Schuler darf in Göppingen bauen Hochhaus-Ellipse für 750 Ingenieure

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Die Firma Schuler darf in Göppingen ein neues Entwicklungszentrum bauen. Das hat der Gemeinderat entschieden. Es wird das höchste Haus der Stadt.

Das Schuler-Hochhaus wird mit 13 Geschossen die  Skyline prägen. Foto: Schuler AG
Das Schuler-Hochhaus wird mit 13 Geschossen die Skyline prägen.Foto: Schuler AG

Göppingen - Es dürfte selten vorkommen, dass bei Sitzungen des Göppinger Gemeinderats Kinderträume wahr werden. Mit dem Ja zum neuen Technologiezentrum der Firma Schuler hat der FDP/FW-Fraktionsvorsitzende Klaus Rollmann nun aber seinen eigenen Sohn glücklich gemacht. Bei einem Besuch von New York sei der Bub begeistert gewesen, verriet Rollmann in der jüngsten Sitzung. „Papa, wir sollten auch so eine Skyline haben“, habe der Halbwüchsige für seine Heimatstadt gefordert. Mit der nun beschlossenen Änderung des Bebauungsplans für das Schulergelände dürfte sich Göppingens Silhouette tatsächlich amerikanisieren.

Schuler will 40 Millionen Euro investieren

Für 40 Millionen Euro will der Pressenhersteller einen ellipsenförmigen Hochhauskomplex mit 13 Stockwerken neben sein historisches Verwaltungsgebäude stellen. Die Bauarbeiten sollen im nächsten Jahr beginnen. Es handele sich um ein „Ja zum Göppinger Stammsitz“, hatte der Schuler-Vorstandschef Stefan Klebert bei der Vorstellung der Pläne im Herbst erklärt. Jetzt ließ der Gemeinderat mit großer Mehrheit ein Ja zu seinem größten Arbeitgeber folgen. „Das ist beste Standortsicherung“, sagte der Oberbürgermeister Guido Till (CDU), denn überall, wo ein Unternehmen seine Forschung- und Entwicklungsabteilungen ansiedele, bleibe es auf Dauer. Zudem entstehe ein „Hochhaus von allererster Güte und Qualität“, das Göppingen gut vertragen könne.

Dem widersprach lediglich der scheidende Einzelstadtrat Joachim Hülscher. Mit einer Höhe von 53 Metern werde das neue Gebäude sogar den Sparkassenturm am Bahnhof um zehn Meter überragen, sagte der ehemalige Baubürgermeister. Der mächtige Schillerbau gegenüber von Schuler sei gerade einmal halb so hoch. Wer solche Hochhäuser plane, brauche ein Standortkonzept, sagte Hülscher.

Vorfreude auf Neubürger

In Anbetracht der Zahl von 750 bis 800 Ingenieuren, die einmal in dem Gebäude arbeiten sollen, wollte sich dieser Kritik allerdings niemand anschließen. Es handele sich um gute und hochbezahlte Arbeitskräfte, die auch Kaufkraft nach Göppingen brächten, prognostizierte der Freie-Wähler-Fraktionschef Wolfram Feifel. Der CDU-Stadtrat Klaus Fischer freute sich bereits auf zahlungskräftige Neubürger und forderte, nun auch ausreichend Wohnbauplätze zur Verfügung zu stellen. Bis zum Jahr 2017 soll nach den Plänen der Firma Schuler das neue Gebäude stehen.

Ein Großteil der Mitarbeiter, die darin arbeiten sollen, sind längst da. Rund 1300 beschäftigt das weltweit agierende Unternehmen aktuell in Göppingen. Die Investitionsentscheidung sei zwar eine gute Nachricht für die Stadt, sagte die zweite Bevollmächtigte der IG Metall Göppingen, Renate Gmoser, aber ein Beschäftigungsaufbau sei bislang „nicht unbedingt“ geplant. „Es geht im Wesentlichen darum, vorhandene Arbeitsplätze zu modernisieren.“ Das sei eine „richtige Entscheidung“. Bisher arbeiteten die Entwickler und Konstrukteure unter sehr beengten Verhältnissen.

Entlassungen zum Jubiläum

Dem Betriebsrat ist im 175. Jahr der Firmengründung von Schuler dennoch nicht zum Feiern zumute. Gleichzeitig mit der Veröffentlichung der Neubaupläne hatte die Geschäftsführung die Schließung der Gießerei in Göppingen angekündigt. 150 Mitarbeiter werden so ihre Arbeit verlieren. Die ersten haben das Unternehmen schon verlassen. Ein Sozialplan ist ausgehandelt. Eine Transfergesellschaft soll den meist angelernten Kräften bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle helfen.

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