Während viele Menschen in ihren Ferien am Strand liegen und in der Sonne faulenzen wollen, arbeiteten die Jungen und Mädchen im Alter von 16 bis 21 Jahren hingegen an einem sozialen Projekt: Verschiedene Bereiche des Jugendhauses in Stammheim wurden verschönert und verbessert. Die Camp-Teilnehmer kamen aus der Slowakei, Spanien, Ecuador und Deutschland.
"Leute kennenlernen und zusammen Spaß haben", darauf kam es den 18-jährigen Freundinnen Michaela Vojtkova und Nicol Kossuthova aus der Slowakei an. Die beiden Schülerinnen nahmen zum ersten Mal an einem Workcamp des Internationalen Jugendgemeinschaftsdienstes (IJGD) teil. Schon seit 1949 organisiert der IJGD solche Workcamps in ganz Europa und findet dabei regen Anklang unter den Jugendlichen.
Genug zu tun hatten die Camp-Teilnehmer alle mal: an einigen Stellen verpasste man dem Dinosauriergebäude eine neue Haut aus Lerchenschindeln, und hinter dem Haus wurde eine neue Terrasse mit stufenförmiger Steinwand rundum errichtet. "Vorher war hier noch alles bewachsen", erläuterte Hausleiter Michael Klamm. Nun wurde ein großer Teil des Gartenbereichs von Wildwuchs befreit. Für fachmännisches Wissen war auch gesorgt: Ein Landschaftsgärtner, ein Schreiner und nicht zuletzt Michael Klamm selber, der früher eine Maurerausbildung gemacht hatte, halfen tatkräftig mit. Werkzeuge und Baumaterial stellte die Stuttgarter Jugendhausgesellschaft bereit. Gearbeitet wurde werktags von 9 bis 14 Uhr. Am vergangenen Donnerstag ging die zweiwöchige Arbeitszeit am Stammheimer Jugendhaus mit einem kleinen Grillfest zu Ende. Am darauf folgenden Samstag traten die jungen Arbeiter dann ihre Heimreise an. Trotz des durchwachsenen Wetters in den vergangenen Tagen lag man also voll im Zeitplan.
Dass die Multi-Kulti-Truppe in ihrer Freizeit aber nicht nur pflastern, graben und handwerkeln musste, dafür sorgte unter anderem Jana Kosorinova. Die Slowakin war eine von zwei Betreuerinnen der Gruppe und kümmerte sich auch um das Programm für den Nachmittag. Dieses Jahr besuchten die Camp-Teilnehmer unter anderem das Porsche-Museum, den Fernsehturm und den Killesberg. "Leute aus verschiedenen Ländern kennenlernen und was Interessantes zu erleben, hat mir schon als Teilnehmer des Camps Spaß gemacht", sagte die Wirtschaftsstudentin. Mittlerweile spricht sie neben gutem Deutsch und ihrer Muttersprache Slowakisch auch Englisch, Französisch und Tschechisch. Sprachliche Probleme gab es auf der Baustelle am Marco-Polo-Weg also keine. Und wenn es mit dem Deutsch noch etwas schwer fiel, versuchte man es eben in Englisch. "You see, that you are doing something" - Man sieht, dass man etwas schafft, sagte der 20-jährige Slowake Matus Grätzer. Er freut sich über produktive Arbeit und ein vorzeigbares Ergebnis der Anstrengungen. Ausruhen und sich auf die faule Haut legen, sei für ihn auch in den Ferien nichts. Und schon fing er wieder an, die Pflastersteine des Terrassenbodens einzusetzen und festzuklopfen.

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