Schwarzer Donnerstag in Stuttgart Tausende demonstrieren am Jahrestag

Von dpa/lsw 

Am dritten Jahrestag des „Schwarzen Donnerstags“ haben mehr als doppelt so viele S21-Gegner an der wöchentlichen Montagsdemonstration teilgenommen wie sonst. Die Polizei sprach von 4000 Menschen, die Organisatoren selbst zählten über 7000 Teilnehmer.

Am dritten Jahrestag des umstrittenen Polizeieinsatzes gegen Stuttgart-21-Gegner sind Tausende bei der Montagsdemo in Stuttgart mitmarschiert. Die Geschichte des Protests zeigen wir in der Fotostrecke. Foto: dpa 32 Bilder
Am dritten Jahrestag des umstrittenen Polizeieinsatzes gegen Stuttgart-21-Gegner sind Tausende bei der Montagsdemo in Stuttgart mitmarschiert. Die Geschichte des Protests zeigen wir in der Fotostrecke.Foto: dpa

Stuttgart - Am dritten Jahrestag des „Schwarzen Donnerstags“ haben mehr als doppelt so viele Stuttgart-21-Gegner an der wöchentlichen Montagsdemonstration teilgenommen wie sonst. Die Polizei sprach von 4000 Menschen, die gegen das Milliardenprojekt protestierten. Zuletzt seien es 1500 bis 1800 gewesen. Die Organisatoren selbst zählten über 7000 Teilnehmer.

Unter dem Motto „Verantwortliche bestrafen statt Bürger überwachen“ erinnerten die Veranstalter an den gewaltsamen Polizeieinsatz vor genau drei Jahren im Schlossgarten, bei dem die Beamten auch Wasserwerfer eingesetzt hatten. 130 Demonstranten und 34 Polizisten wurden damals nach Angaben des Innenministeriums verletzt.

Die Polizeigewerkschaft GdP fordert unterdessen eine Diskussion über den Einsatz von Wasserwerfern. Zwar würden Beamte bestraft, die Wasserwerfer führen – nicht aber diejenigen, die für den Einsatz verantwortlich seien, sagte Landesvize Hans-Jürgen Kirstein der StZ. Darüber gebe es großen Unmut: „Die Kollegen überlegen sich, ob sie noch in einen Wasserwerfer steigen sollen.“ Zu klären sei, ob Wasserwerfer als sanfteres oder härteres Einsatzmittel als Schlagstöcke einzustufen seien.

Gall: „Wasserwerfer ist einziges Distanzmittel der Polizei“

Innenminister Reinhold Gall (SPD) sagte der StZ, es sei nicht möglich, auf Wasserwerfer zu verzichten. „Der Wasserwerfer ist das einzige Distanzmittel, über das die Polizei verfügt, das auf größere Entfernung eingesetzt werden kann.“

Wegen des Wasserwerfereinsatzes am 30. September 2010 hatte das Stuttgarter Amtsgericht im August zwei Beamte zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Ein dritter soll eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zahlen. Ihnen wird vorgeworfen, Demonstranten mit den von ihren Fahrzeugen ausgegangenen Wasserstrahlen verletzt zu haben.

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166 KommentareKommentar schreiben

@Klartext, 8.10.2013, 14:32 Uhr: Jeden Montag nehmen um die 2000 Personen an der Kundgebung und Demonstration teil, am 30.09.2013 waren es 7000 Personen. Übrigens: Auf so niveaulose Propaganda wie Stinkefinger-Schirme von fünf (!) Prolern sind die Gegner nicht angewiesen - sie haben Argumente.

MiniMe, 07:19 : Mal ehrlich MiniMe was würden sie schreiben, hätte die CDU keinen Wahlkreis gewonnen und wäre abgestützt und die Kandidaten Eckstein und Schweizer über 25 % erhalten ? Sie und ihre Gegner des Projektes hätten doch gejubelt das es durch die BTW in Stuttgart doch eine nachweislich deutliche Mehrheit gegen S 21 gäbe,oder nicht ?! -- Jetzt kam es anderst und so sollten sie das auch so anerkennen !

