Seibt + Kapp in Oppenweiler Geschäftsführer kauft die eigene Firma

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Der insolvente Maschinenbauer Seibt + Kapp aus Oppenweiler steht offenbar kurz vor der Rettung.

Die Firma in Oppenweiler kann wohl weitergeführt werden. Foto: privat
Die Firma in Oppenweiler kann wohl weitergeführt werden. Foto: privat

Oppenweiler - Die finanziell in Schieflage geratene Maschinenfabrik Seibt + Kapp aus Oppenweiler kann fortgeführt werden. Das Unternehmen, das im Sommer Insolvenz angemeldet hatte, ist eigenen Angaben zufolge von dem bisherigen Geschäftsführer Norbert Löffelhardt gekauft worden. 23 der aktuell 25 Mitarbeiter sollen ihre Anstellung behalten.

Löffelhardts neu gegründete Firma S+K Fertigung habe zudem im Rahmen eines sogenannten „Asset Deals“ sämtliche Maschinen, Werkzeuge, Vorräte, das kaufmännische und technische Know-how, Patente und Gebrauchsmuster übernommen, heißt es in einer Mitteilung. Dem Kaufvertrag müsse an diesem Mittwoch allerdings noch die Gläubigerversammlung zustimmen.

Waschmaschinen sollen nicht mehr gebaut werden

Die 1928 in Stuttgart gegründete Firma Seibt + Kapp hat einst industrielle Wasch- und Schleudermaschinen für die industrielle Textilpflege hergestellt. In den vergangenen gut zehn Jahren habe man die Erfahrung bei der Bearbeitung von Edelstahl und Stahlblech dazu genutzt, um Unternehmen des Maschinen- und Sondermaschinenbaus mit individuell gefertigten Einzelteilen und Baugruppen zu beliefern. Vor allem auf diesen Geschäftsbereich wolle sich das Unternehmen jetzt konzentrieren, außerdem wolle man Ersatzteile für bereits verkaufte Waschmaschinen herstellen. Neue Waschmaschinen sollen hingegen nicht mehr gebaut werden.

Man sei überzeugt, für die Firma und seine Mitarbeiter eine „tragfähige und zukunftssichere Lösung“ gefunden zu haben, lässt sich Tobias Humpf, Fachanwalt für Insolvenzrecht von der Aalener Kanzlei Baumann und Partner, in der Mitteilung zitieren. „Norbert Löffelhardt ist ein Kenner der Branche und sehr gut mit den Kunden und Lieferanten vernetzt.“

Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung

Das Insolvenzverfahren war von der Firma in sogenannter Eigenverwaltung beantragt worden. Das bedeutet, dass dem Geschäftsführer die Verantwortung für das Unternehmen nicht entzogen wird und die Firma sich gewissermaßen aus eigener Kraft saniert. Ein vom Gericht bestellter Sachverwalter überwacht dabei die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben.

Seibt + Kapp sei „ein gutes Beispiel für eine funktionierende Eigenverwaltung, die unter Einbeziehung aller Beteiligten die Sanierung des Unternehmens, den Erhalt der Arbeitsplätze und die bestmögliche Gläubigerbefriedigung gleichermaßen im Fokus hat“, so der Rechtsanwalt Marcus Winkler aus Stuttgart. Winkler von der Kanzlei Bernsau Brockdorff ist zum sogenannten Sachwalter des Insolvenzverfahrens bestellt worden.