Schuljahresbeginn "Lernhäppchen helfen nur wenig"
Renate Allgöwer, 03.09.2010 07:35 Uhr
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""G8 muss so gestaltet werden, dass es nicht nur die Stärkeren zur Hochschulreife führt.""
Doro Moritz, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft



Dagegen arrangiert sich die GEW mit dem achtjährigen Gymnasium. Acht- und neunjährige Züge nebeneinander machen laut Moritz keinen Sinn. Allerdings erwartet die GEW Nachbesserungen. "G8 muss so gestaltet werden, dass es nicht nur die Stärkeren zur Hochschulreife führt." Die GEW nimmt auf ihrer Internetseite Reformvorschläge an. Moritz rechnet damit, dass auch im neuen Schuljahr so viele Schulstunden ausfallen wie bisher. Die GEW fordert, dass die Lehrerreserve für Krankheitsvertretungen von jetzt einem auf fünf Prozent aufgestockt wird. Zurzeit gibt es 1266 Deputate in der festen Reserve.

"Der Pflichtunterricht wie der Ergänzungsbereich sind im kommenden Schuljahr wie bisher gesichert", pariert Kultusministerin Schick die Vorwürfe. Wenn erkrankte Lehrer nicht durch die fest installierte Reserve vertreten werden könnten, gebe es genügend Geld, damit die Schulen Vertretungsverträge abschließen könnten. Schick verteidigte die Werkrealschule als "die richtige Antwort auf die veränderten Anforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft". Die Landesregierung arbeite außerdem intensiv an einem Gesamtkonzept zur frühkindlichen und zur Grundschulbildung. "Das ewige Lamentieren bringt uns keinen Deut weiter", konterte Schick.

SPD und Grüne unterstützen die Forderungen der GEW. Die Grünen befürchten wie die GEW erhebliche Verschlechterungen im Ergänzungsbereich und verlangen, dass dieser als feste Größe in die Stundentafeln kommt. Die SPD kritisiert, "Lösungen für die vielen Baustellen an den Schulen werden gar nicht erst gesucht". Vielmehr sehe die Kultusministerin ihre Aufgabe vor allem darin, "Reklamegags zu starten".

Hintergrund: Lehrer geben Bildungspolitik auch gute Noten


Verbesserungen
Getreu den pädagogischen Grundsätzen hat die GEW auch Lob für die Kultusministerin parat. Sie begrüßt, dass in den Grundschulen schon in diesem Schuljahr die Obergrenze für Klassen auf 28 Schüler gesenkt worden ist. Bisher waren es 31. Dass pädagogische Assistenten den Grundschullehrern zur Hand gehen können, kommt bei der GEW ebenso gut an wie die Neustrukturierung der Lehrämter. Sie lobt, dass Grundschullehrer in Zukunft acht Semester studieren können, und dass Haupt- und Realschullehrer einen gemeinsamen Studiengang bekommen.

Arbeitszeit
Die GEW regt an, die Arbeitsgruppen zur Neubewertung der Lehrerarbeitszeit wieder einzurichten. Nach zweijähriger Arbeit seien gute Erfolge bei der Neuorganisation und dem Schulklima erzielt worden. Die Ergebnisse seien jedoch in Schubladen verschwunden.
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