Serie „Mein 2012“ Vom Remstal auf die Filderebene

Von Jens Noll 

Reinhard Molt hat im vergangenen Jahr eine neue Herausforderung gesucht. Als Technischer Bürgermeister von Filderstadt freut er sich auf die anstehenden Aufgaben.

Reinhard Molt zeigt auf dem Stadtplan, wo seine neue Arbeitsstätte liegt. Foto: Jens Noll
Reinhard Molt zeigt auf dem Stadtplan, wo seine neue Arbeitsstätte liegt.Foto: Jens Noll

Filderstadt - Es war eine erfüllte Zeit“, sagt Reinhard Molt über seine Tätigkeit als Technischer Beigeordneter in Remshalden. Er habe einen „interessanten und schönen Job“ verlassen, erzählt er. Doch nach zwölf Jahren hat der 48-Jährige eine neue Herausforderung gesucht.

Seit dem 2. Mai 2012 sitzt Molt an seiner neuen Wirkungsstätte im Technischen Rathaus in Plattenhardt. Von der Nummer zwei in der Verwaltung der Remstalgemeinde ist er zur Nummer drei in der Filderstädter Stadtverwaltung geworden – was aber keine Herabstufung bedeutet. Ganz im Gegenteil, denn schließlich kann sich Molt jetzt mit „Bürgermeister“ ansprechen lassen. Ein breiteres Aufgabengebiet hat er nun und mehr Mitarbeiter.

„Ich fühle mich gut aufgenommen“

„Es ist komplexer hier“, sagt Molt, wenn er Filderstadt mit Remshalden vergleicht. Zwar bestehen beide Kommunen aus fünf Ortsteilen, doch in ihrer Größe unterscheiden sie sich deutlich. „Remshalden ist nur etwas größer als Bernhausen allein“, erklärt er. In der Großen Kreisstadt sei seine Tätigkeit weiter vom Detail weg und über mehr Ämter verteilt, erklärt der studierte Stadtplaner .

Nach acht Monaten im Amt bekräftigt Molt: „Ich fühle mich gut aufgenommen.“ Anfangs habe er ein wenig verhalten reagiert. Der Grund: das schwierige Verhältnis zwischen Oberbürgermeisterin Gabriele Dönig-Poppensieker und seinem Vorgänger Dieter Lentz. „Das hallte bis ins Remstal“, erzählt er. Auf die Frage nach seiner Zusammenarbeit mit der OB und in der Verwaltung antwortet Molt heute: „Es stimmt das Klima, es stimmt der Ton.“ A propos Ton: Der Bürgermeister singt auch im Betriebschor der Stadt mit.

In den Zuständigkeitsbereich des Dezernats, das Molt leitet, fällt alles, was mit Verkehr zu tun hat. Da viele Projekte in diesem Bereich umstritten sind, lautet ein Tipp des begeisterten Radfahrers, öfters die Perspektiven zu wechseln. „Jeder sollte mal einen anderen Verkehrsteilnehmer spielen“, sagt Molt. Die neu angebrachten Fahrradschutzstreifen an der Hohenheimer Straße in Plattenhardt seien umstritten gewesen, sagt er; aber die Aufregung habe sich schnell gelegt.

S-Bahn-Verlängerung als spannendes Projekt

Ein Problem, das – wie er zugibt – „schwer zu lösen“ sei, ist die Verkehrsbelastung in Sielmingen. Dort erklärte Molt beim Stadtteilspaziergang im Herbst: „Die Ortsumgehung ist politisch nicht gewollt.“ Gewünscht ist dagegen eine Verlängerung der S-Bahn-Strecke nach Sielmingen und Neuhausen. Dieses Projekt begleitet der Bürgermeister mit Begeisterung: „Für mich ist es spannend, daran mitwirken zu können, ein Stück S-Bahn zu bauen.“

Das Ziel, die Zugverbindung bis 2019 zu realisieren, ist nach Ansicht des 48-Jährigen sehr ambitioniert, aber machbar. „Beim Filderbahnhof sind wir in der Beobachterrolle“, sagt Molt darüber hinaus zum Vorhaben, den Flughafen an das überregionale Schienennetz anzubinden.

An seiner früheren Arbeitsstätte hat der Beigeordnete den Bau eines zentralen Rathauses miterlebt. „Das war ein Meilenstein“, berichtet er und fügt hinzu: „Für das kommunale Miteinander ist das auch ein Symbol.“ Sein Wunsch ist, das Thema auch in Filderstadt anzugehen. Offen ist, ob der Gemeinderat diesen Wunsch mitträgt.

Förderung der Elektromobilität

Die Pedelecs, die sich der Bürgermeister als Dienstfahrzeuge wünscht, sind hingegen schon bestellt. Die Elektromobilität möchte er weiter fördern. Eine Ausleihstation für elektrische Fahrräder am Bahnhof in Bernhausen sei nötig, meint Molt. Mit diesem Verkehrsmittel könnten Pendler schnell zu ihrer Arbeitsstelle, auch in anderen Stadtteilen, gelangen.

Obwohl seine Familie noch im Remstal wohnt, pendelt Molt selbst nicht zur Arbeit. Er hat sich eine Wohnung in der Großen Kreisstadt genommen, um nach Terminen spätabends nicht noch nach Lorch fahren zu müssen. Seine Frau, den 17-jährigen Sohn und die 14-jährige Tochter sehe er jetzt weniger, erzählt Molt. „Dafür schaue ich, dass wir am Wochenende das Familienleben intensivieren.“

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