Schuljahresbeginn "Lernhäppchen helfen nur wenig"
Renate Allgöwer, 03.09.2010 07:35 Uhr
 Foto: dpa
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""G8 muss so gestaltet werden, dass es nicht nur die Stärkeren zur Hochschulreife führt.""
Doro Moritz, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Stuttgart - Die soziale Herkunft darf nicht mehr die Bildungschancen der Kinder bestimmen. So formuliert Doro Moritz, die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ihren zentralen Anspruch an die Bildungspolitik. Davon ist Baden-Württemberg ihrer Meinung nach noch weit entfernt. Die GEW vermisst auch bei der neuen Kultusministerin Marion Schick (CDU) ein Gesamtkonzept. Unter dem Aspekt der höheren sozialen Gerechtigkeit habe sich kaum etwas getan.

Moritz kritisiert, dass der Orientierungsplan zur Bildung in Kindergärten nicht verbindlich sei. Der Plan erfordert laut Moritz "kleinere Gruppen, mehr Zeit für das Personal und zusätzliche Qualifizierung. Dazu fehlt das Geld". Auch wenn die Landesregierung beteuere, sie wolle die frühkindliche Bildung fördern, gibt es nach Auffassung der GEW keine ernsthaften Bemühungen, die Rahmenbedingungen zu verbessern.

Zusatzangebote fallen als erste weg


Das setzt sich nach Darstellung von Moritz in der Schule fort. Gerade Kinder aus den sogenannten bildungsfernen Elternhäusern seien auf Arbeitsgemeinschaften mit Angeboten wie Theater, Chor oder Orchester angewiesen. In diesem Ergänzungsbereich bekämen ausgerechnet die Grund- und Hauptschulen nur halb so viele Stunden wie die Gymnasien. Am wenigsten gibt es allerdings an Realschulen. Auch würden Arbeitsgemeinschaften als Erstes gestrichen, wenn Pflichtstunden vertreten werden müssten.

Die GEW erwartet, dass die Bildungspolitik zu einem zentralen Thema in dem bevorstehenden Landtagswahlkampf wird - und sie wird das Ihre dazu tun, dass es so kommt. Die neue Werkrealschule, die im neuen Schuljahr in Betrieb geht, lehnt die Bildungsgewerkschaft ab. "Sie ist keine Antwort auf die Frage, wie in den nächsten zehn Jahren wohnortnahe Schulstandorte gehalten werden können", sagte Moritz. Sie kündigte mehr als 30 Veranstaltungen im ganzen Land an, bei denen die GEW für moderne Schulstrukturen werben werde.

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