Strohgäu Extra
 
Schwung fehlt Kommentar
"Strohgäu Extra", 18.11.2011 02:41 Uhr
Bundesstraße Die Geschichte desLückenschlusses ist eine Geschichte verpasster Chancen. Von Peter Meuer

Es ist zu begrüßen, dass der Regierungspräsident Johannes Schmalz sich persönlich in die Lückenschluss-Diskussion einbringen wollte und ein Spitzengespräch anberaumt hat. Das ließ auf einen Aufbruch hoffen, verhieß Entscheidungswillen. Wenn etwas Chefsache wird, ist das schließlich schon die halbe Miete, oder? Leider erfolgte diese Ankündigung im vergangenen Frühjahr. Ein dreiviertel Jahr verging ohne Führung, ohne Entscheidung. Der Schwung, den die Idee des Spitzengesprächs brachte, er verpuffte. Ob Schmalzl vielleicht in den vergangen Monaten mehr mit eigenen Karriereproblemen denn mit Verkehrsproblemen zu tun hatte, sei dahingestellt. Generalbundesanwalt werden zu wollen kostet schließlich Zeit.

Nachdem das Gespräch nun endlich doch stattfand, ist klar: der Teufel scheint im Detail zu stecken. Detailprobleme aber müssten aus der Welt zu schaffen sein - vor allem in einer Situation wie dieser. Für den Fall, dass die Lücke nicht rechtzeitig gestopft wird, kann ein Verkehrsproblem erwachsen in der Dimension des verpassten Nord-Ost-Rings zwischen Ludwigsburg und Waiblingen. Die Route am Rankbach wird ein Autobahnersatz werden und wegen der LKW-Maut auch eine wichtige Zufahrt für das Sindelfinger Daimlerwerk. Deshalb ist der Druck aus Renningen berechtigt. Umso mehr muss das Regierungspräsidium nun auf die Tube drücken. Vielleicht kann Schmalzl wieder Schwung in die Sache bringen - wenn nicht ein dreiviertel Jahr bis zum nächsten Besuch vergeht.

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