MiniMe, 07:19 Uhr -Karl- Heinz, 14:54 Uhr-Und bitte erklären Sie mir doch mal folgende Logik: Sämtliche Befürworter haben bis zuletzt wehement bestritten, dass S21 bundesweit (und dies war eine Bundeswahl) noch für irgendjemand ein Thema wäre. Aber nach der Wahl soll es nun doch Gegenstand dieser Wahl gewesen sein?: MiniMe, es geht hier nur um das Wahlergebnis in Stuttgart das eindeutige zeigte das es eben keine Mehrheit gegen S 21 gibt..... , Absurd sind ihre zurechbiegereien dieses Ergebnisses, sie sollte mal die alten Beiträge lesen in denen von der Austellung der Kandidaten Eckstein und Schweizer berichtet wurde. Hier habt Ihr Gegner doch u.a. geschreiben ... Wahltag ist Zahltag ... und .... die CDU wird die nächst Klatsche erleben .. usw.. Jetzt das ganze so hinzustellen wie sie das machen,ist extreme peinlich für die Gegnerschaft, die erneut damit belegt das sie Wahlergebnisse die nicht in ihrem Sinne sind nicht akzeptieren, siehe VA !

MiniMe, 07:19 Uhr: er hat nur die rechenkünste einer userin korrigiert. was sie da wieder reinlesen! tststs. ------------------------------------------------------------------------------------------------- Seit es dieses Projekt gibt biegen sich die Befürworter Recht & Realtität zurecht, so wie es ihnen gefällt. Wir lehnen uns entspannt zurück und beobachten, ob ihnen dies bei Physik & Natur auch gelingt. ................... das kann ich gerne zurückgeben. seit es dieses projekt gibt biegen sich die gegner recht und realtität, natur und physik so zurecht wie es ihnen gefällt. wir lehnen uns entspannt zurück und beobachten, während das projekt gebaut wird. ------------------------------------------------------------------------------------------------- und das mit der wahl und s 21, das kommt doch eindeutig von eurer seite. nach der schlichtung.... nach dem volksentscheid... nach der ltw... nach der ob-wahl... nach der btw... jetzt schreien die ersten schon wieder: nach der gemeinderatswahl... nehmt euch doch einfach etwas zurück.

Karl- Heinz, 14:54 Uhr: Was wollen Sie uns damit sagen? Diese beiden "Last-Minute" Kandiaten, die im übrigen so gut wie keine Wahlwerbung gemacht haben, mit etablierten Partei-Vertretern zu vergleichen ist völlig absurd und sagt rein gar nichts aus. Abgesehen davon habe ich als überzeugter S21 Gegner weder Frau Dr.Eckstein noch Herrn Schweizer gewählt (wie viele andere auch). Vor diesem Hintergrund ist dieser Vergleich gleich doppelt absurd. Und bitte erklären Sie mir doch mal folgende Logik: Sämtliche Befürworter haben bis zuletzt wehement bestritten, dass S21 bundesweit (und dies war eine Bundeswahl) noch für irgendjemand ein Thema wäre. Aber nach der Wahl soll es nun doch Gegenstand dieser Wahl gewesen sein? Auf diese Erklärung bin ich mal gespannt. Seit es dieses Projekt gibt biegen sich die Befürworter Recht & Realtität zurecht, so wie es ihnen gefällt. Wir lehnen uns entspannt zurück und beobachten, ob ihnen dies bei Physik & Natur auch gelingt. Beim Superbahnhofs-Experiment ist im Gegensatz zu BER oder anderen Groß-Fiaskos alles umfangreich und lückenlos dokumentiert. Hier wird sich später niemand davon stehlen können.

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