Spielereien mit Licht Sternenspuren einfangen: einfach, aber zeitraubend

Von SIR 

Sternenspuren entstehen durch die Erdrotation,sie zu fotografieren ist nicht schwer. Erfahren Sie hier, wie!

Burg Lichtenegg gegen Norden. Stativ und
Bulb mit anschließendem Dark Frame. Foto: Franzis Verlag
Burg Lichtenegg gegen Norden. Stativ und Bulb mit anschließendem Dark Frame.Foto: Franzis Verlag

Sternenspuren entstehen durch die Erdrotation, sie zu fotografieren ist nicht schwer:

Stellen Sie eine Kamera auf ein Stativ, richten Sie es auf den Himmel, stellen Sie etwa Blende 4 ein, öffnen Sie den Verschluss und gehen Sie Kaffeetrinken. Zumindest ging das zu analogen, mechanischen Zeiten so. Da gab es extra einen Schalter T auf der Kamera, der dafür sorgte, dass der Verschluss nach dem Betätigen des Auslösers so lange offen blieb, bis man ihn per nochmaligem Druck auf den Auslöser wieder schloss.

Wenn man lustig war, konnte man das Spielchen die ganze Nacht lang treiben und erhielt perfekte Kreise an den Himmel gezaubert.

Halbe Stunde Belichtung, halbe Stunde Dark Frame

Die meisten aktuellen Kameras können überhaupt nur noch 30 Minuten den Verschluss offen halten, eine längere Sternenspur ist demzufolge unmöglich. Zudem muss nach jeder langen Belichtung ein Dark Frame geschaltet werden, um das Sensordunkelrauschen aus der Aufnahme herauszurechnen.
Nach einer halben Stunde Belichtung folgt eine halbe Stunde Dark Frame, und damit ist es auch unmöglich, beispielsweise durch direkt folgende Aufnahmen die Spuren wenigstens auf Raten zu bekommen, um sie hinterher am Computer zusammenzuflicken.

Bei der Aufnahme der Burg Lichtenegg wurde die Kamera direkt nach Norden ausgerichtet und mit einem Ultraweitwinkel bestückt, um die Burg eindrucksvoll in Szene zu setzen.
Die Sternenspuren wären aber auch mit einem extremen Tele jeweils genauso lang, solange die optische Achse nach Norden weist.
Längere Spuren erhalten Sie nur, wenn Sie Ihr Objektiv aus dieser Linie herausbewegen und beispielweise nach oben richten.

Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von dem Franzis Verlag zur Verfügung gestellt.