Schuljahres-Beginn 30 Lehrerstellen sind noch offen

Von Florian Mader 

Der Lehrermangel ist nicht mehr so stark wie im vergangenen Jahr, dennoch sucht das Böblinger Schulamt immer noch Pädagogen. Merklingen hat jetzt eine Ganztagsschule, in Rutesheim hat sich eine Rektorin verabschiedet.

„Gut Lied, gut Wein, gut fröhlich sein!“– die Merklinger Grundschüler essen im Sängerheim, bis der Mensa-Neubau endlich fertig ist. Foto: factum/Weise
„Gut Lied, gut Wein, gut fröhlich sein!“– die Merklinger Grundschüler essen im Sängerheim, bis der Mensa-Neubau endlich fertig ist. Foto: factum/Weise

Kreis Böblingen - Viele Schultüten rascheln dieser Tage wieder, denn das neue Schuljahr hat begonnen. Und die Chancen stehen gut, dass die Schüler in den Klassenzimmern tatsächlich auf Lehrer treffen – jedenfalls besser, als noch im vergangenen Schuljahr. „Zufriedenstellend“ nennt Angela Huber, die Leiterin des Böblinger Schulamts, die derzeitige Versorgung mit Lehrkräften. „Den Start im vergangenen Schuljahr empfanden wir als schwieriger“, sagt sie.

220 Lehrer wurden über alle Schularten hinweg im Kreis Böblingen neu eingestellt, dazu kommen 97 neue Lehrkräfte, die nur befristete Verträge bekommen haben.

Markt an Fachkräften ist leer gefegt

Dennoch, allein im Verantwortungsbereich des Böblinger Schulamts, das alle Grund-, Haupt-, Sonder- und Realschulen verwaltet, sind immer noch 30 Stellen offen. Denn der Markt an Fachkräften ist leer gefegt, das teilt auch das Stuttgarter Regierungspräsidium mit, das für die Gymnasien und die Berufsschulen verantwortlich ist. „Einige Stellen konnten aufgrund der angespannten Bewerbersituation nicht besetzt werden“, heißt es in einer Mitteilung.

Die Not ist groß – Angela Huber behilft sich in diesem Schuljahr erstmals mit ganz neuen Maßnahmen. „Wir konnten Pensionäre gewinnen“, berichtet sie. Zwölf Lehrer im Ruhestand unterrichten daher momentan im Kreis Böblingen. Daneben hat die Leiterin des Staatlichen Schulamts Böblingen erstmals auch drei Gymnasiallehrkräfte eingestellt, die jetzt an Grundschulen unterrichten. All dies hilft über die Not hinweg, beteuert Huber, „der Unterricht konnte überall aufgenommen werden.“

Abschied und Neubeginn, wenn ein neues Schuljahr beginnt, wechseln auch viele Blumensträuße ihre Besitzer. So hat die Grundschule Warmbronn mit Monika Wenger eine neue Leiterin, Moeurn Ty leitet seit gestern die Realschule in Renningen und Stefanie Beutelspacher (Mörikeschule Leonberg) und Sascha Annette Sauter (Steinhöwel-Schule Weil der Stadt) sind neue stellvertretende Schulleiterinnen.

Tatjana Rosenau wechselt nach Baden

Abschied nehmen hieß es dagegen an der Realschule Rutesheim. Tatjana Rosenau, die bisherige Rektorin, ist auf eine neue Stelle in ihrer badischen Heimat gewechselt. Bis diese Stelle neu besetzt ist, ist Tamara Rumpelt als kommissarische Konrektorin nach Rutesheim abgeordnet. Das Schulamt hat die Schulleiterstelle in Rutesheim ausgeschrieben. „Wir hoffen, dass wir die Stelle dann noch in diesem Schuljahr besetzen können“, sagt die Schulamtsdirektorin Huber. Ebenfalls kommissarisch geleitet wird derzeit das Gymnasium Renningen. Nach dem Abschied von Siegfried Klingler konnte hier noch kein Nachfolger gefunden werden.

Einen Neubeginn feiert auch die Würmtalschule in Merklingen. Diese ist seit gestern Ganztagsschule. „Ja, ab sofort und ohne wenn und aber“, setze man das Konzept um, berichtet Schulleiter Stefan Kunze. Jetzt leiten Ehrenamtliche nachmittags Karate, Yoga- und Französisch-Kurse. „Wir sind aber ein bisschen enttäuscht, dass es sich mit dem Mensa-Neubau so lange hinzieht“, sagt Kunze. Ursprünglich wollte die Schule schon einziehen, jetzt müssen die Schüler übergangsweise im Sängerheim des Sängerbunds essen. Rektor Kunze hofft auf einen Einzugstermin in den Herbstferien. Im Sängerheim jedenfalls ist die Premiere gelungen, es gab Nudelauflauf mit Salat. „Ich fand’s gut“, sagt Kunze.