Stuttgart - Von einem Krisengespräch in Sachen Kandidatensuche für die Stuttgarter OB-Wahl im Herbst will die Stuttgarter SPD-Fraktionschefin Roswitha Blind nichts wissen. Sie ist neben dem Kreisvorsitzenden Dejan Perc das einzige Mitglied der genossenschaftlichen Findungskommission. Am Mittwoch haben sich die beiden OB-Headhunter „zu einem Informationsgespräch mit dem SPD-Landesvorsitzenden Nils Schmid getroffen“.
Auf das Wörtchen „Information“ legt Blind großen Wert. „Wir haben Schmid über unseren Stand der Kandidatensuche unterrichtet“, betont sie mehrmals. „Wir sind nicht ferngesteuert, wir sind die Bestimmer, die Stuttgarter SPD hat das OB-Auswahlverfahren fest in der Hand“, lautet Blinds Botschaft zwischen den Worten.
Kandidat soll still und leise gekürt werden
Bei dem Austausch auf Augenhöhe kam natürlich auch der aktuelle Stand des OB-Wettrennens zur Sprache. „Wer als Erster Kandidaten aufstellt, hat noch lange nicht die Wahl gewonnen“, stellt Blind mit dem Hinweis auf die CDU fest. Bei den Christdemokraten, die zwischen dem „Unternehmer“ Sebastian Turner und dem „Sozialpolitiker“ Andreas Renner wählen müssten, rechnet sie mit viel Krach: „Solche Streitereien überlassen wir gern der CDU. “ Die Genossen möchten ihre Kandidatin oder ihren Kandidaten am liebsten still und leise im Windschatten möglichst lauter christdemokratischer Querelen küren.
Kein Name dringt nach außen
An der SPD-Basis glauben viele an die Findigkeit der Findungskommission: „Ich vertraue Blind und Perc und warte ab, wen sie präsentieren“, bekennt ein Genosse. Es sei doch zu begrüßen, dass die SPD sich mit öffentlichen Aussagen über ihre OB-Aspiranten zurückhalte. Andere SPDler sehen dies allerdings etwas nüchterner. Dass die eigenen Reihen fest geschlossen blieben und kein Name nach außen dringe, könne auch daran liegen, dass es eben noch keine großen Namen gebe, mutmaßt so mancher. „Peer Steinbrück hat abgesagt“, fabuliert einer. Die Stuttgarter Genossen haben trotz aller Anspannung ihren Humor bewahrt.
„Wir führen noch Gespräche“, sagt die OB-Kommissarin Blind und bestätigt so, dass der oder die Richtige noch nicht ausgemacht ist. Der Anspruch ist hoch – Blind sucht eine Kandidatin oder einen Kandidaten „mit Charisma“. Auch der Kreisvorsitzende Perc möchte eine Persönlichkeit küren, die auf Menschen zugehen, Gräben zuschütten und die gespaltene Stadtgesellschaft einen könne.


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gute wahl
ich denke herr turner ist eine sehr gute wahl... vieleicht kann er ja auch alles, ausser hochdeutsch ;-) die grünen haben wohl aussreichend gezeit das sie nicht in der lage sind verantwortung zu übernehmen!
Strategischer Verzicht der SPD in Stuttgart
Die SPD hat in Stuttgart nicht die Möglichkeit, den OB zu stellen, aber vielleicht in Karlsruhe. Bei einer strategischen Absprache mit den Grünen hätte Frank Mentrup MdL (SPD) sicher gute Chancen z.B. gegen Ingo Wellenreuther MdB (CDU) auf den OB-Sessel in Karlsruhe. Ob die Oberen von SPD und Grünen fähig sind, ein solches überregionales OB-Wahl-Bündnis zu schließen? Dies ist ein Indikator für grün-rote strategische Handlungsoptionen auf Landesebene.
Entscheidung zwischen Grünen und CDU
Nur kein Neid: Die Grünen haben ein echtes Schwergewicht eingebracht, das Stuttgart nach vorne bringen kann. Da mutet der mit viel Feuerwerk gezündete erste CDU-Kandidat eher karnevalesk an: Reklamemann Turner, der "Erfinder" des mißglückten (und zurückgezogenen) Herzchen-Slogans pro Stuttgart 21... Gerade der soll laut CDU-Kaufmann genau der Richtige OB sein - und für die tief gespaltene Stuttgarter Stadtseele als Balsam wirken können? Ein bissel Fasching, ein bissel Denver-Clan... P.S.: Eine gestandene Frau als SPD-Kandidatin wüßt ich trotzdem: BUND-Aktive Brigitte Dahlbender (SPD-Mitglied!)- aber "leider" engagiert gegen das Tunnelprojekt. Das wird den SPD-Granden nicht passen, die sich ja in Sonnenkönigsmanier anders festgelegt haben: in der Bahnhofsfrage stramm Seit an Seit mit der CDU. Die Wahl wird spannend!