Solituderennen
Statt Nostalgie gibt es Zoff
Michael Schmidt,
26.05.2010 17:35 Uhr
Bereits 2008 rollten die Boliden über die einstige Zielgerade beim Solitude-Revival. Schon damals reichte der Platz für die Rennen nicht aus. Foto: factum/Archiv
Leonberg - Die Freunde des klassischen Motorsports sind in Aufruhr - auf Touren gebracht durch Schikanen, die das Wiederaufleben des Mythos' Solituderennen auszubremsen drohen. Die Vereine Retro-Classic-Cultur und Solitude-Revival, die auf dem legendären Solitudering bei Leonberg (Kreis Böblingen) vom 22. bis zum 24. Juni 2011 ein großes Erinnerungsrennen veranstalten wollen, fühlen sich vom ADAC behindert. Denn dem mächtigen Automobilclub gehören die einstige Boxengasse beim heutigen Verkehrsübungsplatz, der Zeitmessturm und ein Gelände an der Zielgeraden. Und der ADAC ist nicht bereit zuzulassen, dass die Veranstalter dieses Gelände am einstigen Motodrom bei dem Rennen nächstes Jahr benutzen.
Der ADAC trübt damit die Vorfreude auf die größte Party, die zum 125. Geburtstag des Automobils in dessen Heimat geplant ist. Erstmals nach 46 Jahren wollen Oldtimerfreunde auf dem zwölf Kilometer langen Solitudering wieder die Rennwagen röhren lassen. Vor 50 Jahren hatte man auf dem Rundkurs die letzten Grand-Prix-Rennen mit bis zu einer halben Million Zuschauern veranstaltet. Auch für das nächste Jahr, wenn Oldtimer-Aktivisten wie der Renninger Karl Ulrich Herrmann den Mythos Solitude trotz aller Probleme wieder aufleben lassen wollen, werden dort Hunderttausende von Besuchern erwartet. Dabei ist man aber auf den ADAC angewiesen. "Es ist zu eng im Mahdental. Wir brauchen die Flächen des Verkehrsübungplatzes", sagt Herrmann, "um die Schätze des Mercedes-, des Porsche-Museums und anderer Sammler zu zeigen."
Er habe dem Automobilclub vorgeschlagen, das Treffen in Anlehnung an alte Zeiten "ADAC-Solitude-Revival" zu nennen, so Herrmann, aber bisher keine klare Reaktion erhalten. Ganz andere Reaktionen gebe es sonst beim Genehmigungsmarathon: bei allen Behörden, vom Leonberger und dem Stuttgarter Ordnungsamt bis hin zum Regierungspräsidium und selbst aus dem Landeswirtschaftministerium, habe er "enormen Rückenwind" verspürt, berichtet Herrmann. Für den als Touristenattraktion geplanten Automobilsommer 2011 solle die Großveranstaltung zum Hauptzugpferd werden, erklärt der Betreiber einer Oldtimer-Marketingagentur.
Der Stuttgarter ADAC-Sprecher Reimund Elbe weist dagegen darauf hin, dass der Autoclub bereits im vergangenen November dem Oldtimerfreund eine definitive Absage erteilt habe. "Wir dürfen laut unserer Satzung den Platz nur für Verkehrssicherheitstrainings nutzen. Es ist kein Eventgelände", sagt Elbe. Er sei deshalb "schon sehr überrascht", dass Herrmann nun den Eindruck erwecke, man verhandle noch. "Selbst unsere Ortsclubs bekommen das Gelände nicht für Veranstaltungen", erklärt der Sprecher. Wenn der ADAC nun eine Ausnahme mache, könne das für den Verband zum Bumerang werden.
Der Verkehrsübungsplatz liegt im Landschaftsschutzgebiet Glemswald. Deshalb war der Automobilclub bereits in den 80er Jahren heftig von Naturschützern angegangen worden. Mittlerweile hat der ADAC in die Verkehrsübungsanlage investiert, um die strengen Umweltauflagen einzuhalten. Selbst eigene Veranstaltungen wie der große Sicherheitstag für Motorradfahrer am 6. Juni endeten schon am späten Nachmittag, so der ADAC. Karl Ulrich Herrmann hofft dennoch auf ein Umdenken des Automobilclubs. "Das Revival ist eine einmalige Chance", wirbt er.
Der ADAC trübt damit die Vorfreude auf die größte Party, die zum 125. Geburtstag des Automobils in dessen Heimat geplant ist. Erstmals nach 46 Jahren wollen Oldtimerfreunde auf dem zwölf Kilometer langen Solitudering wieder die Rennwagen röhren lassen. Vor 50 Jahren hatte man auf dem Rundkurs die letzten Grand-Prix-Rennen mit bis zu einer halben Million Zuschauern veranstaltet. Auch für das nächste Jahr, wenn Oldtimer-Aktivisten wie der Renninger Karl Ulrich Herrmann den Mythos Solitude trotz aller Probleme wieder aufleben lassen wollen, werden dort Hunderttausende von Besuchern erwartet. Dabei ist man aber auf den ADAC angewiesen. "Es ist zu eng im Mahdental. Wir brauchen die Flächen des Verkehrsübungplatzes", sagt Herrmann, "um die Schätze des Mercedes-, des Porsche-Museums und anderer Sammler zu zeigen."
