Staatssekretärin Chantal Jouanno Liebt sie Sarkozy?
Axel Veiel, 13.03.2010 18:39 Uhr
Als Politikerin bringt Chantal Jouanno Frankreich ökologisch auf Kurs. Foto: AP
Als Politikerin bringt Chantal Jouanno Frankreich ökologisch auf Kurs. Foto: AP
Paris - Einer Staatssekretärin, die mit 40 Jahren als Frankreichs Karatemeisterin ins Rampenlicht tritt, ist alles zuzutrauen. Sogar dass sie Carla Bruni aussticht und sich den Präsidenten angelt. Nicht dass es für die gefährliche Liebschaft mit Nicolas Sarkozy irgendwelche Anhaltspunkte gäbe. Aber bei einer so faszinierenden Frau wie Chantal Jouanno ist eben kein hinausgetwittertes Gerücht zu abenteuerlich, als dass es nicht bald ein nachrichtliches Eigenleben führte.

Sie bekommt, was sie will


Fest steht, dass die Französin mit dem markanten Vierkantkinn, dem offenen Lachen und dem hennarot schimmernden Haar weiß, was sie will, und es in der Regel auch bekommt. Und Jouanno will viel. Als verheiratete Ehefrau und Mutter von drei Kindern will sie ein erfüllendes Familienleben führen, als Sportlerin die Goldmedaille umgehängt bekommen und als Staatssekretärin für Umweltschutz Frankreich nachhaltig auf ökologischen Kurs bringen. Das Rüstzeug, um all dies anzupacken, hat sie. Intellektuelle haben ihr das Prädikat "Mens fervida in corpore lacertoso" verliehen, ihr einen "brennenden Geist in einem muskulösen Körper" attestiert. Andere, dem Lateinischen weniger zugetane Zeitgenossen nennen sie "Kill-Bill-Jouanno".

Das führt insofern in die Irre, als die Kampfsportlerin nicht so martialisch zu Werke geht, wie sie könnte. So müssen ihre Gegner nicht befürchten, verbeult auf der Matte zu landen. Jouanno pflegt eine Unterart des Karate, das Kata. Es beschränkt sich auf technisch ausgefeilte Scheinkämpfe ohne Körperberührung.

Explosive Worte und ein entwaffnendes Lächeln


Fast unbemerkt hatte Jouanno in jungen Jahren bereits zwölfmal Gold geholt, bevor im März bei der Verleihung der dreizehnten Medaille aufflog, dass die Spitzensportlerin auch Spitzenpolitikerin ist. Beim Gebrauch ihrer geistigen Waffen zeigt sich die Staatssekretärin angriffslustiger. Wobei die Absolventin der Elitehochschule ENA explosiven Worten ein entwaffnendes Lächeln hinterherzuschicken pflegt.

Und Sarkozy? Seit Jahren sagen er und Jouanno nur Gutes übereinander. 2003 hatte sie beim damaligen Innenminister Sarkozy als Beraterin angeheuert. Seither gilt sie als "Sarkozyste", als dem Staatschef stets loyal zur Seite stehende Frau.
Kommentare (1)
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MRZ
13
Ja ist denn, 21:59 Uhr

in Frankreich Krieg? Oder warum braucht es soviele Militär-Ausdrücke? Waffen Waffen Waffen überall!

Und gleichzeitig klingt bei Autor auch noch Respekt und Bewunderung für so ein martialisches durch! Wieviele "Tote" hat diese Frau denn schon hinter - unter - neben sich gelassen? Und wievielen Gegnern steht dieser noch bevor? Ach du mein Gott - wie armselig diese Streberei nach Höherem (natürlich immer materialistisch gemeint...) doch ist!