Sicherheit in Stuttgart Polizei sieht erste Erfolge

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Ende Januar hat die Polizei in der Stuttgarter Innenstadt ihre Präsenz massiv verstärkt. Beschwerden von Bürgern, die sich nicht sicher fühlten, hatten sich gehäuft. Das Sicherheitskonzept erscheint vielversprechend zu sein.

Streifen der Landes- und der Bundespolizei sind an den Orten unterwegs gewesen, über die Bürger klagten. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Streifen der Landes- und der Bundespolizei sind an den Orten unterwegs gewesen, über die Bürger klagten.Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - "Wir sehen eindeutig schon erste Erfolge“, sagt Joachim Barich, der Leiter des Polizeireviers Hauptstätter Straße. Drei Wochen nach dem Start der Sicherheitskonzeption Stuttgart berichtet er, dass es durch den verstärkten Polizeieinsatz in der Innenstadt gelungen sei, etwas für das Sicherheitsgefühl der Stuttgarter zu tun. In erster Linie habe man Gruppen, die in der Klett-Passage, der Theaterpassage, am Rotebühlplatz und in weiteren Unterführungen herumlungerten, so oft aufgescheucht, dass sie sich verzogen hätten.

Die Landes- und die Bundespolizei reagierten Ende Januar mit dem Sicherheitskonzept auf die gestiegene Anzahl von Beschwerden aus der Bevölkerung. Nachdem es in der Silvesternacht in Stuttgart ähnliche Übergriffe wie in Köln gegeben hatte – wenn auch weder quantitativ noch qualitativ in vergleichbarem Ausmaß –, hatten sich die Meldungen gehäuft. Vor allem die Klett-Passage und der Bereich um den Bahnhof waren als „Problemzonen“ benannt worden.

Händler in der Klett-Passage sehen keine Probleme

„So gut, wie es jetzt ist, war es die letzten acht Jahre nicht“, sagt einer, der das Treiben im Bahnhofsuntergrund jeden Tag genau im Blick hat, der Bioladen-Chef Dirk Seiler. Allerdings macht er die Wende nicht an dem nach Silvester aufgestellten Sicherheitskonzept fest, sondern setzt früher an: Nach den Terrorangriffen in Paris im November habe er eine verstärkte Polizeipräsenz wahrgenommen. „Davor war es manchmal so, dass 40 bis 50 Leute vor unserem Laden rumstanden und man kaum durchkam.“ Überwiegend junge Männer nordafrikanischer Herkunft und ältere Rumänen seien das gewesen. „Inzwischen ist es so, dass die Polizei sofort einschreitet, wenn sich ein kleines Grüppchen bildet. Da fühlen die sich natürlich nicht mehr wohl und verziehen sich“, sagt Seiler. Weder Kunden noch Mitarbeiter müssten sich fürchten, sagt er, und spricht damit als Vorsitzender der Mieterinitiative auch für die Kollegen in anderen Geschäften.

Die Polizei stelle fest, dass sich die besagten Gruppen erst gar nicht mehr niederlassen würden. „Unsere Präsenz, die die Bürger begrüßen, fällt dem Gegenüber natürlich negativ auf“, sagt der Revierleiter. Beim Gegenüber handelt es sich um Nordafrikaner, die durch Drogenhandel und Taschendiebstahl auffallen, Gambier, die weiche Drogen wie Marihuana verkaufen wollen, und Roma aus Rumänien, von denen bis zu 70 Personen an der Stadtbahnhaltestelle Rathaus gelagert hätten. Auch wegen der Obdachlosen- und Trinkerszene in der Rotebühlpassage hätten sich viele Passanten unsicher gefühlt, weil sie angepöbelt worden waren.

Keine Zunahme der Gewalt- oder Sexualdelikte

„Es ist alles nichts Dramatisches“, fasst der Revierleiter zusammen, was die Polizisten erlebten – ob zuvor im normalen Streifendienst oder nun bei den Einsätzen mit verstärkter Präsenz. Alles, von Obdachlosen bis Drogenhandel, stuft er als Begleiterscheinungen der Großstadt ein – selbstredend ohne diese zu verharmlosen. Denn: „All das beeinträchtigt natürlich das Sicherheitsgefühl der Bürger.“ Objektiv hatte das Lagebild der Polizei zum Beispiel für die Klett-Passage keine Zunahme von Straftaten verzeichnet. Das gelte vor allem für die nach Silvester befürchtete Zunahme von sexuellen Übergriffen. „Da passiert nicht mehr als sonst, im Umfeld der Diskos am Wochenende hat es das schon immer gegeben“, fasst Barich zusammen.

