Smart Allianz Stuttgart Die Erfolge im Europapokal kosten Geld
Mario Gaisenhanslüke, 01.02.2012 07:08 Uhr
Jan Lindenmair über das nächste Spiel: „Wir haben eine kleine Chance, und die wollen wir nutzen.“ Foto: dpa
Jan Lindenmair über das nächste Spiel: „Wir haben eine kleine Chance, und die wollen wir nutzen.“ Foto: dpa
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Stuttgart - Der Weg unter die besten acht hatte mehr von einer Achterbahnfahrt als von einem Durchmarsch. Dennoch sind die Volleyballerinnen des Bundesligisten Smart Allianz Stuttgart im CEV-Cup, dem zweithöchsten europäischen Wettbewerb, nach knappen Siegen im Viertelfinale angekommen. Am Mittwoch (20 Uhr) gastiert mit dem italienischen Spitzenteam Robur Tiboni Urbino Volley der bislang schwerste Gegner in der Scharrena.

Der Gewinn des nationalen Pokals 2011 in Halle/Westfalen war der größte Triumph in der Stuttgarter Vereinsgeschichte und ermöglichte die erstmalige Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb. Nach einer ausgiebigen Feier stellte sich dem Manager Bernhard Lobmüller aber schnell die Frage: "Europa wir kommen, aber sollen wir?" Denn im Gegensatz zum Fußball, in dem Vereine mit der Teilnahme an europäischen Wettbewerben Millionen verdienen können, bedeutet die Teilnahme am CEV-Cup ein Zuschussgeschäft.

Flugkosten, die Bezahlung der Schiedsrichter, Hotelkosten: der Manager Lobmüller rechnet im Moment mit einem Minus von 25.000 Euro. Dabei hätte es noch schlimmer kommen können. "Wir hatten Glück bei den Flugkosten, denn schließlich waren auch Gegner aus Russland oder der Ukraine möglich", sagt Lobmüller - es wurden Teams aus Frankreich, Finnland und nun Italien. Neben den hohen Ausgaben auf der einen Seite haben die Stuttgarter auch auf der anderen Seite der Rechnung ein Problem - es fehlt an Zuschauern.

"Unvergessene Abende in der Scharrena"

Neben den Sponsorengeldern können die Kosten im CEV-Cup nur durch die Einnahmen in den Heimspielen gedeckt werden. Bisher kamen nur 9000 Euro zusammen. Gegen das Spitzenteam aus Italien hofft Lobmüller auf ein volles Haus. Vorab gingen bisher allerdings nur 360 Karten weg. Sportlich wurde den Zuschauern in den beiden ersten Heimspielen viel geboten. Zweimal standen die Stuttgarterinnen gewaltig unter Zugzwang. Sowohl in Istres (Frankreich) als auch in Salo (Finnland) hatten sie die Hinspiele verloren. Im Rückspiel musste jeweils ein Sieg her.

Gewinnen beide Teams eine Partie, wird direkt im Anschluss an den zweiten Vergleich im "Golden Set" das Weiterkommen ermittelt - die Höhe der Siege spielt keine Rolle. Beide Male war das Stuttgarter Team erfolgreich. Über "unvergessene Abende in der Scharrena" spricht Bernhard Lobmüller, wenn er an die Rückspiele vor heimischem Publikum zurückdenkt: "Beide Male ist das Team über sich hinausgewachsen, die Zuschauer tobten und haben sich im Golden Set gar nicht mehr hingesetzt."

Mit Robur Tiboni Urbino Volley kommt am MIttwoch der stärkste Gegner der Saison überhaupt nach Stuttgart. Die Mannschaft des Trainers Francois Salvagni steht in der italienischen Serie A, der wohl besten Frauenvolleyball-Liga der Welt, auf Platz drei und hat 2011 den CEV-Cup gewonnen. "Wir haben eine kleine Chance, und die wollen wir nutzen", sagt Stuttgarts Trainer Jan Lindenmair. Die Entscheidung, wer ins Halbfinale einzieht, fällt am 8. Februar in Italien.

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