Schuldenkrise Weltbank warnt vor Protektionismus
Klaus Dieter Oehler, 23.09.2011 09:04 Uhr
Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde. Foto: AP
Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde. Foto: AP
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Washington - Der Chef der Weltbank, Robert Zoellick, warnte zum Auftakt des Herbsttreffens der beiden internationalen Organisationen in Washington davor, dass die Lösung der Schuldenkrise in den Industrieländern dazu führen könnte, dass sich die Länder abschotten.

"Die Krise darf nicht zu einem neuen Protektionismus führen", sagte Zoellick. Die Lehre, die man aus der Krise von 2008 ziehen müsse, sei vielmehr, dass man möglichst frühzeitig auf die Probleme reagieren müsse. Je länger man warte, desto schwieriger und schmerzhafter werde es.

Noch seien die Auswirkungen der Schuldenkrise in Japan, den USA und Europa auf die Entwicklungs- und Schwellenländer eher gering, doch an den steigenden Nahrungsmittelpreisen könne man schon absehen, dass auch diese Länder früher oder später in den Sog der Krise geraten könnten. "Das wäre eine sehr kritische Entwicklung", warnte Zoellick. Dadurch könnten auch die Millenniumsziele zur Halbierung der Armut auf der Welt in Gefahr geraten.

Die Lösung der Probleme braucht Zeit

Auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, betonte zum Auftakt des Treffens, dass es nicht um die Probleme einzelner Länder oder Regionen gehe, sondern dass die Schuldenkrise jedes der 187 Mitgliedsländer des IWF betreffe. Sie sei daher froh, dass man jetzt zum ersten Mal seit der Zuspitzung der Probleme in der gesamten Gemeinschaft darüber diskutieren könne.

Der Abbau der hohen Staatsverschuldung, vor allem in Europa, habe Vorrang. Gleichzeitig müsse man aber auch die Verschuldung der privaten Haushalte - dies hauptsächlich in den USA - sowie die Belastung der Banken weltweit in den Griff bekommen. "Ich hoffe, dass von diesem Treffen ein Signal ausgeht, dass Politik und Finanzwirtschaft bereit sind, gemeinsam an der Lösung der großen Probleme zu arbeiten", sagte Lagarde.

Der IWF wolle die Pläne mit ausarbeiten und bewerten und die Fortschritte beobachten. Wichtig sei, dass auch die Finanzmärkte erkennen würden, dass man für die Lösung der Probleme Zeit brauche. Die IWF-Chefin forderte, den Blick auf die positiven Ansätze zu lenken, die sich zur Lösung abzeichneten. Lagarde: "Wir leben nicht mehr in der napoleonischen Zeit, in der ein Führer über Nacht Entscheidungen durchsetzen konnte."

Kommentare (2)
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SEP
23
Egal, 12:10 Uhr

Protektionismus

Es ist kein Zufall, dass jene Länder, welche die EU Gesetzt sofort umgesetzt haben (Griechenl., Portu.), heute vor dem Ruin stehen. Die EU Gesetzt waren und sind die systematische Vernichtung von Industrie und Witschaft des Südens, zu Gunsten der Exportnationen. Da der Norden kaum Konsumenten hat, und Frankreich, aber vor allem Deutschland, keine Kaufkraft. Steuer, " Miete, Miete, Miete". Das reduziert Deutschalnd von einem 81 Millionen Volk auf ein 30 Millionen Volk, mit der Entsprechenden Kaufkraft. Im Gegesatzt zum Süden, hier besitzt das Volk seit Jahrhunderten seinen Wohnraum. Nach Steuer können sie Konsumieren. Der Norden sieht im Süden nur Bevölkerungsanzahl = Kaufkraft = Exportkonsumenten. Sie haben den Süden, ganau da, wo sie ihn haben wollten. Als rechtlosse Konsumenten. "Jetzt" kommt "Die" mit Prodektionismus. Was ist los? Sind die Naiven, wir sind alle Fraunde Träumer aufgewacht? Ich denke, zu langsam realisiert der Süden, was die EU wirklich bedeutet. Dennoch, heutzutage schicken sie keine Laien mehr nach Brüssel. Leider ist es aber zu spät. Die Einzige Option, die zur Rettung bleibt ist, der Konsummotor Süden verlässt die EU und macht diese vernichtenden Gesetze rückgängig. Z.B. Welchen Firmen hat die Umstellung auf 240 Volt Infastruktur genützt. Die USA und England leben gut "immernoch" mit 120 Volt Infastruktur. Wer hat für die benötigten AKW bezahlt? Waren die Billig und welche Firmen haben sie errichtet. Warum sieht man im Süden nur noch elektronische Produkte aus Nordeuropa. Die EU Gesetzt, das hat Methode, sind für Südeuropa eine systematische Vernichtungsmaschinerie.

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SEP
23
Frank, 10:37 Uhr

Was lernen wir aus den Aussagen?

Nicht Regierungen oder das Volk entscheiden über unsere Zukunft, sondern die Finanzmärkte. Protektionismus ist schlecht. Es ist besser für die armen Länder, wenn die Firmen anstatt für einen Niedriglohn hier für einen Hungerlohn in einem der armen Länder produzieren. Länder und private Haushalte haben Schulden, aber niemand fragt danach wo das Geld denn eigentlich hingekommen ist. Anstatt Spekulationen mit Grundnahrungsmittelen zu unterbinden und von Proviteuren des Systems das Geld über Steuer und Abgaben zurückzuholen sollen die Länder sparen, was zu Lasten derer gehen wird, die eh schon vom System aussortiert wurden. Wir haben wohl wirklich ein Problem im System und vielleicht sollten das die Politiker einmal angehen anstatt weiter auf die Proviteure zu hören und wenn nötig sogar noch die Rechnungen für misslungene Spekulationen zu übernehmen.

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