Schuldeneintreiber
Falsche Frau entführt
Susanne Janssen,
27.05.2010 10:00 Uhr
Stuttgart - Es klingt wie aus einem schlechten Fernsehkrimi: eine 62-jährige Frau fährt am Abend des 6. Mai nach Hause. In der Tiefgarage ihres Wohnhauses im Stuttgarter Norden lauern ihr gegen 21.15 Uhr zwei Männer auf, bedrohen sie und zwingen sie, wieder in ihren VW-Golf einzusteigen. Die 62-Jährige wird gefesselt, ihre Augen werden verbunden, und sie landet schließlich in einen einsamen Schuppen im Landkreis Calw.
Am Freitagmorgen legen die beiden Entführer die Frau gefesselt in den Kofferraum eines Wagens. In einer Pension im Raum Böblingen bringen sie ihr Opfer in ein Zimmer und geben der Frau erstmals wieder etwas zu essen. Und ebenfalls zum ersten Mal erfährt die Stuttgarterin den Grund für ihre Entführung: Die Männer glauben, sie sei eine Verwandte eines Busunternehmers aus dem Raum Stuttgart, bei dem die Männer, die ein Inkassobüro im Raum Böblingen betreiben, Schulden eintreiben wollen. Dort ist die 62-Jährige allerdings nur als Angestellte beschäftigt. Als den Tätern dämmert, dass sie die falsche Person entführt hatten, lassen sie die Frau am Abend gegen 20.30 Uhr im Raum Leonberg frei - nicht ohne ihr Bargeld, EC-Karte und Geheimzahl abzunehmen.
Die traumatisierte Frau wandte sich sofort an die Polizei, die im Umfeld des Opfers und ihres Arbeitgebers ermittelte. Auf die Spur kamen die Beamten letztlich durch die zweifelhafte Inkassotätigkeit der Männer: "Im März sind zwei der drei Tatverdächtigen für Einbrecher gehalten und kontrolliert worden", erklärt Polizeisprecherin Stephanie Reh. Dabei hätten sie angegeben, für ihre Firma im Raum Böblingen neben anderen "Sicherheitsdienstleistungen" auch als Inkassobüro tätig zu sein.
Diesen beiden Schuldeneintreibern gingen die Beamten auf den Grund - und wurden fündig. Am vergangenen Freitag nahm die Polizei einen 54-Jährigen aus dem Bereich Böblingen, einen 36-Jährigen aus der Nähe von Calw sowie einen 25-jährigen Mann fest. Nach ersten Ermittlungen war der jüngste der drei Männer an der Entführung nicht beteiligt, er wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Der 36-Jährige habe die Tat teilweise gestanden, so die Polizeisprecherin. Von ihm wussten die Beamten auch, dass die Frau in einem Schuppen in der Nähe von Calw die Nacht an einen Stuhl gefesselt verbracht hatte. Das Opfer selbst hatte durch die verbundenen Augen überhaupt nicht verfolgen können, wohin die Reise gegangen war.
Noch unklar ist aber, wer das Inkassobüro mit dem Eintreiben der Schulden beauftragt hat. Dies sei an sich noch nicht illegal, so Stephanie Reh. Privatschuldner würden häufiger Inkassobüros beauftragen. Die Methoden der Festgenommenen seien allerdings höchst kriminell. "Normalerweise können solche Dienstleister einen Titel erwirken", sagt die Polizeisprecherin. Die Beamten würden nun weiter ermitteln, wer die beiden Festgenommenen auf denBusunternehmer angesetzt hat. Der 54Jahre alte Mann, der ebenfalls in Haft sitzt, schweigt bislang zu den Vorwürfen.
Am Freitagmorgen legen die beiden Entführer die Frau gefesselt in den Kofferraum eines Wagens. In einer Pension im Raum Böblingen bringen sie ihr Opfer in ein Zimmer und geben der Frau erstmals wieder etwas zu essen. Und ebenfalls zum ersten Mal erfährt die Stuttgarterin den Grund für ihre Entführung: Die Männer glauben, sie sei eine Verwandte eines Busunternehmers aus dem Raum Stuttgart, bei dem die Männer, die ein Inkassobüro im Raum Böblingen betreiben, Schulden eintreiben wollen. Dort ist die 62-Jährige allerdings nur als Angestellte beschäftigt. Als den Tätern dämmert, dass sie die falsche Person entführt hatten, lassen sie die Frau am Abend gegen 20.30 Uhr im Raum Leonberg frei - nicht ohne ihr Bargeld, EC-Karte und Geheimzahl abzunehmen.
Unklar, wer das Inkassobüro beauftragt hat
Die traumatisierte Frau wandte sich sofort an die Polizei, die im Umfeld des Opfers und ihres Arbeitgebers ermittelte. Auf die Spur kamen die Beamten letztlich durch die zweifelhafte Inkassotätigkeit der Männer: "Im März sind zwei der drei Tatverdächtigen für Einbrecher gehalten und kontrolliert worden", erklärt Polizeisprecherin Stephanie Reh. Dabei hätten sie angegeben, für ihre Firma im Raum Böblingen neben anderen "Sicherheitsdienstleistungen" auch als Inkassobüro tätig zu sein.
Diesen beiden Schuldeneintreibern gingen die Beamten auf den Grund - und wurden fündig. Am vergangenen Freitag nahm die Polizei einen 54-Jährigen aus dem Bereich Böblingen, einen 36-Jährigen aus der Nähe von Calw sowie einen 25-jährigen Mann fest. Nach ersten Ermittlungen war der jüngste der drei Männer an der Entführung nicht beteiligt, er wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Der 36-Jährige habe die Tat teilweise gestanden, so die Polizeisprecherin. Von ihm wussten die Beamten auch, dass die Frau in einem Schuppen in der Nähe von Calw die Nacht an einen Stuhl gefesselt verbracht hatte. Das Opfer selbst hatte durch die verbundenen Augen überhaupt nicht verfolgen können, wohin die Reise gegangen war.
Noch unklar ist aber, wer das Inkassobüro mit dem Eintreiben der Schulden beauftragt hat. Dies sei an sich noch nicht illegal, so Stephanie Reh. Privatschuldner würden häufiger Inkassobüros beauftragen. Die Methoden der Festgenommenen seien allerdings höchst kriminell. "Normalerweise können solche Dienstleister einen Titel erwirken", sagt die Polizeisprecherin. Die Beamten würden nun weiter ermitteln, wer die beiden Festgenommenen auf denBusunternehmer angesetzt hat. Der 54Jahre alte Mann, der ebenfalls in Haft sitzt, schweigt bislang zu den Vorwürfen.
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