Vier Jahre lang arbeitete die Stuttgarter Verwaltung an einem Sportentwicklungsplan. Mit einer Vielzahl von Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass die Menschen auch in Zukunft so sporteln können, wie sie wollen. Mehr noch, die Bürger sollen dazu motiviert werden. Der Abschlussbericht, für den rund 4000 Menschen befragt wurden, wurde nun vorgestellt.
Wobei die Planer mehrere Ziele verfolgen. Sie wollen Bewegungsangebote für Kinder mit Übergewicht und motorischen Problemen schaffen. Jugendliche, die vom Vereinsleben nichts halten, sollen für den Sport begeistert werden. Auch für Senioren sollen die Angebote verbessert werden. Denn in Stuttgart leben rund 140 000 Menschen, die älter als 60 Jahre sind. Der Sportentwicklungsplan soll dabei nur eine Art Anleitung sein. Beschlossen ist nichts.
Degerloch: Die Planer kritisieren, dass die Interessengemeinschaft Waldau "de facto ihre Arbeit eingestellt" hat. So ist es dem Abschlussbericht zu entnehmen. Zudem sehen sie trotz der Nähe der beiden Sportparks Waldau und Hohe Eiche "kaum Ansätze von Kooperationen und anderen Formen der Zusammenarbeit". Dies gilt auch für Vereine mit einem ähnlichen Sportangebot. Oft würden sie "die Besitzstände verteidigen", auch wenn ihre Plätze gar nicht ausgelastet sind.
Dabei könnten die Vereine zusammenarbeiten, um sich etwa hauptamtliche Geschäftsführung oder Trainer zu leisten. Dadurch würden sie die ehrenamtlich Tätigen entlasten. Denn es werde zunehmend schwer, Ehrenamtler zu finden. Eine "Waldau-Card" könnte es Sportlern ermöglichen, die Angebote in allen Vereinen zu nutzen, ohne in jedem Mitglied zu sein.
Die Stärke der Waldau, die große Fläche am Rand von Degerloch, ist zugleich seine Schwäche. "Die Sportvereine sind im eigentlichen Ortskern nur wenig präsent", heißt es. Abhilfe könnte ein Tag des Sports schaffen, mit Ständen entlang der Epplestraße oder vor dem Bezirksrathaus. Zudem sollten sich die Vereine mehr bei Schulfesten engagieren. Auf der Waldau soll es zudem zwei Flächen geben, auf der spielen kann, wer will. Gerade Jugendliche könnten sich bei Streetball austoben. Zudem soll eine Downhill-Strecke gebaut werden.
Plieningen und Birkach: Die örtlichen Kindertageseinrichtungen sollen verstärkt mit den Vereinen zusammenarbeiten, um die motorischen Grundlagen zu fördern. Dabei soll das Bezirksamt helfen. Um die schon etwas älteren zum Sporteln zu bewegen, sollen die Vereine mit dem Jugendhaus und der Mobilen Jugendarbeit zusammenarbeiten. Wobei der Spaß im Vordergrund stehen muss. Zudem regen die Planer an, einen Volkslauf in den Bezirken zu organisieren. Dieser soll "Eventcharakter besitzen".
Auf dem Birkacher Feld könnte sich das Sportamt vorstellen, ein Freizeitspielfeld zu bauen. Hinter dem Paracelsus-Gymnasium könnte ein Spielplatz entstehen. Radwege sind in Birkach "zwar zahlreich vorhanden, allerdings ist die Beschilderung mangelhaft".
Um Geld zu sparen, hatte der Gemeinderat beschlossen, dass das Plieninger Hallenbad nur noch an einem Tag in der Woche geöffnet hat. Die Regelung gilt seit September vergangenen Jahres. Das kritisiert das Sportamt und will prüfen, "inwiefern eine Übernahme des Bads durch einen oder mehrere Vereine möglich ist und die Stadt so Kosten einsparen könnte".
Sillenbuch: Das Angebot für Kinder, die nicht in Vereinen sind, ist bereits gut. Es könnte aber besser werden, indem die Schulen ihre Hallen auch während der Unterrichtszeiten zur Verfügung stellen. Für die Vereine ist das Hauptproblem jedoch die zu geringe Hallenkapazität. "Belegungen von Nutzern aus anderen Stadtbezirken sind kritisch zu hinterfragen", heißt es in dem Bericht.
Weil die Kurse der Sportvereine nicht jedem bekannt sind, sollen "Neubürger im Bürgerbüro bei der Anmeldung eine Informationsbroschüre erhalten". Diese soll von den Vereinen regelmäßig überarbeitet und aktualisiert werden.
Die Freizeitspielfläche an der Bernsteinstraße im n Heumadener Quartier Über der Straße soll aufgewertet werden. Unter anderem könnten dort Fitnessgeräte aufgestellt werden. Am Ilse-Beate-Jäkel-Weg, neben dem Augustinum in Riedenberg, sehen die Planer einen Standort für einen Mehrgenerationenspielplatz.

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