Sielmingen Das künftige Dach der Stadt für Strom und Gas

Von Götz Schultheiss 

Noch ist es ruhig auf Sielmingens ehemaligem Spahr-Areal. Irgendwann 2018 rücken aber die Bagger an. Dann werden die neuen Stadtwerke gebaut. Der Technische Ausschuss hat jetzt wichtige Weichen gestellt.

So stellen sich die Planer den künftigen Neubau der Stadtwerke vor. Foto: Otto-H- Häußer
So stellen sich die Planer den künftigen Neubau der Stadtwerke vor. Foto: Otto-H- Häußer

Sielmingen - Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum Neubau der Filderstädter Stadtwerke steht. Am Montagabend hat der Stadtwerkeausschuss Geld in Höhe von bis 250 000 Euro bewilligt. Dieses wird für die Ingenieure gebraucht, die mit den Planungen des Gebäude-Ensembles beauftragt werden.

Inklusive des Grundstückskaufs auf dem ehemaligen Spahr-Areal sollen die neuen Stadtwerke rund 6,5 Millionen Euro kosten. Der Neubau ist notwendig, weil die Stadtwerke jüngst auch in die Stromversorgung eingestiegen sind und in der Zukunft auch zum Gasversorger werden wollen. Dafür wollen die Stadtwerke, die jetzt Filderstadtwerke heißen, auch Strom- und Gasnetze kaufen. Für die neuen Geschäftsfelder in Gegenwart und Zukunft ist das bisherige Domizil an der Brühlstraße zu klein.

Im Showroom sehen Schülergruppen eine moderne Heizanlage

Im Mai hatte ein Preisgericht das Ulmer Architektenbüro Mühlich, Fink und Partner als Sieger auserkoren. Dessen Entwurf sieht zwei Gebäude vor. Eines beherbergt die Verwaltung und den Kundenempfang, das andere ist für die Werkstatt, das Lager und die Garagen gedacht. Zum Verwaltungsgebäude gelangt man von der Seestraße aus. Vor dem Gebäude liegen die Stellplätze, die so angeordnet sind, dass Besucher wegen des Schülerverkehrs vorwärts aus dem Gelände herausfahren.

Direkt bei den Parkplätzen befindet sich im Verwaltungsgebäude der Kundenbereich. Im Erdgeschoss ist außerdem ein sogenannter Showroom untergebracht. Dort können Besuchergruppen – vor allem Schulklassen – eine moderne Heizzentrale besichtigen, die nicht nur die beiden Stadtwerke-Gebäude wärmt. Sie heizt auch die Pestalozzi-Schule, das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium und die Sporthalle.

Im ersten Halbjahr 2018 soll der Baubeschluss kommen

Im ersten Stock des Verwaltungsgebäudes der Filderstadtwerke werden die kaufmännische und die technische Verwaltung untergebracht. In der zweiten Etage soll ein Multifunktionsraum eingerichtet werden. Dieses Stockwerk wird laut Plan nicht komplett ausgebaut. Es gibt nach den jetzigen Plänen aber die Option auf weitere 150 Quadratmeter für Büros.

Die Fachingenieursleistungen werden in Abstimmung mit dem Architekten und dem Projektsteuerer Drees und Partner von den Stadtwerken an diejenigen Bieter vergeben, welche in Ausschreibungen die günstigsten Angebote abgeben. Danach wird das Planungsteam gebildet.

Nachdem der Stadtwerkeausschuss jetzt die 250 000 Euro bewilligt hat, kann es dann mit der Arbeit beginnen. Damit steht jetzt auch ein ungefährer Zeitablauf für das Gesamtprojekt fest. Noch vor der Sommerpause soll der Vertrag mit dem Architektenbüro unterzeichnet werden, im Herbst steht das Planungsteam und im ersten Halbjahr 2018 soll der Baubeschluss gefasst werden. „Wir rechnen damit, dass wir die neuen Stadtwerke im Juli 2020 nach dreijähriger Bauzeit einweihen können“, sagte Stadtwerkechef Jan Meier auf Anfrage von Monika Strobel (Gemeinschaftsfraktion CDU/FDP).

Lob und gute Wünsche von allen Fraktionen

Lob für die Stadtwerke gab es von den Vertretern aller Fraktionen. Armin Stickler (Grüne) wünschte Jan Meier und seinem Team viel Erfolg und ergänzte: „Wir wollen Sie nicht daran hindern, Vollgas zu geben.“ Walter Schwaiger (CDU/FDP) stellte fest: „Dies ist ein guter Tag heute. Es ist sehr schön, dass die Architekten auch gegenüber Vorschlägen zum Kostensparen aufgeschlossen sind.“

Alfred Weinmann (SPD), der am kommenden Montag altershalber alle Ämter im Gemeinderat niederlegen wird, sagte: „Ich freue mich, dass ich in meiner letzten Ausschusssitzung die Weichen für das Projekt stellen darf. Ich glaube, dass das ganze eine gute Sache wird.“ Robert Hertler (Freie Wähler) zeigte sich zufrieden mit der Dialogbereitschaft des Architekturbüros bei der Kostenminimierung: „Der Preiswettbewerb hat gezeigt, dass wir jemanden haben, der mitmachen will.“