Schlägerei in Stuttgarter Disco Veranstalter kritisieren Polizei

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In der Disco Mash sollen am Wochenende viele Menschen in eine Schlägerei verwickelt gewesen sein. Am Samstag bietet der Veranstalter, bei dessen Event es hoch herging, dort wieder eine Party an – und setzt auf mehr Sicherheitspersonal.

Der Veranstalter der Partyreihe am  Bosch-Areal am Berliner-Platz erhebt Vorwürfe gegenüber der Polizei. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Der Veranstalter der Partyreihe am Bosch-Areal am Berliner-Platz erhebt Vorwürfe gegenüber der Polizei.Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Massenschlägerei oder kleines Gerangel? Ein Konflikt zwischen kurdisch- und türkischstämmigen Gästen oder eine Überreaktion harmlos feiernder Menschen auf ein massives Polizeiaufgebot vor dem Club? Die Darstellungen über das, was sich in der Nacht zum Sonntag bei der Party Club Istanbul in der Disco Mash zutrug, gehen weit auseinander. Nach wie vor herrscht keine Klarheit. Der Veranstalter der Partyreihe im Boschareal erhebt Vorwürfe gegen die Polizei.

Die Polizei meldete einen Großeinsatz wegen einer Massenschlägerei in dem Club. „Ein Kollege, der wegen einer anderen Sache vor Ort war, wurde von einem Sicherheitsmann an der Tür um Hilfe gebeten. Er sagte, die Tür sei von 50 Leuten regelrecht überrannt worden, eventuell Kurden oder Red Legions. Der Kollege rief Verstärkung, bevor er reinging“, berichtet der Polizeisprecher Jens Lauer. Just in diesem Moment sei ein Partygast mit blutender Wunde aus dem Club gekommen.

Türsteher soll Polizei zur Hilfe geholt haben

„Es gab keine große Gruppe oder Massenschlägerei. Die Situation ist erst eskaliert, weil die Polizei Tränengas eingesetzt hat“, sagt hingegen Orhan Dogan, der Veranstalter des Club Istanbul. Den Tränengaseinsatz bestätigte die Polizei bereits in der ersten Meldung vom Sonntag. Da war jedoch noch keine Rede davon, ob es sich um einen Konflikt zwischen Türken und Kurden gehandelt haben könnte. „Das konnte der Kollege am Sonntag auch nicht sagen, weil er nur das Einsatzprotokoll hatte. Da stand davon, dass eventuell Kurden für Ärger gesorgt haben könnten, nichts drin“, so Lauer.

Erst durch die Auswertung der Berichte konnte die Polizei am Montag melden, dass unter Umständen Kurden beteiligt waren – darauf deute die Aussage des Mannes hin, der die Polizei alarmiert habe. „Aber das ist bisher nicht belegt“, betont der Polizeisprecher. Man habe von mehr als 20 Personen die Personalien erhoben. „In dem Menschenknäuel auszumachen, wer was getan hat, ist schwierig“, so Lauer. Die Polizei bleibt dabei: Es gab massive Auseinandersetzungen. Wenn sich fünf oder sechs Leute in einem Club prügeln würden, wie es die Veranstalter darstellen, „dann kommen ein paar Streifen und klären das. Mit 50 Beamten kommen wir nicht zum Spaß.“

Veranstalter: Probleme mit Kurden gab es noch nie

Mit Kurden habe es am Samstag keine Probleme gegeben, sagt Dogan: „Bei unseren Partys spielt der Kurdenkonflikt keine Rolle. Ich bin selber halb türkischer, halb kurdischer Abstammung, und unser Publikum ist auch gemischt. Auf der Tanzfläche spielt die Politik keine Rolle“, sagt Orhan Dogan. Er sei mit seiner Agentur Elitevent der größte türkische Konzertveranstalter in Stuttgart. Am Samstag steht wieder eine Club-Istanbul-Veranstaltung im Mash an, als Aftershowparty nach einem Konzert in der Liederhalle. Männergruppen dürfen nur in Begleitung von Frauen rein, die Zahl der Sicherheitsleute sei erhöht, sagt Dogan – auch wenn er die Reihe seit acht Jahren veranstalte und „noch nie“ Probleme gehabt habe.