Silvester am Hauptbahnhof in Köln NRW-Innenminister äußert sich zu sexuellen Übergriffen

Von red/dpa 

Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger (SPD), hat die massiven Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht rund um den Kölner Hauptbahnhof scharf kritisiert. Am Dienstag soll es ein Krisentreffen geben.

NRWs Innenminister will die sexuellen Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht nicht hinnehmen. Foto: dpa
NRWs Innenminister will die sexuellen Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht nicht hinnehmen.Foto: dpa

Köln - NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat scharf auf die massiven Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht rund um den Kölner Hauptbahnhof reagiert. „Wir nehmen es nicht hin, dass sich nordafrikanische Männergruppen organisieren, um wehrlose Frauen mit dreisten sexuellen Attacken zu erniedrigen“, zitierte der Kölner „Express“ (Dienstag) den Minister. „Deshalb ist es notwendig, dass die Kölner Polizei konsequent ermittelt und zur Abschreckung Präsenz zeigt.“

Als „Straftaten einer völlig neuen Dimension“ hat Polizeipräsident Wolfgang Albers die vielfachen Übergriffe auf Frauen rund um den Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht bezeichnet. „Es ist ein unerträglicher Zustand, dass mitten in der Stadt solche Straftaten begangen werden“, sagte er am Montag.

Albers zufolge versammelten sich am Silvesterabend auf dem Bahnhofsvorplatz etwa 1000 Männer, die „dem Aussehen nach aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum“ stammen. Dies hätten alle Zeugen übereinstimmend ausgesagt. Aus der Menge hätten sich Gruppen von mehreren Männern gebildet, die Frauen umzingelt, bedrängt und ausgeraubt hätten.

Der Polizeipräsident sprach von Sexualdelikten in sehr massiver Form und einer Vergewaltigung. Ähnlich hatten sich die Polizei und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zuvor in Pressemitteilungen geäußert. Für Dienstag hat Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) ein Krisentreffen einberufen.

Der Polizei lagen bis Montag 60 Anzeigen vor, darunter auch Diebstähle von Taschen, Handys und Geldbörsen. Die Ermittler gehen von weiteren Opfern aus, die sich bisher noch nicht gemeldet haben.

Die Polizei hatte die Ansammlung auf dem Bahnhofsplatz in der Silvesternacht nach eigener Darstellung beobachtet und den Platz schließlich vorübergehend räumen lassen, weil Böller in die Menge geworfen wurden - der vielfache Missbrauch sei den Beamten zunächst nicht aufgefallen.

Die Kölner Polizei hat nach den Vorfällen eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Am Sonntag nahmen Polizisten in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofs fünf Männer fest, die Frauen bedrängt und Reisende bestohlen haben sollen. Ob sie auch etwas mit den Taten in der Silvesternacht zu tun haben, ist nach Angaben der Ermittler noch unklar.

Die GdP reagierte entsetzt auf die Vorfälle. „Das ist eine völlig neue Dimension der Gewalt. So etwas kennen wir bisher nicht“, sagte der NRW-Landesvorsitzende der GdP, Arnold Plickert, der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Die stark alkoholisierten Täter seien „völlig enthemmt und gewaltvoll“ vorgegangen. „Ein Täter hat einer Zivilpolizistin in die Hose gefasst“, berichtete Plickert. Bei den am Einsatz beteiligten Polizeibeamten herrsche eine „tiefe Betroffenheit“.

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9 KommentareKommentar schreiben

Hätte jemand vor ein paar Monaten: die Befürchtung geäußert, "dass sich nordafrikanische Männergruppen organisieren, um wehrlose Frauen mit dreisten sexuellen Attacken zu erniedrigen", dann wäre diesem von der SPD das "Schüren fremdenfeindlicher Ressentiments" vorgeworfen worden. Wie schnell sich die Zeiten doch ändern...

auf: einmal wird berichtet dass die Tätergruppen aus dem "arabischen und nordafrikanischen Raum" stammen. Ist das nicht auch Rassismus? Wenn nein, wie hoch mag die Dunkelziffer sein?

Polizei: Das Schlimmste ist ja wohl, dass die Polizei da war, aber nichts bemerken konnte, also offensichtlich nicht richtig hingeschaut hat und sich jetzt komplett überrascht gibt „Das ist eine völlig neue Dimension der Gewalt. So etwas kennen wir bisher nicht“. Hunderte von Personen kann man nicht übersehen. Außerdem hatte Köln schon einmal ein erhebliches Problem, das so lange auch noch nicht her ist: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/hooligans-gegen-salafisten-ausschreitungen-in-koeln-a-999382.html.

Wo ist: der Aufschrei von der Merkel?????????

Tja - : wenn man zynisch werden wollte könnte man sagen: "Geliefert, wie bestellt." Nachdem die Zahl der Opfer bei diesen Verbrechen nun so groß war, dass sogar die Medien von ihrer sonst üblichen Berichterstattung abweichen mussten und die Herkunft der Täter nicht mehr verschleiern konnten, könnte ja jetzt eventuell sogar mal der eine oder andere Traumtänzer aufwachen.

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