Von seinem Dienstsitz aus hat der Stadtdekan Christian Hermes das Geschehen im Blick. „Stuttgart ist auf jeden Fall eine sichere Stadt“, sagt der katholische Priester. Jedoch warne er auch vor manchen Stellen: „Ich würde nicht in der Nacht auf Sonntag durch den Schlossgarten gehen“, nennt er als Beispiel. Ob es in den zurückliegenden Wochen ruhiger oder unruhiger als sonst in der Innenstadt gewesen sei, könne er jedoch nur schlecht beurteilen. Schließlich sei es kalt und oft regnerisch gewesen, da seien weniger Menschen in der Stadt unterwegs. „Ich denke, dass die Polizei versucht, rund um den Bahnhof und in der Innenstadt den Leuten wieder ein besseres Sicherheitsgefühl zu geben.“

Die Polizei werde in den kommenden Wochen aufgrund von Personalwechseln die Zahl der Einsatzkräfte etwas verringern, sagt Barich. Ohnehin handele es sich um ein Stufenkonzept, das sich dem Geschehen anpasse. Mitte März werde man wohl mit zwei statt bisher drei Zügen der Einsatzhundertschaft zusätzlich zum normalen Streifendienst unterwegs sein. Hinzu kommen die Dienstgruppen der Bundespolizei, die das Aufgebot verstärken. Mittelfristig sei es das Ziel, wieder auf das klassische Sicherheitskonzept für die Innenstadt zurückzufahren, das einen zusätzlichen Zug der Einsatzhundertschaft vorsehe, so Barich. Die Lage spreche dafür.

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6 Kommentare Kommentar schreiben

Am Abend: wie z.B. gestern und vorgestern Abend, ca. 21~22 Uhr, war davon nichts zu merken. Da gab es wieder unzählige Gruppen herumhängender, und teilweise drangsalierender, arabischen Männer. Da hat man sich sogar in der REWE beim Bahnhof und Gegend der Stadtbibliothek sich unsicher gefühlt. Irgendwie scheint es es so, als ob sie aus Köln jetzt teils zu Stuttgart gekommen wird, weil dort nun wahrscheinlich rundum dem Bahnhof sehr intensiv kontrolliert wird. ++ Ich fordere die Stuttgarter-Behörde/Polizei auf, und dann in insbesondere für die Arnulf-Klettpassage, Schloßplatz und anderen "Brennpunkte", ähnlich wie in Japan auf manche Kreuzungen das tut, auf 1 Meter Höhe gläserne Büros einzurichten wo die Polizisten in arbeiten können und gleichzeitig für die Gesellschaft visuell Präsenz sind. Weil das ist das A und O für die Prävention" von Kleinkriminalität ist. Gleichzeitig empfehle ich die Behörden/Polizei sich auch mal bei den Kollegen in den Niederlanden zu erkunden (z.B. Rotterdam oder Den Haag), nach der Prävention und im Umgang mit speziell Nordafrikanisch drangsalierenden Gruppen oder Kleinkriminellen. Weil das eine Phänomen ist, womit die Niederlanden schon seit den 80-Jahren mit zu tun hat. ++ Und nochmal ergänzend, ich habe nichts gegen Nord-Afrikaner oder Araber, weil ich ebenso in diesen Kreisen sehr nette und inspirierende Menschen kenne. Ein leuchtendes Beispiel ist hier für mich z.B. den Oberbürgermeister von Rotterdam. Von Marokkanischer Herkunft, aber einer der besten Oberbürgermeister die es heutzutage in den Niederlanden gibt. Ich habe Rotterdam noch nie so sauber und sicher erlebt, seit er diese Stadt regiert. Echt Hut ab, weil Rotterdam, sicherlich im Vergleich zu Stuttgart, keine kleine und viel schwierige Stadt zum regieren ist.

JJoggerin im Schloßgarten 88: 88 gab es diese Szene und sie wird nicht aussterben - . Die schulische Aufklärung hat sich seither verbessert. Im Schloßgarten 88 um 5:00 Uhr morgens zu joggen, oder diesen zu durchkreuzen um zur Arbeit zu kommen, war gang und gäbe. Die Begleiterscheinungen durch östliches Europa werden sich auflösen, sobald die Eingliederungsmaßnahmen greifen - die östlichen Länder sind da auch gefordert.

Ausgerechet eine Polizeiführung, die bisher bestimmte Informationen ganz bewusst zurückgehalten und damit die Öffentlichkeit getäuscht hat, sieht jetzt Erfolge?? Die stehen wohl auch nur auf Zeitungspapier. Außerdem ist ja gerade Wahlk(r)ampf, in dem der für die Polizei zuständige Innenminister der SPD ums politische Überleben kämpft. Ein Schelm, der bei solchen Berichten Böses denkt ...

Joggerin im Schloßgarten 88: Erfahrungsgemäß verziehen sich diese Gruppen in andere Stadtteile - ob das jetzt besser ist? Es sei dahin gestellt - sicherer? - Die Auflösung der Szene hat 2002 nur eines gebracht, die Verlagerung vor andere Schulen - ´.

Zurückfahren : Auf das klassische Sicherheitskonzept, sprich mangelnde Präsenz von Sicherheitskräften? Dann sind jene Kleinkriminelle schneller wieder zurück als sie bis drei zählen können.

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