Spielereien mit Licht Adrenalin pur: surreale Bilder durch Cameratossing

Von SIR 

Sie haben schon alles gemacht? Dann probieren Sie es mal mit Cameratossing.

 Foto: Franzis Verlag
Foto: Franzis Verlag

Adrenalin pur: surreale Bilder durch Cameratossing Sie haben schon alles gemacht? Dann probieren Sie es mal mit Cameratossing. Je nach Einkaufswert der Kamera ist das Adrenalin pur. Cameratossing wurde 2005 von Ryan Gallagher aus Austin, Texas, erfunden, den einfach seine uralte Agfa Digicam nervte. Außer Langzeitbelichtungen konnte man damit nichts anstellen, schließlich warf er sie in die Luft – und was dabei herauskam, animierte ihn, weiterzumachen.

Gallaghers Mini-How-to-Cameratossing

Gallagher hat sich zwischenzeitlich auf nächtliche Leuchtreklamen spezialisiert und erzielt dabei fantastische, surreale Lichtspuren.
In seinem Mini-How-to erklärt er das Cameratossing in wenigen einfachen Schritten:

• Besorge dir eine Digitalkamera.

• Finde eine Motiv (gibt es überall).

• Verwende den Selbstauslöser oder Langzeitbelichtung.

• Drücke den Auslöser.

• Werfe die Kamera während oder kurz vor der Belichtung in die Luft.

• Fang die Kamera (optional).

• Schau dir die Resultate an.

Es gibt tausenderlei Methoden mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Ob man die Kamera rotieren lässt oder versucht, sie möglichst ruhig fliegen zu lassen, ob man einen Blitz einschaltet oder nicht, die Ergebnisse sind fast immer überraschend, nie wiederholbar und so gut wie nie durch Photoshop zu ersetzen. Hier sehen Sie den Leuchtstreifen einer Straßenlaterne. Bei diesem Foto, das auf einem Friedhof während der blauen Stunde entstand, wurde der Fokus auf den Baum gesetzt, manuell belichtet und der Blitz zugeschaltet. Dann wurde die Kamera geworfen. Das Blattwerk erscheint scharf, der Abendhimmel im Hintergrund verwischt. Eingesetzt wurde eine Camedia 3040 Zoom von 2001, deren Auslöseverzögerung so lang ist, dass sie weder eine Langzeitbelichtung noch einen Selbstauslöser braucht. Fokussieren, auslösen und werfen.

Das Blitzen bei vollständiger Nacht ist allerdings nicht zu empfehlen. Es kann jederzeit passieren, dass die Kamera einem direkt ins Gesicht blitzt, und es ist etwas schwierig, eine Kamera zu fangen, die einen gerade geblendet hat. Generell ist es schon sehr schwierig, überhaupt im Dunkeln eine Kamera zu fangen, vor allem wenn man die Kamera in Drehungen versetzt hat. Solange man sich auf der Wiese oder zumindest auf halbwegs weichem Boden aufhält, ist die Hemmschwelle, seine Kamera in die Luft zu werfen, relativ gering. Haarig wird es bei Betonböden.

Bestens geeignete Tossing-Kameras

Die idealen Kameras für das Tossing sind die neuen Kompaktkameras der Tough- Reihe von Olympus. Die Kameras besitzen kein hervorstehendes Objektiv und sind bis 1,5 Meter Fallhöhe stoßgeschützt. Spiegelreflexkameras sind dagegen für Cameratossing nicht die idealen Sportgeräte.

 

Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von dem Franzis Verlag zur Verfügung gestellt.