Schule in Leinfelden-Echterdingen Das IKG wird Modellschule für den Tüftler-Nachwuchs

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Das Immanuel-Kant-Gymnasium startet als eines von fünf Gymnasien landesweit zum nächsten Schuljahr einen naturwissenschaftlich-technischen Zug.

Im künftigen NWT-Unterricht wird es um mehr gehen als um die Frage, warum Nägel an einem Magneten hängen. Foto: Norbert J. Leven
Im künftigen NWT-Unterricht wird es um mehr gehen als um die Frage, warum Nägel an einem Magneten hängen.Foto: Norbert J. Leven

Leinfelden - Die Würfel sind schon im vergangenen Dezember gefallen“, sagt der Schulleiter Stephan Lehle. Da hat das Kultusministerium die Genehmigung zugestellt. Zum Beginn des nächsten Schuljahres darf das Immanuel-Kant-Gymnasium einen weiteren Bildungszug eröffnen, den sogenannten NWT-1-Zug, in dem statt der zweiten Fremdsprache von der sechsten Klasse an Naturwissenschaft und Technik zum Hauptfach wird. „Das ist etwas Neues in der Bildungslandschaft auf den Fildern“, sagt Lehle. Diese Ausrichtung ist auch landesweit noch exotisch. NWT-Züge gibt es sonst nur noch in Marbach, Sindelfingen, Tübingen und Göppingen.

Lehle ist Feuer und Flamme für den neuen Schwerpunkt. „Da würde ich selbst noch gern einmal die Schulbank drücken“, sagt er, wohl wissend, dass er das dem unterrichtenden Kollegen wohl kaum zumuten wird. Die Schule wolle und könne mit diesem Fächerverbund, der die Wissenschaften Chemie, Physik, Mathematik und Biologie vereint, talentierten Schülerinnen und Schülern aus dem Filderraum ein besonderes Lernangebot machen. „Das ist ein Fach, das Tüftlern entgegenkommt. Wir wollen die Neugier wecken“, sagt der Schulleiter. Ausdrücklich betont er, dass die Neuerung keine Reaktion auf zuletzt sinkende Zahl an Anmeldungen sei.

Auf Berufsorientierung ausgerichtet

Lehles Konrektor Armin Ruf verweist auf die bisher schon tief greifende Berufsorientierung und Kooperationen mit Unternehmen am Ort. „An der Lebenswirklichkeit orientieren“ soll sich auch der Unterricht im neuen Fächerschwerpunkt. „Naturwissenschaften finden wir überall im Leben“, sagt Ruf. Dass Kinder sich dafür begeistern lassen, erlebt Ruf nach eigener Aussage zum Beispiel im CAD-Unterricht, der auf der Kooperation mit einem Unternehmen basiert (wir berichteten).

Der bisherige naturwissenschaftliche Zug (Französisch oder Latein ab Klasse 6, NWT ab Klasse 8) bleibt ebenso erhalten wie der Sprachzug, bei dem in der achten Klasse Italienisch als dritte Sprache hinzu kommt. Nicht zu kurz kommen werde auch in Zukunft der musische Bereich.

Französisch erst ab Klasse 8

Wer sich für den neuen Naturwissenschaft-und-Technik-Zug entscheidet, wird als zweite Fremdsprache erst ab Klasse 8 Französisch lernen. Darauf werden die Kinder ein halbes Jahr vorher in einem Kurs vorbereitet. Den NWT-Unterricht übernehmen Lehrer aus dem naturwissenschaftlichen Bereich. „Darunter sind einige mit genügend Praxiserfahrung aus der freien Wirtschaft“, sagt Lehle. Eltern werden unter anderem im März beim Tag der offenen Tür beraten. Starten soll der neue Zug im September mit circa 30 Schülern.

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