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Schlossmanufaktur Ludwigsburg Porzellanchef kauft Fabrik in Thüringen
Miriam Hesse, 31.01.2012 16:05 Uhr
Lichte Porzellan produziert vor allem Haushaltsgeschirr, Vasen und Figuren Foto: dapd
Lichte Porzellan produziert vor allem Haushaltsgeschirr, Vasen und Figuren Foto: dapd
"So können wir auch unsere historische und hochwertige Produktlinie sowie neue Designs auf den Markt bringen"
Sven Markus von Hacht, Artdirector der Schlossmanufaktur

Ludwigsburg - Die Schlossmanufaktur übernimmt die insolvente Thüringer Firma Lichte Porzellan. Ab sofort werde die vor rund 200 Jahren gegründete Traditionsfabrik von dem Ludwigsburger Unternehmen geführt, teilte der Insolvenzverwalter und Erfurter Anwalt Jens Oehler mit: „Der Neustart ist eine gute Chance.“ Schließlich sei der neue Eigentümer der erste Interessent gewesen, der ein überzeugendes Konzept vorgelegt habe. Er habe zugesichert, vorrangig Mitarbeiter von Lichte Porzellan einzustellen; er setze auf ihr handwerkliches Können und wolle die bisherige Produktlinie weiterentwickeln. Derzeit arbeiten dort noch elf Beschäftigte. Für welchen Betrag der Betrieb den Besitzer wechselte, wird nicht veröffentlicht. Der Geschäftsführer der Schlossmanufaktur, Maxim Gennel, war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Lichte Porzellan hatte vor gut zwei Jahren Insolvenz angemeldet. Das frühere Zierporzellanwerk stellt vor allem feine Porzellane wie Haushaltsgeschirr, Vasen sowie Figuren her. Nun soll dort auch das Ludwigsburger Porzellan produziert werden. Erste Muster hätten ihn bereits überzeugt, erklärte Sven Markus von Hacht, der Artdirector der Schlossmanufaktur: „So können wir auch unsere historische und hochwertige Produktlinie sowie neue Designs auf den Markt bringen.“

Standortgarantie für Ludwigsburg abgelaufen

Dass er über den Kauf offenbar nicht informiert war, beunruhigt den Blüba-Chef Volker Kugel nicht. Er wurde von der Stadt und dem Land, welche die Lizenzrechte an der König-Karl-Marke halten, als Qualitätskontrolleur eingesetzt: „Bevor dort gebrannt wird, gucken wir uns das an.“ Gennel genieße aber sein vollstes Vertrauen.

Die für drei Jahre vereinbarte Standortgarantie für Ludwigsburg lief gestern aus. Im Jahr 2010 hatte Gennel alle Mitarbeiter im hiesigen Weißbetrieb in eine Gesellschaft ausgegliedert, die kurz darauf Insolvenz anmeldete. Der Versuch der Schlossmanufaktur, sich in der nur einen Kilometer von der Lichte Porzellan entfernten Wallendorfer Porzellanmanufaktur einzumieten, wurde im Januar kurzfristig abgeblasen, weil dem Betrieb derzeit die Zwangsversteigerung droht.

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