"Verkehrsübungsplatz ist kein Eventgelände"
Er habe dem Automobilclub vorgeschlagen, das Treffen in Anlehnung an alte Zeiten "ADAC-Solitude-Revival" zu nennen, so Herrmann, aber bisher keine klare Reaktion erhalten. Ganz andere Reaktionen gebe es sonst beim Genehmigungsmarathon: bei allen Behörden, vom Leonberger und dem Stuttgarter Ordnungsamt bis hin zum Regierungspräsidium und selbst aus dem Landeswirtschaftministerium, habe er "enormen Rückenwind" verspürt, berichtet Herrmann. Für den als Touristenattraktion geplanten Automobilsommer 2011 solle die Großveranstaltung zum Hauptzugpferd werden, erklärt der Betreiber einer Oldtimer-Marketingagentur.
Der Stuttgarter ADAC-Sprecher Reimund Elbe weist dagegen darauf hin, dass der Autoclub bereits im vergangenen November dem Oldtimerfreund eine definitive Absage erteilt habe. "Wir dürfen laut unserer Satzung den Platz nur für Verkehrssicherheitstrainings nutzen. Es ist kein Eventgelände", sagt Elbe. Er sei deshalb "schon sehr überrascht", dass Herrmann nun den Eindruck erwecke, man verhandle noch. "Selbst unsere Ortsclubs bekommen das Gelände nicht für Veranstaltungen", erklärt der Sprecher. Wenn der ADAC nun eine Ausnahme mache, könne das für den Verband zum Bumerang werden.
Der Verkehrsübungsplatz liegt im Landschaftsschutzgebiet Glemswald. Deshalb war der Automobilclub bereits in den 80er Jahren heftig von Naturschützern angegangen worden. Mittlerweile hat der ADAC in die Verkehrsübungsanlage investiert, um die strengen Umweltauflagen einzuhalten. Selbst eigene Veranstaltungen wie der große Sicherheitstag für Motorradfahrer am 6. Juni endeten schon am späten Nachmittag, so der ADAC. Karl Ulrich Herrmann hofft dennoch auf ein Umdenken des Automobilclubs. "Das Revival ist eine einmalige Chance", wirbt er.
Rennlegenden
Bergstrecke
Typen wie Jim Clark, der 1964 auf dem elf Kilometer langen Rundkurs an der Solitude den letzten Formel-1-Lauf gewann, begründeten den legendären Ruf der Rennstrecke. Bis heute hält Clark den Rundenrekord: 1963 raste er mit einem Durchschnittstempo von 179 Stundenkilometern über 45 Runden. Mit seinem Lotus benötigte der Brite für die schnellste Runde gerade einmal drei Minuten und 49 Sekunden. Der anspruchsvolle Kurs gilt als Bergstrecke. Vom Glemseck aus geht es auf einer Länge von 1500 Metern mehr als 130 Höhenmeter hinauf an das Frauenkreuz.Revival
Anno 2008 feierte die Initiative Solitude-Revival den 80. Geburtstag der schwäbischen Rennlegenden Hans Herrmann, Herbert Linge und Paul Strähle mit einem Schaulaufen der besten Porsche- und Mercedes-Renner auf der Zielgeraden und dem einstigen Motodrom am Glemseck. Mehr als 60000 Zuschauer wollten vor zwei Jahren live dabei sein. mic
Weitere Artikel


23 Mal Stuttgart – wir stellen Ihnen alle 23 Stadtbezirke vor >>



ich fände es schade,
wenn das Spektakel nicht stattfinden würde.
Solituderennen: Statt Nostalgie ... bitte kein Zoff
"Der Verkehrsübungsplatz liegt im Landschaftsschutzgebiet Glemswald. Deshalb war der Automobilclub bereits in den 80er Jahren heftig von Naturschützern angegangen worden. Mittlerweile hat der ADAC in die Verkehrsübungsanlage investiert, um die strengen Umweltauflagen einzuhalten. Selbst eigene Veranstaltungen wie der große Sicherheitstag für Motorradfahrer am 6. Juni endeten schon am späten Nachmittag, so der ADAC. Karl Ulrich Herrmann hofft dennoch auf ein Umdenken des Automobilclubs. ""Das Revival ist eine einmalige Chance"", wirbt er." ------------------------------------------------------------------------------------------------- Nun, der ADAC befürchtet, daß dies Signalwirkung haben könnte. Und im Mahdental hat die Stadt Leonberg das Bauen im Außenbereich zugelassen, obwohl im Landschaftsschutz gelegen. Es lebe die Ausnahme ! Eine Oase der Stille ist dieses Tal schon seit mindestens 60 Jahren nicht mehr. Es zog lange Zeit viele Besucher in die Region. Heute, wo Tourismus ein Wirtschafts- und vor allem auch ein Beschäftigungsfaktor hierzulande geworden ist, sollte man doch seitens der Naturschützer (ich gehöre auch zu ihnen) wie auch beim ADAC umdenken. Nicht nur für Veranstaltungen mit historischem Hintergrund wäre der Rundkurs sehr gut geeignet, sondern auch für Sport-Events nach heutigem Puplikumsgeschmack wie Fahrrad-Rennen und ganz bestimmt bald auch Rennen mit Elektro-Fahrzeugen. Die Bergstrecke hat es in sich ! Dumm nur, daß man wegen ein paar ha Wald beim Frauenkreuz den ansonsten bis heute original erhaltenen Nachkriegs-Rundkurs an dieser Stelle vermurkst hat. Wer war´s ?