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Panorama
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Sängerin Nana Mouskouri "Ich bin sehr traurig"

Gerd Höhler, vom 13.03.2010 17:31 Uhr
Nana Mouskouri ruft ihre Landsleute in diesen schwierigen Zeiten zu mehr Gemeinsinn auf. Foto: dpa
Nana Mouskouri ruft ihre Landsleute in diesen schwierigen Zeiten zu mehr Gemeinsinn auf. Foto: dpa
Athen/Hamburg - Nana Mouskouri spricht über die Schuldenkrise in ihrer Heimat. Die griechische Sängerin und ehemalige Europaabgeordnete ist enttäuscht von der Politik.

Frau Mouskouri, Sie steigen gleich in das Flugzeug von Athen nach Hamburg. Mit welchen Gefühlen reisen Sie aus Griechenland ab?


Ich bin sehr traurig. Ich habe turbulente Wochen in meiner Heimat erlebt. Ich wusste, dass Griechenland unter der Oberfläche viele Probleme hat. Aber jetzt bricht das alles plötzlich sehr abrupt auf.

Kam das wirklich unerwartet?


Natürlich nicht. Wir alle ahnten, dass sich da etwas anbahnt. Was wir jetzt erleben, ist das Ergebnis von Fehlentwicklungen vieler Jahre: die Regierungen, die sich abwechseln, aber nicht wirklich erneuern, die Skandale, die gedeckt werden, weil alle in sie verwickelt sind... Ich bin vollkommen enttäuscht von der Politik.

Haben die Griechen zu lange über ihre Verhältnisse gelebt?


Das stimmt. Es gab Zeiten, da haben sie hart gearbeitet. Aber heute glaubt jeder, er habe Ansprüche. Alle melden Forderungen an, aber keiner will Verpflichtungen und Verantwortung übernehmen. Immer ist der andere schuld. Leider ist das die vorherrschende Mentalität. Nehmen Sie das 14. Monatsgehalt, dessen Kürzung jetzt auf so viel Protest stößt: Dieses 14. Monatsgehalt hätte es nie geben dürfen! Wieso glauben wir uns etwas leisten zu können, was es in keinem anderen Land Europas gibt?

Kann diese Krise vielleicht wie ein heilsamer Schock wirken?


Das hoffe ich, und das sollte so sein. Aber ich fürchte, die Reaktionen der Menschen sagen etwas anderes: die Streiks, die Proteste - die Leute revoltieren. Und das ist kein Wunder, denn die Sparmaßnahmen treffen ja auch die kleinen Leute. Die müsste die Regierung stärker schützen.

Was wäre denn eine gerechte Lösung?


Das weiß ich auch nicht. Vielleicht sollten aber in dieser Krise alle Politiker auf die Hälfte ihrer Bezüge und auf ihre Dienstwagen verzichten.

Sie sind mit einer sehr persönlichen Geste vorangegangen: Sie spenden dem Staat Ihre Pension, die Ihnen als ehemalige Abgeordnete des Europäischen Parlaments zusteht. Aber das wird das Schuldenproblem Griechenlands wohl nicht lösen ...


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