Schlafforschung Die Hirnströme geben Aufschluss
Christine Amrhein, 07.09.2010 20:15 Uhr
 Foto: dpa
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Betroffene sollten Schlafumgebung ändern


Zwar müssten die Ergebnisse noch durch weitere Untersuchungen untermauert werden, sagt Ingo Fietze, Leiter des interdisziplinären schlafmedizinischen Zentrums an der Charité Berlin. Allerdings werde die neue Entdeckung mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu beitragen, die Spindelrate für Diagnosen im Schlaflabor einzusetzen und daraus Verhaltensratschläge abzuleiten. "Patienten mit Schlafstörungen hätten dann einen Anhaltspunkt dafür, warum sie morgens unerholt aufwachen", sagt der Schlafmediziner. Als Konsequenz könnten die Betroffenen ihre Schlafumgebung ändern, um sich so gut wie möglich vor Lärm zu schützen. "Viele machen dies schon intuitiv und benutzen Ohrstöpsel, ziehen aufs Land oder schlafen nicht mehr mit ihrem Partner in einem Zimmer", so Fietze.

Ein weiterer Rat an lärmempfindliche Menschen lautet, regelmäßige Schlafzeiten einzuhalten und Schichtarbeit zu meiden. Denn diese erhöht die Wahrscheinlichkeit, eine Schlafstörung zu entwickeln, erheblich. "Allerdings sollten sich die Betroffenen auch nicht zu sehr vor Geräuschen abschotten", betont Fietze. "Denn dann gewöhnt man sich an diesen Zustand, und selbst das leichteste Geräusch stört."

In Zukunft könnte man möglicherweise die Spindelrate gezielt erhöhen, um lärmempfindlichen Schläfern erholsamere Nächte zu verschaffen - zum Beispiel mit Hilfe von Medikamenten, elektromagnetischer Stimulation oder Verhaltensübungen. Dies könnte vor allem für Krankenhauspatienten hilfreich sein, so Ellenbogen, denn diese bräuchten in der häufig lauten Umgebung dringend Ruhe.
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