"Sicherheits-Euro"
Bundesligaklubs protestieren
dpa,
17.03.2010 09:06 Uhr
Stuttgart - Mit seiner Idee eines "Sicherheits-Euros" stößt Innenminister Heribert Rech (CDU) bei baden-württembergs Fußball-Erst- und Zweitligisten auf Widerstand. "Wir werden uns mit allen Mitteln dagegen wehren", sagte Sportdirektor Dirk Dufner vom SC Freiburg der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Die Politik tut immer so, als ob wir die Verursacher von Gewalt sind und dann auch zahlen müssen. Das stimmt aber nicht." Gewalt sei ein soziales Problem, das beim Fußball eine Bühne habe und dort ausgelebt werde. "Wir sind doch eh schon die Idioten, die das aushalten müssen. Während Opernhäuser oder Theater mit Millionen subventioniert werden, finanzieren wir alles selbst und haben das gesellschaftliche Problem."
Rech hatte am Freitag erneut ins Spiel gebracht, einen Aufschlag auf Eintrittskarten bei Fußballspielen und möglicherweise auch anderen sportlichen Großveranstaltungen zu erheben. Er könne sich vorstellen, das Geld für die Schulung und bessere Ausrüstung von Ordnungsdiensten sowie für bauliche Veränderungen zu verwenden. Dufner dagegen möchte "die Frage andersherum stellen: Wie wäre es denn, wenn wir Geld dafür kriegen, dass wir das Problem haben. Wir sind doch praktisch die Streetworker", sagte er.
Auch Oliver Schraft, Mediendirektor des VfB Stuttgart, übte Kritik an Rech. "Es wäre schön gewesen, wenn er vor seinem Vorschlag den Dialog mit uns gesucht hätte", sagte Schraft. "Der VfB entrichtet schon genug Steuern und Abgaben. Außerdem ist das Sicherheitskonzept für die Mercedes-Benz-Arena mit den Sicherheitsbehörden abgestimmt." Abwägender reagierte Manager Jan Schindelmeister von 1899 Hoffenheim. "Es ist nachvollziehbar, dass der Staat nach weiteren Quellen sucht, wenn die Kosten hoch und die Mittel begrenzt sind", sagte er.
"Andererseits ist das Vorgehen gegen Gewalttäter eine hoheitliche Aufgabe des Staates." Würden Menschen mit dem Vorsatz in ein Stadion gehen, Gewalttaten zu begehen, sei der Staat gefordert.
"Und er muss die Einsätze auch finanzieren." Der Präsident des Karlsruher SC, Paul Metzger, findet Rechs Idee dagegen überlegenswert. "Wenn man durch einen zusätzlichen Euro gewährleistet, dass es in den Stadien mehr Sicherheit gibt, dann macht sich das für alle bezahlt", sagte der frühere Oberbürgermeister von Bretten, der wie Rech CDU-Mitglied ist.
Rech hatte am Freitag erneut ins Spiel gebracht, einen Aufschlag auf Eintrittskarten bei Fußballspielen und möglicherweise auch anderen sportlichen Großveranstaltungen zu erheben. Er könne sich vorstellen, das Geld für die Schulung und bessere Ausrüstung von Ordnungsdiensten sowie für bauliche Veränderungen zu verwenden. Dufner dagegen möchte "die Frage andersherum stellen: Wie wäre es denn, wenn wir Geld dafür kriegen, dass wir das Problem haben. Wir sind doch praktisch die Streetworker", sagte er.
Auch Oliver Schraft, Mediendirektor des VfB Stuttgart, übte Kritik an Rech. "Es wäre schön gewesen, wenn er vor seinem Vorschlag den Dialog mit uns gesucht hätte", sagte Schraft. "Der VfB entrichtet schon genug Steuern und Abgaben. Außerdem ist das Sicherheitskonzept für die Mercedes-Benz-Arena mit den Sicherheitsbehörden abgestimmt." Abwägender reagierte Manager Jan Schindelmeister von 1899 Hoffenheim. "Es ist nachvollziehbar, dass der Staat nach weiteren Quellen sucht, wenn die Kosten hoch und die Mittel begrenzt sind", sagte er.
"Andererseits ist das Vorgehen gegen Gewalttäter eine hoheitliche Aufgabe des Staates." Würden Menschen mit dem Vorsatz in ein Stadion gehen, Gewalttaten zu begehen, sei der Staat gefordert.
"Und er muss die Einsätze auch finanzieren." Der Präsident des Karlsruher SC, Paul Metzger, findet Rechs Idee dagegen überlegenswert. "Wenn man durch einen zusätzlichen Euro gewährleistet, dass es in den Stadien mehr Sicherheit gibt, dann macht sich das für alle bezahlt", sagte der frühere Oberbürgermeister von Bretten, der wie Rech CDU-Mitglied ist.
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weberbernd@web.de
Selbst wenn nicht mit "Fan"-Krawallen gerechnet werden muss, ist der verkehrspolizeiliche Aufwand, der rund um Stadien betrieben werden muss, immens. Und den zahlen nicht die Vereine. Nehmen aber dankend zur Kenntnis, dass die Polizei die moeglichst reiblungslose An/Abreise der Fans gewaehrleistet. Ich frage mich schon seit Jahren, warum die Allgemeinheit fuer die Kosten solcher regelmaessigen Einsaetze aufkommen muss. Von dem zusaetzlichen Aufwand fuer die Stadtreinigung etc. mal ganz zu schweigen.
@ Kai
Das ist so nicht richtig, die Clubs zahlen nur für die Ordner und das private Sicherheitspersonal. Alles was von staatlicher Seite da ist, zahlt der Staat! Wenn also Karlsruhe gegen den VfB spielt, dann zahlt nicht der VfB das wahnsinnige Polizeiaufgebot, sondern das Land. Und ein Polizist kostet sicherlich ein vielfaches mehr, als einer vom privaten Sicherungsdienst.
Wie groß ist der Anteil für "Sicherheit" am Eintrittspreis
Herr Rech fordert mal wieder mehr Geld. Diesesmal sollen diejenigen Zahlen, die ihren Verein im Stadion unterstützen. Mal ganz was Neues. Klingt auch fast so, als ob der Veranstalter bisher für die Sicherheit im Stadion garnichts ausgibt. Dem ist nunmal wohl aber überhaupt nicht so. Oder finanziert der Staat die Ordner und Sicherheitsmaßnahmen im Stadion? Ich denke nicht. Bisher müssen schon alle Karteninhaber dafür bezahlen, dass es gewaltige Sicherheitsmaßnahmen im Stadion hat, und ich denke mal, dass dieser Betrag höher ist, als den einen Euro, den Herr Rech da verlangt.