Bimmelt, klingelt oder hupt eine Stadtbahn? Die Antwort ist nicht einfach, aber Fußgänger, Autofahrer und Anwohner der Freihofstraße kennen sie spätestens seit Samstag. Denn das Warnsignal einzusetzen, war die einzige Möglichkeit, die einem Stadtbahn-Fahrschüler blieb, um sich gegen 11.30 Uhr auf dem Weg zur Endhaltestelle Gehör zu verschaffen. Der Grund für sein Tun: Ein Porsche hatte seiner U15 den Weg versperrt. Vom Porschefahrer selbst keine Spur. Dieser hatte sein schwarzes Vehikel am Straßenrand geparkt und verlassen. Der herrenlose Wagen stand nicht nur unzulässigerweise auf dem Gehweg, nein, er parkte auch so, dass ein Teil der Karosse in die Freihofstraße hineinragte. Nicht sehr weit, aber doch die paar Zentimeter genug, dass Fahrlehrer- und schüler der Stadtbahn zu ein und demselben Schluss kamen: So geht"s hier nicht weiter. Was folgte, war ein schier endloser Stau in Richtung Endstation. Wer konnte, der wendete, wer wollte, der wartete, wer nicht wollte, der hupte - und wartete trotzdem. Bis dann nach zähem minutenlangem Ausharren der Fahrer des Edelflitzers im Laufschritt doch angelaufen kam um, wie Ohrenzeugen versichern, recht verdattert und mit Bedauern zu erklären, er habe schlicht nicht damit gerechnet, dass die Bahn schon fährt.
Für ihn und alle anderen sei an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich betont: Die offizielle Inbetriebnahme der Stadtbahn ist zwar erst am kommenden Samstag, geübt wird aber schon seit November. Schließlich sollen die Stadtbahnfahrer wissen, welche Besonderheiten sie auf der Strecke erwarten. Da gibt es abgesehen von blockierenden Geländewagen eine Menge anderes zu beachten, wie SSB-Sprecherin Susanne Schupp erklärt: "Die Fahrer lernen, wo sich potenzielle Gefahrenstellen befinden, wo Tempolimits und Signale sind."
Für die Kritiker der Stadtbahn war das Ereignis vom Wochenende "die Ouvertüre" dazu, was die Stammheimer Bürger ab der offiziellen Inbetriebnahme am Samstag "regelmäßig erwartet" - nämlich Staus, wie ein Anwohner unkt. Für die SSB-Sprecherin handelt es sich um eine seltene Ausnahme, die eine seltene Ausnahme bleiben werde. "Das wird sich einspielen", sagt Susanne Schupp. Die Freihofstraße sei eng, aber nicht zu eng. Streckenabschnitte, in denen sich Autos und Stadtbahnen die Fahrbahn teilen, seien zwar nicht ideal, in Stuttgart aber auch nicht selten. Es gebe sie zum Beispiel in der Böblinger Straße, am Hölderlinplatz oder an der Russischen Kirche. Wichtig sei vor allem eines: "Dass alle Verkehrsteilnehmer aufeinander Acht geben und Rücksicht nehmen", sagt Schupp. Da pflichtet ihr auch der Zuffenhäuser Revierleiter Dieter Steinmann bei: "Die beengten Verhältnisse in der Freihofstraße erfordern absolute Parkdisziplin." Anders könne es nicht funktionieren. Notorische Verkehrssünder seien an dieser Stelle gewarnt: "Wir werden die Parksituation in den kommenden Wochen verstärkt im Auge behalten und konsequent einschreiten." Anders ausgedrückt: Strafzettel, schlimmstenfalls abschleppen, die Stadtkasse klingelt. Apropos: Was die Frage nach dem Bimmelgeräusch der Bahn angeht, sagen wir"s auf gut schwäbisch: Sie schellt!

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