Silvesternacht in Stuttgart Weitere Opfer melden sich

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Auch in Stuttgart haben sich in der Silvesternacht Übergriffe auf Frauen ereignet. Am Mittwoch meldeten sich weitere Opfer. Die Polizei untersucht die Fälle.

Die Polizei untersucht Vorfälle in der Silvesternacht in Stuttgart. Foto: dpa
Die Polizei untersucht Vorfälle in der Silvesternacht in Stuttgart.Foto: dpa

Stuttgart - Die Ereignisse in Köln in der Silvesternacht lassen eine Meldung der Stuttgarter Polizei in neuem Licht erscheinen. Auf dem Schlossplatz hatte eine Gruppe von 15 Männern in der Nacht zum 1. Januar zwei Frauen überfallen. Am Dienstag und Mittwoch meldeten sich weitere Opfer. Zumindest die Vorgehensweise ähnelt der in Köln: Die Männergruppe kreiste die beiden 18-jährigen Frauen auf dem Schlossplatz ein, begrapschte und bedrohte sie und raubte ihre Handys. Die sexuellen Übergriffe seien nicht so massiv gewesen wie jene, die in Köln begangen wurden, so die Polizei, aber „schon heftig“.

Zunächst war die Polizei nur von dieser einen Tat ausgegangen. Nachdem am Montag im Laufe des Tages allmählich das Ausmaß der Taten in Köln bekannt geworden war, meldeten sich weitere Frauen, die angaben, in Stuttgart in ähnlicher Weise bedrängt und angegangen worden zu sein. „Wir sind in Kontakt mit anderen Polizeipräsidien im Land und tragen die Anzeigen nun zusammen“, sagte der Polizeisprecher Jens Lauer. Am Dienstag sei „etwa eine Handvoll Fälle“ dazugekommen. Die Zahl der Frauen, die sich am Mittwoch meldeten, gab die Polizei noch nicht bekannt.

Manche Opfer, die an Silvester zu Besuch in Stuttgart waren, seien zunächst nach Hause gefahren und hätten dort Anzeige erstattet. Die Polizei geht davon aus, dass sich einige wohl erst aufgrund der Zeugenaufrufe und der Berichterstattung über Köln zur Anzeige entschlossen hätten. Es seien einfache Taschendiebstähle, Raub und sexuelle Belästigungen gemeldet worden. Die Polizei prüfe nun, ob es Übereinstimmungen gibt. Und sie warnt davor, vorschnell die Stuttgarter Taten alle in einen Topf zu werfen, erst recht nicht mit den massiven Übergriffen in Köln. „Die Kollegen vergleichen und analysieren die Meldungen. Sie prüfen, ob es etwa ähnliche Täterbeschreibungen gibt“, sagte Lauer. Erst dann könne man sich zu Zusammenhängen der Stuttgarter Übergriffe äußern.

Polizei prüft Übereinstimmungen

Die Methode, Frauen in einer größeren Menschenmasse zu bedrängen, sei auch in Stuttgart nicht neu. Es komme immer wieder vor, meist in Diskotheken – aber mit einzelnen Tätern und weniger brutal.

Schlimmer als die gelegentlichen Disco-Taschendiebstähle sollen Übergriffe gewesen sein, die Mitte Dezember auf dem Elektronik-Musikfestival SEMF auf der Landesmesse begangen wurden. Die Polizei fasste sieben Tatverdächtige, die gemeinsam und aggressiv vorgegangen sein sollen. Sie rissen Frauen Schmuck vom Körper. Dabei sollen sie Personen, die den Opfern helfen wollten, mit Pfefferspray vertrieben haben. Als die Männer noch in derselben Nacht in einem Bus nach Italien flüchten wollten, nahm die Polizei sie fest.

Die Polizei Stuttgart sucht weiterhin Zeugen von Taten an Silvester. Sie werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 89 90-57 78 zu melden.

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Öffentl. Sicherheit: Die öffentliche Sicherheit ist gemeinsame Aufgabe von Bund, Land und Stadt. Fragen Sie einmal beim verantwortlichen Stuttgarter Ordnungsbürgermeister Dr. Schairer nach, wieviel Mitarbeiter er nachts einsetzt.

Wie ?: Jetzt werden diese Vorfälle wieder einmal relativiert mit Belästigungen und Diebstählen in Dikotheken herunter gespielt. Vielleicht sollte man mal der Realität ins Auge schauen und Handeln ! Sonst gibt es sofort einen Riesen Aufschrei der Politiker gerade aus den Reihen der Grünen und der SPD. Vielleicht sollten der MP und seine Minister auch zu diesem Fall äußern. Durch das Ignorieren sehe ich die Gefahr dass die populistischen bei nächsten Wahl Zulauf bekommen und das Land nicht mehr vernünftigt regiert werden kann. Man darf die Realität nicht ausblenden sondern man muss diese annehmen.

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