Spielereien mit Licht Dunkle Räume per Wanderblitz erkunden

Von SIR 

Ein Elektronenblitz muss nicht unbedingt von der Kamera gesteuert werden. Wir zeigen Ihnen hier weitere Möglichkeiten, um einen Blitz zu erstellen.

Trotz der langen Belichtungszeit von einer Sekunde ist das Bild knackscharf  Foto: Franzis Verlag
Trotz der langen Belichtungszeit von einer Sekunde ist das Bild knackscharf Foto: Franzis Verlag

Ein Elektronenblitz muss nicht unbedingt von der Kamera gesteuert werden. In Zeiten des Magnesiumpulvers konnte man auch fotografieren – ganz ohne Kabel, Funkauslöser und TTL-Blitzsteuerung.

Die Tatsache, dass ein Blitz nichts anderes ist als eine ziemlich kurz leuchtende, starke Taschenlampe, gerät oft etwas in Vergessenheit, genauso wie die Möglichkeit, in dunkler Umgebung den Verschluss einfach länger offen zu halten. Beides zusammen ermöglicht Bilder, die mit einem herkömmlichen Aufsteckblitz nicht zu realisieren sind.

Freihand mit externem Elektronenblitz

Dieses Bild, der Altar der Stabkirche Borgund in Norwegen, wurde mit einer Kamera ganz ohne eingebauten Blitz aus der Hand gemacht. Generell ist das Fotografieren in der Stabkirche, ob mit oder ohne Blitz, verboten. Ausnahmegenehmigungen sind beim Betreiber, Fortidsminneforeningen, zu beantragen. Hier war die Kamera auf manuelle Belichtung eingestellt, der Assistent mit dem manuell zu betätigenden Elektronenblitz stand links außerhalb des Bilds. Sobald er das Öffnen des Verschlusses hörte, löste er per Hand den Blitz aus. Mit einem auf der Kamera montierten Elektronenblitz wären die beiden Säulen im Vordergrund stark überstrahlt. Indirektes Blitzen ist in der Stabkirche nicht möglich, das rohe Holz und die verwinkelte Architektur machen alle entsprechenden Versuche zunichte.

Die Abstimmung von Blende und Blitzleistung muss von Fall zu Fall ausprobiert werden. Je nach Blitz kann man den Elektronenblitz auch im Automatikmodus betreiben, das Problem dabei ist, dass der Blitz die Lichtmenge misst, die sein eigener Sensor erhält. Das muss aber nicht die Lichtmenge sein, die an der Kamera ankommt. Ein Hindernis vor dem Blitz kann dafür sorgen, dass die Automatik abregelt, obwohl das Hindernis überhaupt nicht auf dem Bild ist.

Am einfachsten ist es, den Blitz vollständig manuell zu betreiben. Dies trifft vor allem dann zu, wenn Rauch oder Nebel im Spiel ist. Super dafür geeignet sind digitale Spiegelreflexkameras und Systemkameras.

Ruinen im Dunkel der Nacht

Nächtliche Szenen von Ruinen sind eine andere Anwendung der Wanderblitztechnik. Dabei wird auch klar, woher der Name kommt. Die Kamera wird auf ein Stativ gestellt, mit sehr langer Belichtungszeit ausgelöst, und der Fotograf wandert im Bild umher und beleuchtet, was ihm hervorhebenswert erscheint. Aufpassen muss man nur, dass man während der Blitzangabe nicht zwischen beleuchteter Fläche und Kamera steht, da man sonst einen eindeutigen Schatten wirft.

Auf Reflexionslicht achten

Generell ist beim Wanderblitz immer auf Reflexionslicht zu achten. Selbst wenn der Blitz über den eingebauten Reflektor auf größte Brennweite gestellt wird, produziert er an jeder Fläche Streulicht. Im Freien ist das nicht sonderlich schlimm, solange die Luft klar ist. In geschlossenen Räumen können durch mehrere Wanderblitze Kreuzschatten, Überstrahlungen und Kontrastverluste entstehen. Eventuell ist es sinnvoll, neben dem Blitz auch einen Abschatter mitzunehmen, um das Streulicht des Blitzes zu minimieren.

Eine Auswahl an Blitzen und Zubehör finden sie hier

Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von dem Franzis Verlag zur Verfügung gestellt.

Wenn sie mehr über das Blitzen erfahren möchten, empfehlen wir diesen Artikel.