stadtmitte mehr Personal und moderne Technik einsetzen, damit dort die Ein- und Aussteigevorgänge schneller ablaufen. Dafür wende die Bahn fast 500 000 Euro pro Jahr auf, sagte Krause. Allerdings stehe die komplette Technik erst im Frühjahr 2014 zur Verfügung. Die Verzögerungen dort führen immer wieder zu Verspätungen, da auf der Stammstrecke im Tunnel die Kapazität auf eine Fahrt alle zweieinhalb Minuten begrenzt ist.

Angekündigt wurde auch, dass die Bahn mehr Geld für die Infrastruktur ausgeben werde. In diesem Jahr sei der Kostenrahmen für das regionale S-Bahn-Netz um sechs Millionen auf 41 Millionen Euro erhöht worden, sagte Lars Grübnau von der DB Netz. Allerdings gebe es in der Leit- und Sicherungstechnik großen Nachholbedarf. Daher werde man in die Stromversorgung im Hauptbahnhof, in Weichen und Stellwerke investieren. Grübnau widersprach dem Vorwurf der Regionalräte, dass die Bahn bei der Infrastruktur spare. Fahrgeldrückerstattungen für von Verspätungen betroffene Passagiere lehnte die Bahn aber ab.

Allerdings kündigte die Region an, dass sie den Einsatz zusätzlicher S-Bahnzüge nicht bezahlen werde, bis die gewohnte Betriebsqualität erreicht sei. Die CDU forderte zudem wegen der Probleme mit der Zuverlässigkeit und dem Einsatz des ET 430 Zahlungen an die DB Regio zu kürzen. Vertreter aller Fraktionen hatten ihren Unmut über die Unpünktlichkeit bei der S-Bahn ausgedrückt. Auch der Regionalpräsident Thomas Bopp sprach von einem „verheerenden Zustand“, vor allem im Monat Juni. Der Verband Region Stuttgart bestellt und bezahlt den S-Bahn-Verkehr bei der DB Regio, der Vertrag läuft bis zum Jahr 2028. – Bericht und Kommentar