Seifenkistenrennen Nichts für Angsthasen
Myriam Schäfer, 23.07.2010 09:10 Uhr
Dexter in seiner Seifenkiste auf dem Weg zum nächsten Sieg. Foto: StZ
Dexter in seiner Seifenkiste auf dem Weg zum nächsten Sieg. Foto: StZ
""Dexters entscheidender Vorteil ist: er hat keine Angst""
Dexters Vater

Göppingen - Wer die Garage der Familie Bauer in Ebersbach-Roßwälden bei Göppingen betritt, blickt sofort auf ein Regal mitten im Raum. Darin stehen die Pokale des zwölfjährigen Dexter. "Er hat mittlerweile so viele davon, dass gar nicht mehr alle hineinpassen und wir schon einige in einer Kiste verstaut haben", sagt sein Vater, Reiner Bauer. An der Wand hängen goldfarbene Lorbeerkränze, die von großen Siegen erzählen.

Dexter ist Seifenkistenrennfahrer. Privat ist er ein ziemlich zurückhaltender Junge, doch auf der Piste hat er meist die Nase vorne. Sein bislang bedeutendster Erfolg: er ist Vizeeuropameister. In der Szene ist er somit ein Star. Doch Dexter gibt mit seinem Erfolg nicht gerne an. Wenn er von seinem Hobby erzählt, lächelt er immer wieder schüchtern. "Als ich sieben war, saß ich das erste Mal in einer Seifenkiste", erzählt der zierliche Junge. Zu Beginn fuhr er außer Konkurrenz. Das führte dazu, dass Dexter Wettkämpfe gewann, aber keinen Pokal mit nach Hause nehmen durfte. "Erst ab acht Jahren fährt man in der Juniorklasse", erklärt er. Wer zwölf ist, wechselt in die Seniorklasse. Darüber hinaus gibt es noch die Gaudiklasse: Hier darf von sechs bis 99 jeder mitmachen, und der Fantasie sind bei der Gestaltung einer Kiste kaum Grenzen gesetzt.

Ein Fahrer ohne Angst


Seifenkistenrennfahren hat sich bei den Bauers zum Familiensport entwickelt. Auch die beiden älteren Brüder waren einige Zeit lang aktiv. Allerdings nicht so erfolgreich wie Dexter. Heute begleitet ihn die ganze Familie zu allen großen Rennen.

Mittlerweile hat Dexter an rund 80 Wettkämpfen teilgenommen. Ein spezielles Training absolviert er nicht. "Von Rennen zu Rennen sammle ich Erfahrung", berichtet der Junge mit den langen blonden Haaren. Er hat mit der Zeit gelernt, die Abstände zur Bande genau einzuschätzen. So kann er viel Zeit sparen, indem er nur eine Handbreit an der Absperrung vorbeibrettert. "Dexters entscheidender Vorteil ist: er hat keine Angst", sagt sein Vater. Einen Unfall hat der Junge auf der 300 bis 600 Meter langen Strecke noch nie gehabt. Sein Vater macht sich diesbezüglich auch keine Sorgen, denn ein Unglück passiert bei den Profis ohnehin normalerweise nicht.

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