
Da staunten die Jogger am Donnerstag nicht schlecht: Bei ihrer morgendlichen Ertüchtigungsrunde kamen ihnen beim "Römer" Saint-Rambert-Stadion Männer in roter Warnweste und mit Flinten über den Schultern entgegen. Dies berichtete uns einer der Jogger. Bei der Recherche stellte sich heraus, dass es zwölf Waidmänner waren, darunter auch Kreisjägermeister Günther Heissenberger, die in den Obstgärten Niederwild gejagt haben.
Nach drei Stunden bestand die Strecke - die Jagdausbeute - aus einem Fuchs und sieben Hasen. Üblicherweise ist das Zahlenverhältnis anders: "Wir bejagen den Hasen nicht so stark wie den Fuchs", sagt Günther Heissenberger. Neben der Schrotflinte sind bei der Fuchsjagd speziell ausgebildete Hunde unverzichtbar. "Die Füchse sind vorwiegend im Brombeergestrüpp und im Unterholz zu finden", erklärt der 58-Jährige. Davon gibt es zwischen Rommelshausen und Fellbach reichlich, denn nicht jeder Stücklesbesitzer mäht seine Wiese regelmäßig. In das dichte Gestrüpp dringen dann die Hunde ein und treiben Gevatter Reineke vor die Flinten der Jäger.
"Die Fuchspopulation ist relativ hoch", sagt Günther Heissenberger, und verweist auf die rund 1400 Füchse, die im Altkreis Waiblingen pro Jahr durchschnittlich erlegt werden. Dennoch nimmt die Zahl der Füchse nach seiner Ansicht eher zu, da natürliche Feinde fehlen und die Tollwut im Kreis kaum mehr Opfer fordert. "Der Fuchs ist ein Kulturfolger", sagt Günther Heissenberger, der 21 Jahre Erfahrung als Jäger hat. In Gartenhausgebieten und an Ortsrändern fühlt sich das auf kleine Nagetiere wie beispielsweise Mäuse spezialisierte Raubtier besonders wohl. Dort findet der "Vulpes vulpes" gelegentlich auch besonders leichte Beute, wenn es die Besucher einer Grillparty mit dem Wegräumen ihres essbaren Abfalls nicht so genau nehmen.
Derart in die Nähe des Menschen gelockt, sucht sich der genau genommen Rotfuchs heißende Pelzträger mitunter ungewöhnliche Wohnorte. Der Kernener Jäger und Gemeinderat Helmut Heissenberger, der Bruder des Kreisjägermeisters, musste in diesem Jahr einer Rommelshauser Familie zu Hilfe eilen: Unter ihrer Garage hatte ein Fuchs seinen Bau angelegt. Da innerhalb einer Gemeinde die Jagd verboten ist, verbaute der hilfreiche Jäger die Wohnhöhle mit Draht.
Im Gegensatz zu Wildschweinen, die auf der Suche nach Nahrung gelegentlich ganze Maisäcker flach legen und auch schon mal den Rasen in einem Fußballstadion umpflügen, richten Füchse jedoch kaum Schäden an. Eher selten wagen sie sich in einen Hühnerstall und selbst dann ist der Fuchs eher genügsam. Anders sieht es beim Marder aus. Das deutlich schlankere Tier schlüpft auch durch kleinste Lücken ins Gehege und kann dort in einen wahren Blutrausch geraten. "Der kann einen ganzen Hühnerstall ausräumen", sagt Günther Heissenberger.
Die sieben Hasen übrigens, die er und seine elf Kollegen vorgestern erlegt haben, sind bereits verkauft: "Wildbret ist sehr begehrt." Schließlich sind die Tiere ohne Kraftfutter herangewachsen und ihr Fleisch ist fettarm und schmackhaft. Begehrt sind auch Fuchsfelle, von denen Günther Heissenberger einige gesammelt hat. In nächster Zeit will der Schnaiter daraus eine Pelzdecke nähen lassen.


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gesund und schmackhaft
BLEI ist giftig, wer denkt er isst gesundes Fleisch irrt! Kleine Kinder, Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch sollten kein Fleisch von Wildschweinen, Rehen und Hirschen essen, die mit Bleimunition geschossen wurden, berichtet die "Apotheken Umschau" und beruft sich dabei auf das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Die Bleiaufnahme über andere Lebensmittel, etwa Meeresfrüchte, Gewürze und Innereien, sei in Deutschland bereits relativ hoch. Das giftige Schwermetall reichert sich im Organismus an und kann zu Gesundheitsschäden führen. BfR-Präsident Professor Andreas Hensel: "Ein erhöhtes Risiko besteht bei Verbrauchern, die wöchentlich Wild verzehren." Dieser Text ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. Die Inhalte weiterführender Links, auf die in dieser Pressemitteilung verwiesen wird, unterliegen dem Copyright des jeweiligen Anbieters der verlinkten Seite. Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" 12/2011 B liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben. Pressekontakt: Ruth Pirhalla Tel. 089 / 744 33 123 Fax 089 / 744 33 459 E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de www.wortundbildverlag.de www.apotheken-umschau.de
gegen die Jagd !!!
Deutschlands Jäger, insgesamt noch etwa 350.000, greifen massiv in die Ökosysteme unserer Kulturlandschaft ein. Sie verändern sie zu ihrem Nutzen und oft zum Nachteil für den Naturhaushalt. Für den Abschuss begehrte Arten wie Rehe, Hirsche und Fasane werden mit Wildfütterungen, Medikamenten oder Aussetzaktionen in unnatürlicher Weise vermehrt, wodurch insbesondere den letzten naturnahen Wäldern Fraßschäden gefördert werden. Gegen lästige Konkurrenten, von Fuchs über Marder, Dachs und Iltis bis hin zum Mauswiesel, führt man dagegen mit einer Vielzahl oft tierquälerischer Fallen und dem Gewehr einen wahren Feldzug. Anschließend dient sich die Jägerschaft in der Öffentlichkeit als Ersatz für die zuvor von eigener Hand ausgerotteten "Raubtiere" an.
Schwob
Warum müssen denn Hasen geschossen werden? Angeblich sind die doch auch nicht mehr so häufig. Was für natürliche Feinde haben denn jemals Füchse nachhaltig reguliert? Passt der Lebensraum fürs Niederwild, hat es auch mit Reineke kein Problem. Wer in unserer aufgeräumten Kulturlandschaft mit Flinte, Falle und Hund versucht Verhältnisse wie vor 50 oder 100 Jahren zurückzuholen, liegt falsch. Hunde werden dazu an lebenden Füchsen in Kunstbauen ausgebildet, Füchse vom Teckel aus dem Bau gezerrt oder mit schnell hingeworfenen Schüssen qualvoll verstümmelt. Gerade jetzt in der beginnenden Ranzzeit ist Fuchsjagd ein Unsinn: ältere erschossene Fähen räumen den Platz für MEHRERE junge, die dann unter Umständen alle Nachwuchs bekommen. Ein wildbiologisches Desaster.