Spielereien mit Licht Stereobilder: Renaissance im Sog der 3-D-Filme

Von SIR 

Die Stereofotografie kommt in den letzten Jahren durch eine Schwemme an 3-D-Filmen wieder vermehrt ins Bewusstsein der Fotografen.

In diesem Beispiel wurde mangels Stereoschiene einfach das gesamte Stativ um einige Zentimeter verrückt. Foto: Franzis Verlag
In diesem Beispiel wurde mangels Stereoschiene einfach das gesamte Stativ um einige Zentimeter verrückt.Foto: Franzis Verlag

Stuttgart - Diese uralte Art der Fotografie kommt in den letzten Jahren durch eine Schwemme an 3-D-Filmen wieder vermehrt ins Bewusstsein der Fotografen. Prinzipiell wird ein Stereobild dadurch erzeugt, dass man zwei parallele Kameras auslöst und die beiden resultierenden Bilder jeweils nur mit einem Auge betrachtet. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten: über Projektionen mit polarisiertem Licht, über eine Schieltechnik oder über die Anaglyphentechnik. Dabei werden die Farben des Bilds so umgerechnet, dass man mittels einer Rot-Cyan-Brille einen dreidimensionalen Eindruck bekommt.

Ein einfaches Stereobild anfertigen

Das Anfertigen eines Stereobilds ist kein Hexenwerk. Sie benötigen dazu eine Kamera, ein Stativ und eine Stereoschiene. Zuerst suchen Sie sich ein Motiv heraus, das als 3-D-Bild reizvoll erscheint. Dann wird das Bild so fotografiert, dass es etwas nach rechts verrutscht ist, die Kamera um etwa sieben Zentimeter verschoben und noch mal ein Bild gemacht.
Die beiden Bilder werden dann mit dem Freewareprogramm StereoPhoto Maker zu einem Bild zusammengerechnet. Fertig.

Der Stereoeffekt beruht darauf, dass die Stereobasisbreite – also die Verschiebung der Kamera – und der Abstand zum Motiv in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Als Faustregel gilt: Zwischen 1 und 10 Meter Abstand sind 7 Zentimeter gut, bis 20 Meter kann man 12 Zentimeter Basisbreite verwenden, und wenn es mehr wird, verstellt man besser das Stativ. Um von einem Aussichtspunkt aus die gegenüberliegende Bergkette aufzunehmen, können auch 6 Meter Basisbreite richtig sein.
Bei näheren Aufnahmen verringern Sie die Basisbreite. Im Makrobereich reichen bereits wenige Millimeter aus. Das große Problem dabei ist, die Kamera beim Verschieben nicht zu kippen und die beiden optischen Achsen parallel zu halten. Aus diesem Grund sind Stereofotos aus der Hand zwar möglich, aber nur mit gehöriger Erfahrung befriedigend zu bewältigen.

Günstige Möglichkeit für eine Stereoschiene

Eine günstige Alternative zur Stereoschiene ist ein Makroschlitten. Gut geeignet ist der Manfrotto 454, wenn es längere Stereobasisbreiten sein sollen, ist eine Novoflex- Lösung aus einem Q-Mount und einer XBase- Schiene ideal. Der Q-Mount ist eine Schnellklemmung, die mit Wechselplatte auf den Stativkopf gebaut wird, die X-Base- Schiene eine lange Standardschiene von Novoflex. Sie ist nicht im normalen Katalog enthalten, kann aber direkt bei Novoflex bestellt werden. Selbstbaulösungen aus Kabelkanälen sind nur für extrem leichte Kameras zu empfehlen.
Es versteht sich von selbst, dass sich die Kamera im vollständig manuellen Modus befinden muss. Fokus und Belichtung dürfen sich zwischen den beiden Bildern nicht ändern. Manche Kameras besitzen einen Panoramamodus, bei dem Fokus und Belichtung fixiert werden. Die beiden fertigen JPEG-Bilder werden schließlich in das Programm StereoPhoto Maker geladen. Merken Sie sich nur, welches Bild das linke und welches das rechte ist. verstellbar ist.

Hier erhalten Sie den StereoPhoto Maker. http://stereo.jpn.org/ger/stphmkr/ index.html

Die Bilder werden jetzt justiert – für die meisten Fälle ist die automatische Justage perfekt. Dabei werden leichte Dreher korrigiert und die links und rechts überstehenden Bildteile abgeschnitten. Wie Sie am Beispiel des Programms Stereo- Photo Maker sehen, sind diese schnellen Stereofotos nur die Spitze eines Eisbergs aus unglaublichen Möglichkeiten, die erst beim Stereokugelpanorama enden. Im Gegensatz zu nahezu allen anderen Bildern sind Stereofotos vergleichsweise resistent gegen Manipulationen durch Photoshop. Schon kleinste Retuschen machen sich in Störungen des Stereoeindrucks bemerkbar. Auf diese Art sind keine Bilder von bewegten Motiven zu machen.

Fahrende Autos, Passanten oder ähnliche Objekte stören den Stereoeindruck nachhaltig. Sollen entsprechende Motive abgelichtet werden, benötigen Sie zwei identische Kameras, die dann synchron eingestellt, parallel ausgerichtet und gleichzeitig ausgelöst werden. Entsprechende Lösungen werden am besten über einen Y-Fernauslöser realisiert, der meist selbst gelötet ist. Schnappschusstauglich ist jedoch auch diese Lösung nicht.

Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von dem Franzis Verlag zur Verfügung gestellt.