Sorge im Amateurfußball „Diese Rohheit ist beklemmend"
dpa/lsw, 18.03.2010 18:56 Uhr
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Beim Profifußball spielen sich Gewalttätigkeiten zwischen Fan-Gruppen häufig auch weit außerhalb der von Ordnungskräften streng überwachten Stadien ab. Dagegen leiden die Amateurvereine unter Vorfällen auf und direkt neben ihren Plätzen. Foto: dpa
Beim Profifußball spielen sich Gewalttätigkeiten zwischen Fan-Gruppen häufig auch weit außerhalb der von Ordnungskräften streng überwachten Stadien ab. Dagegen leiden die Amateurvereine unter Vorfällen auf und direkt neben ihren Plätzen. Foto: dpa
Stuttgart - Die drei Fußballverbände in Baden-Württemberg registrieren bei Amateurspielen immer brutalere Ausschreitungen und sorgen sich deshalb um den Ruf ihres Sports. "Es gibt eine Art von Gewalt, die wir bisher nicht gekannt haben", sagte der Präsident des Württembergischen Fußballverbands (WFV), Herbert Rösch, am Donnerstag. Zwar sei die Zahl gewalttätiger Übergriffe nicht gestiegen, wohl aber deren Intensität, erklärte Rösch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Badischen und Südbadischen Fußballverband (BFV und SBFV) in Stuttgart. "Es sind seltene Erscheinungen. Sie beschädigen aber das Bild des Sports."

Um dem entgegenzuwirken, sollen Clubs künftig vom Spielbetrieb ausgeschlossen werden, falls sie sich nach "Gewaltexzessen" nicht zu Schulungen in Konfliktvermeidung bereiterklärten. Zudem sollten sich Spieler vor dem Anpfiff als Zeichen des Respekts die Hand geben. "Wir zeigen der Gewalt die Rote Karte", sagte Rösch.

Auch Schiedsrichter fallen der Gewalt zum Opfer


Die meisten der pro Wochenende fast 10.000 Fußballspiele in Baden-Württemberg verliefen zwar friedlich. Vereinzelt sei aber die Tendenz zu immer brutaleren Übergriffen festzustellen. Dies entspreche den Entwicklungen in anderen Bereichen der Gesellschaft. In der laufenden Saison gab es nach Angaben der Verbände in Württemberg 50 Spielabbrüche. In Nordbaden wurden 30 und in Südbaden 14 Partien nach Ausschreitungen vorzeitig beendet.

Es gehe vor allem um Gewalt zwischen Spielern gegnerischer Mannschaften sowie zwischen Spielern und Zuschauern. "Die Hemmschwelle beim Einzelnen sinkt", meinte Rösch. "Die Beteiligten schlagen heute häufig schneller zu als früher. Diese Rohheit und Brutalität finde ich beklemmend." Opfer seien auch Schiedsrichter, bei denen es zu Körperverletzungen und Krankenhausaufenthalten komme.

Gewalt habe zwar nicht mit der ethnischen Herkunft der Spieler zu tun, sagten die Verbandsfunktionäre. Nach den Worten von WFV- Abteilungsleiter Recht, Frank Thumm, bergen jedoch die Begegnungen sogenannter "monoethnischer Vereine" ein höheres Konfliktpotenzial. Besonders sei dies zwischen Kurden und Türken oder Serben und Kroaten der Fall. "Das hat politische Hintergründe", erklärte Thumm.

BFV-Präsident Ronny Zimmermann betonte, dass es bei den Amateuren im Unterschied zur Fan-Randale im Profifußball keine bestimmte Struktur der Gewalt gebe. Einmal würden die Eltern von E-Jugendlichen aggressiv, dann komme es zu Schlägereien bei den Aktiven. Er und Rösch forderten die Clubs deshalb auf, mehr für die Prävention zu tun und dabei häufiger mit der Polizei zusammenarbeiten.
Kommentare (4)
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MRZ
19
A.A. aus BB, 22:20 Uhr

Zwischen den Zeilen...

@ Frank / Du hast es genau getroffen! In vielen Bereichen darst du heute nicht mehr die vollständige Wahrheit sagen, wenn du Deinen Job behalten willst. Das geht dem Redakteur genauso. Er muss dies alles andeuten und hoffen, dass es die einen (zwischen den Zeilen) verstehen und die anderen damit zufrieden sind, dass er es nicht direkt schreibt. Zu groß ist die Gefahr, dass du sofort in einer linken, rechten oder überhaupt in einer Ecke bis. Würde man z.B. Polizeistatistiken nach derartigen Zwischen-Den-Zeilen - Merkmalen auswerten, wäre die Bevölkerung entsetzt. Im Fußball ist dies nicht anders. Auch das ewige Geschwafel, was nun zu tun sei geht mir auf den Geist. Die Leute wissen genau, dass die Wirkung solcher Lehrgänge etc. null ist. Eine Lösung habe ich übrigens nicht. Frag die Leute, welche uns zum Einwanderungsland gemacht haben. Wenn wir die Menschen willkommen heißen bringen sie eben auch ihre Probleme, Hintergründe und Mentalität mit. Sollen sie sich bei Fußball eine andere Idendität überstreifen? Mal gespannt, wie lange die Legende der Integration noch hochgehalten wird. Real ist es doch heute schon so, dass man sich weitgehend aus dem Weg geht, wenns geht. Und wenn nicht? Ich möchte nicht wissen, wieviele Tore oder Elfmeter Schiedsrichter schon aus purer Angst gegeben oder nicht gegeben haben...

MRZ
19
niwi, 17:37 Uhr

Sprachliche "Verballhornung"

Wenn man Deutschland vor allem wegen falsch verstandener political correctness einen solchen Käse lesen muss - inhaltlich und sprachlich - der zudem nachweislich vollkommen falsche Behauptungen in die Welt setzt, dann muss ich mir wirklich Gedanken um die Zukunft dieses Landes machen! Es ist schlimm, was dieser Fussballfunktionär wider besseren Wissens von sich gibt. Leute: ich bin kein rechtsradikaler Dummkopf und habe schon einige Jungs mit Migrationshintergrund betreut und trainiert, aber wenn wir die Kartenstatistik/ausgesprochenen Sperren und die Aufzeichungen über Spielabbrüche zu Rate ziehen, ist die Aussage des "WFV Schwätzers" widerlegt - leider. Bleibt also bitte bei der Wahrheit,danke!

MRZ
19
s`fritzle, 09:23 Uhr

Kulturbereicherer

"Gewalt habe zwar nicht mit der ethnischen Herkunft der Spieler zu tun, sagten die Verbandsfunktionäre....". Wollen die Herren Funktionäre uns verarsc.... oder haben die`s tatsächlich immer noch nicht begriffen ?

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