Soziales Netzwerk Übt Facebook Zensur aus?
Christiane Schulzki-Haddouti, 14.01.2012 16:22 Uhr
 Foto: dpa
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New York - Im vergangenen Jahr setzten viele Aktivisten auf Facebook, Twitter und Co. Die erfolgreichen Demonstrationen in Tunesien, Ägypten und anderen arabischen Ländern hatten die Macht der sozialen Netzwerke vorgeführt. Im Herbst starteten amerikanische und deutsche Occupy-Aktivisten diverse Facebook-Seiten, die rasch viele Fans anzogen. Im Moment jedoch ist die Begeisterung stark abgeflaut. Die Aktivisten vermuten, dass Facebook ab und zu selbst entscheidet, welche Inhalte gezeigt und welche Nachrichten übermittelt werden sollen.

Stephan Urbach vom internationalen Hackernetzwerk Telecomix kennt mehrere Fälle, in denen private Nachrichten von Occupy-Aktivisten nicht zugestellt wurden. Aufrufe wurden gelöscht, auch das Teilen bestimmter Links klappte nicht. "Vielen Aktivisten ist nicht klar, dass Facebook über seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen eine Art Hausrecht ausübt", stellt Urbach fest.

Schon im Oktober etwa berichtete ein Blogger auf der Nachrichten-Website Freitag.de, dass Facebook das Teilen der Internetadresse occupydc.org mit folgender Meldung kommentierte: "Hoppla. Etwas hat nicht funktioniert. Wir versuchen dieses so schnell wie möglich zu reparieren." Er dokumentierte den Vorgang mit einem Screenshot. Beschwerden, so weiß Urbach, verliefen im Sande: "Facebook reagierte auf Nachfragen nicht."

System-Schluckauf

Der Sprecherin von Facebook Deutschland, Tina Kulow, ist nicht bekannt, dass der Dienst bestimmte Inhalte nach Stichworten oder Links filtert. Sie weist jedoch darauf hin, dass Nutzer anstößige Inhalte melden können. Ein Facebook-Team entscheidet dann, ob die Inhalte online bleiben. Auch beobachte das Team bestimmte Seiten mit fragwürdigen Themen, dazu zählten etwa die Seiten der rechtsextremen NPD.

Auch gebe es eine Art Spam-Mechanismus: Kommentare auf Facebook-Seiten, die das System als Spam erkennt, werden dem Administrator der Seite vorgelegt. Er entscheidet dann, ob er den Kommentar freischalten oder löschen will. Dass private Nachrichten nicht weitergeleitet werden, kann sich Tina Kulow nur mit einer Art System-Schluckauf erklären, der jedoch sehr selten vorkomme.

Tatsächlich gibt es immer wieder verschiedene Unregelmäßigkeiten bei Occupy-Inhalten. So wird etwa beim Teilen von Links wie http://occupydc.org ab und zu die übliche grafische Vorschau nicht angezeigt, sondern nur der dürre Link gepostet - der wenig Aufmerksamkeit erregen dürfte.

Kommentare (2)
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JAN
15
Anna Lüse, 08:54 Uhr

Meinungs-und Parteiendiktatur

Ist doch klar, dass überall zensiert wird, ist doch in allen Scheindemokratien so...!!!..Sonst würde ja der ganze Schwindel zusammenbrechen...So wie bei uns auch,...

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JAN
14
Emil, 21:24 Uhr

Facebook ? Wozu ist das denn gut ?

Da blickt ja eh keiner mehr durch. Ist ja schlimmer als beim Fahrkartenautomat am Hauptbahnhof Stuttgart. Facebook, Twitter, del.icio.us, Google Bookmarks, StudiVZ, Yigg, Webnews, Mr. Wong. Wozu braucht man das alles ? Braucht nur unnötig Strom.

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